Kokosöl für Babys

Kokosöl für Babys – ist das wirklich eine gute Idee?

Gute Frage! In diesem Artikel erfahrt ihr, ob Kokosöl für Babys geeignet ist, welche Anwendungsmöglichkeiten es in Hautpflege, Ernährung und Heilung gibt, und was ihr beim Kauf beachten müsst. Und natürlich verraten wir euch, wo ihr Kokosöl für euer Baby kaufen könnt.


Spoiler, falls ihr keine Zeit habt, den ganzen Artikel zu lesen:
Wir finden, dass Kokosöl eine gute Idee ist. Es ist hitzebeständig beim Kochen, gut für die Haut, Hausmittel im Medizinschrank und das Baby riecht hinterher wie eine kleine Kokosnuss. Hier könnt ihr es kaufen.

Warum lieben wir Kokosöl für Babys?

Kokosöl hat in den letzten Jahren einen enormen Siegeszug hinter sich. Man benutzt es zum Kochen, zum Backen, zur Hautpflege, zum Abnehmen, ja sogar in der Medizin kommt es zur Anwendung.

Kokosöl gibt es inzwischen in fast jedem Supermarkt. Sogar bei Aldi könnt ihr inzwischen Kokosöl kaufen.

Das Internet bietet unzählige Rezepte, Ratgeber und Hinweise zum Thema.

Manchmal fragt man sich schon, wie wir früher ohne das Wundermittel überlebt haben. Aber Scherz und Sarkasmus beiseite, es gibt tatsächlich ein paar gute Gründe, die für das weiße Gold sprechen:

  • Kokosöl ist vielseitig. Kochen, backen, pflegen, heilen und noch viel mehr mit nur einer einzigen Zutat. Dabei ist es immer dasselbe Öl. Das schafft Platz in der Vorratskammer und schont den Geldbeutel.
  • Kokosöl ist einfach in der Handhabung. Bei Zimmertemperatur ist es fest - zumindest im Winter. Es muss nicht in den Kühlschrank und ist lange haltbar.
  • Es ist einfach zu finden. Ihr könnt es online oder offline in jedem gutsortierten Supermarkt oder Online-Shop kaufen.
  • Es ist rein pflanzlich, also auch für Vegetarier und Veganer geeignet.
  • Kokosöl enthält Antioxidantien. Diese wirken entzündungshemmend und unterstützen die Wundheilung. Außerdem Vitamin E, das ebenfalls gut für die Haut ist.
  • Kokosöl hat antibakterielle, antifungale und antivirale Eigenschaften. Es bietet also einen gewissen Schutz gegen Bakterien, Pilze und Viren.
  • Kokosöl ist eines der verträglichsten und unbedenklichsten Öle im Hinblick auf Allergien. Es ist auch dann geeignet, wenn eure Kleinen bereits Allergien haben, oder wenn Allergien gehäuft in der Familie auftreten.
  • Reines Kokosöl hat keinerlei zusätzlichen Konservierungsstoffe oder andere künstliche Zutaten.
  • Kokosöl enthält kein Wasser, Milchbestandteile oder Eiweiß. Es ist hitzebeständig und verändert sich beim Kochen und Braten nicht.

Was ist in Kokosöl drin?

Kokosöl besteht zu etwa 90% aus gesättigten Fettsäuren. Diese sind besser als ihr Ruf. Lange Zeit wurden sie für so ziemlich alles verantwortlich gemacht, was den modernen Menschen plagt – von Herzkrankheiten über Schlaganfall bis Krebs. Inzwischen ist man sich da nicht mehr ganz so sicher.

Denn neue Studien belegen, dass es auf die Quelle und die Zusammensetzung der gesättigten Fettsäuren ankommt. Diese können durchaus gesunder Teil einer vollwertigen Ernährung sein.

Kokosöl gehört zu den guten gesättigten Fettsäuren. Es besteht zu etwa 50% aus Laurinsäure. Laurinsäure gehört zu den mittelkettigen Fettsäuren. Diese Fettsäuren haben ein paar sehr vorteilhafte Eigenschaften.

Sie sind leicht verdaulich und stehen dem Körper laut einer japanischen Studie besser als Energielieferant zur Verfügung als andere Fettsäuren.

Mittelkettige Fettsäuren haben außerdem eine antibakterielle und antifungale Wirkung. Man kann sie also innerlich und äußerlich gegen Bakterien und Pilze einsetzen. Das hat besondere Vorteile in der Hautpflege.

Übrigens ist Laurinsäure auch in der Muttermilch enthalten.

In einigen Studien wurde eine positive Wirkung von Kokosöl im Zusammenhang mit Herzkrankheiten festgestellt. Man führt das darauf zurück, dass Kokosöl dabei hilft, das gute Cholesterin, das HDL-Cholesterin, zu erhöhen.

Das sind nur einige der positiven Eigenschaften, die Kokosöl inzwischen nachgesagt werden. Grundsätzlich möchten wir vorsichtig damit sein, Kokosöl als allgemeines Wunderheilmittel zu loben. Denn auch wenn einige Kokos-Fans sich sicher sind, dass Kokosöl die Menschheit retten kann, so ganz einig ist sich die Wissenschaft noch nicht.

Die gute Nachricht: Das ist für den Zweck dieses Artikels auch gar nicht nötig.

Denn hier geht es nur um die positive Auswirkungen auf eure Babys. (Und wenn das Kokosöl dann nebenher noch die Wohlstandskrankheiten heilt, habt ihr bestimmt nichts dagegen).

Wie kann Kokosöl euren Babys helfen?

Hautpflege für Babys

Grundsätzlich vorweg. Für Babys gilt in Sachen Hautpflege: weniger ist mehr. Gesunde Babyhaut braucht kaum mehr als Wasser. Deshalb raten viele Kinderärzte und Dermatologen von zu vielen Cremes, Seifen und anderen Zusätzen ab. Die Haut lernt am besten von alleine, sich selbst zu regulieren und einen Schutzmantel aufzubauen.

Trotzdem gibt es genug Gründe, Kokosöl in der Hautpflege für Babys unterstützend einzusetzen.

Und damit kommen wir auch schon zu den Anwendungsmöglichkeiten:

  • Kokosöl bildet einen Schutzfilm gegen Wind und Wetter. Gerade jetzt im Winter ist die Haut unter Stress durch Kälte, Wind und auch durch den ständigen Temperaturwechsel zwischen draußen und drinnen. Mit Kokosöl wird die Haut geschützt und gepflegt.
  • Kokosöl bietet einen eingeschränkten Sonnenschutz. Aber bitte in keinem Fall die Sonnencreme im Sommer durch Kokosöl ersetzen! Es filtert in etwa 20% der UV-Strahlen. Das entspricht laut einer aktuellen Studie in etwa einem LSF von 4-8.
  • Wenn ihr es auf nasser Haut anwendet, pflegt Kokosöl die Haut und spendet Feuchtigkeit. Am besten direkt nach dem Baden, Waschen oder Windeln auf die noch feuchte Haut auftragen und dann gut trocknen lassen.
  • Sehr gut eignet sich Kokosöl auch als natürlicher Badezusatz. Einfach ein bisschen zum Badewasser dazugeben.
  • Kokosöl funktioniert sehr gut als sanfte Reinigung. Dazu einfach das Öl auf ein Tuch auftragen und die verschmutzten Stellen - z.B. ein Gesicht mit eingetrocknetem Brei oder ein kleiner Hintern mit den Resten vom Brei - einschmieren und anschließend wieder abwischen.
  • Bei Babys, die im Windelbereich empfindlich sind, kann Kokosöl als Schutzschicht gegen Feuchtigkeit aufgetragen werden. Es beugt damit dem Wundsein vor. Dazu das trockene Baby vor dem erneuten windeln einölen.
  • Gerade im Winter haben auch Babys manchmal trockene Lippen. Kokosöl spendet Feuchtigkeit, hilft bei ersten Rissen und wunden Stellen, und es macht auch nichts aus, wenn das Baby es schluckt.

Ernährung für Babys

  • Kokosöl ist ein natürlicher Zusatz zum Babybrei. Gerade selbstgemachter Babybrei enthält oft Vitamine, die fettlöslich sind. Das heißt, sie können vom Körper nur dann aufgenommen werden, wenn ihr Fett - in diesem Fall Kokosöl -
    dazugebt.
  • Kokosöl ist ideal zum Kochen oder Braten, da es sehr hoch erhitzt werden kann. Anders als z.B. Olivenöl verändert es sich nicht, wenn es sehr heiß wird. Braten von Fleisch, rösten von Gemüse, hohe Temperaturen beim Backen sind alles kein Problem für das hitzebeständige Öl.
  • Bei schlanken Babys liefert es auf gesunde Art ein paar wertvolle Kalorien in Brei, Tee oder Fläschchen.
  • Kokosöl spritzt beim Braten weniger als andere Öle und Fette.
  • Kokosöl kann natürlich auch für herzhafte Speisen verwendet werden - der Kokosgeschmack verfliegt beim kochen und ist hinterher oft kaum wahrnehmbar.
  • Kokosöl wird eine Vorbeugende Wirkung für viele Krankheiten nachgesagt. So ganz einig ist sich die Wissenschaft allerdings noch nicht.

Kokosöl bei Krankheiten und Verletzungen

Bitte beachten: Kokosöl ist kein Ersatz für einen Arzt oder für notwendige medizinische Behandlung. Im Zweifelsfall bitte immer einen Arzt aufsuchen! Die nachfolgenden Tipps ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Versorgung.

Hier kann Kokosöl unterstützen

  • Kleine Wunden wie Schürfwunden oder Kratzer heilen schneller, wenn ihr sie regelmäßig mit Kokosöl einreibt.
  • Bei Schnupfen oder anderweitig verstopfter Nase könnt ihr mit ein wenig Kokosöl vorsichtig die Nasenwände innen einreiben. Das verschafft Linderung bei geschwollenen Schleimhäuten und lässt Schleim besser abfließen. Euer Baby kann besser atmen.
  • Bei etwas älteren Babys kann ein Löffel Kokosöl im Tee aufgelöst dabei helfen, zähen Schleim bei Husten zu lösen. Auf die gleiche Art kann Halsweh gelindert werden.
  • Babyakne tritt in den ersten Wochen nach der Geburt auf und ist in den allermeisten Fällen völlig harmlos. Es ist die Folge der hormonellen Umstellungen im kleinen Körper. Kokosöl versorgt die Haut in dieser Zeit mit Nährstoffen, Vitaminen und wirkt antibakteriell - beugt also Entzündungen vor. Bitte verwechselt Babyakne nicht mit Säuglingsakne. Tritt die Akne erst nach dem dritten Lebensmonat auf, verschwindet nicht von selbst wieder oder schmerzt und juckt, dann sucht bitte unbedingt einen Kinderarzt auf.
  • Die meisten Babys haben einen nicht besonders schönen aber ungefährlichen Ausschlag auf der Kopfhaut. In den meisten Fällen ist das Kopfgneis. Ihr erkennt diesen daran, dass ihr die Schuppen leicht mit dem Fingernagel entfernen könnt und es das Baby nicht weiter stört. Gegen Kopfgneis ist Kokosöl ideal. Abends nach dem Baden die Kopfhaut sanft mit Kokosöl massieren und über Nacht einwirken lassen. Am nächsten Morgen kann das Öl samt schuppigem Gneis mit einem feuchten Tuch ganz leicht abgewischt werden.
  • Milchschorf tritt meist erst nach dem dritten Monat auf und ist unangenehm für Babys, da er juckt und manchmal auch schmerzhaft ist. Bitte geht zum Kinderarzt, wenn ihr vermutet, dass euer Kind echten Milchschorf hat (was wir üblicherweise als Milchschorf bezeichnen ist oft Kopfgneis). Ihr könnt die Behandlung von Milchschorf mit Kokosöl unterstützen (in Absprache mit eurem Kinderarz). Dazu einfach die betroffenen Stellen täglich einölen. Das lindert den Juckreiz und hilft bei der Heilung.
  • Bei Wundsein hilft Kokosöl bei der Heilung und lindert Schmerzen und Juckreiz. Verwendet es wie jede andere Wunschutzcreme.
  • Bei Hautveränderungen oder Hautkrankheiten lindert Kokosöl den Juckreiz und unterstützt die Heilung. Selbst bei Neurodermitis bringt es durch die enthaltene Laurinsäure nachweislich Linderung. Bitte immer in Absprache mit dem Kinderarzt anwenden.
  • Bei leichtem Sonnenbrand oder Rötung durch die ersten Sonnenstrahlen im Frühling hilft Kokosöl bei der Regenration der Haut.
  • Bei Mücken-, Wespen-, und Bienenstichen lindert Kokosöl den Juckreiz und verschnellert die Heilung. Bei mehreren Stichen, allergischen Reaktionen oder wenn die Stiche innerhalb weniger Tage nicht abschwillen, bitte Arzt aufsuchen!

Sonstiges

  • Mücken mögen den Geruch von der im Kokosöl enthaltenen Laurinsäure überhaupt nicht. Deshalb wirkt es auf Mücken abweisend. Kokosöl ist somit ein natürlicher, schonender Mückenschutz.
  • Genau wie Mücken finden auch Zecken den Geruch von Laurinsäure abstoßend. Hilfreich geraden in den Gegenden mit Zecken, die Krankheiten übertragen. Einfach vor dem nächsten Wald- und Wiesenspaziergang gut einölen.
  • Kokosöl kann als antibakterieller Ersatz für Zahnpasta eingesetzt werden. Gerade für Babys und Kleinkinder ist Zahnpasta, die in den meisten Fällen mit Fluor versetzt ist, nicht ideal. Denn Babys spucken Zahnpasta noch nicht aus, sie wird geschluckt. Bei Kokosöl ist das unbedenklich. Einfach anstatt von Zahnpasta auf die kleine Bürste geben.
  • Kokosöl ist ideal für die Babymassage. Eine sanfte Massage mit dem gut-riechenden Öl entspannt Baby und Mama oder Papa, und stärkt die Bindung zwischen Kind und Eltern.

Wo kann man denn jetzt Kokosöl kaufen?