Endometriose und Schwangeschaft – 10 Fragen, 10 Antworten.

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Endometriose und Schwangerschaft. Ein schwieriges Thema, das ganz oft jede Menge Fragen aufwirft. Fragen, auf die es leider auch oft keine einfachen Antworten gibt. Aber es gibt Antworten, es gibt Lösungen und es gibt jede Menge Hoffnung.

Ich bin kein Arzt und gebe nicht vor, besonders viel Ahnung von Medizin zu haben. Aber ich habe mich aus ganz persönlichen Gründen sehr lange und intensiv mit dem Thema Endometriose und schwanger werden beschäftigt. Daher kann ich ein paar der wichtigsten Fragen inzwischen beantworten und weiß beim Rest, wo ihr Hilfe finden könntet. Eure ganze persönliche Situation kann aber natürlich auch nur euer ganz persönlicher Arzt einschätzen. Darum ist er oder sie im Zweifel immer der richtige Ansprechpartner.

Ein weiterer Ansprechpartner und auch Sponsor für diesen Artikel ist die Endometriose App, gegründet von Dr. med. Nadine Rohloff, Ärztin an der Frauenklinik der Uni Münster. Ich rate allen Betroffenen, dort vorbeizuschauen, denn dort findet ihr eine Fülle an Informationen zu Themen wie Diagnostik, Therapie, Schmerzbehandlungen oder auch Ernährung.

Und damit kommen wir zu den Fragen, die ich mir im Zusammenhang mit Endometriose und Schwangerschaft gestellt habe. Bei den Antworten versuche ich mich kurz zu halten. Mehr Informationen bekommt ihr in den verlinkten Quellen.

Und damit jeder weiß, worum es geht, fangen wir mit der ersten Frage an, die wir uns alle ganz am Anfang gestellt haben.

1 – Was ist eigentlich Endometriose?

Mit Endometriose bezeichnet man Wucherungen von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Es sammelt sich in anderen, oft benachbarten Organen an. Besonders häufig sind Organe im Bauchraum davon betroffen.

Genau wie die Gebärmutterschleimhaut innerhalb der Gebärmutter, wachsen die Wucherungen auch außerhalb mit dem Monatszyklus. Während der Menstruation bluten dieses Gewebe und bildet dadurch oft Zysten, denn das Blut kann nicht abfließen.

Und das wiederum hat ganz unterschiedliche Auswirkungen je nach Art, Ort und Größe der Wucherung. Folgen, Symptome und Behandlung sind deshalb ganz individuell. Und damit auch die Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.

2 – Kann man mit Endometriose schwanger werden?

Ja, es möglich mit Endometriose schwanger zu werden. Viele Frauen werden auf ganz natürlichem Wege schwanger, ohne nachzuhelfen.

Leider ist das aber nicht bei allen Frauen der Fall. Sogar mehr als die Hälfte der von Endometriose betroffenen Frauen haben Schwierigkeiten mit dem Kinderwunsch. Daher handelt sich um weit mehr als um Einzelfälle.

3 – Könnte eine Endometriose an einem unerfüllten Kinderwunsch stecken?

Diese Frage kann man ganz klar mit einem ‚Ja‘ beantworten. Eine Studie aus dem Jahr 2016 hat festgestellt, dass bei etwa der Hälfte aller Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch eine Endometriose vorlag.

Bei einem unerfüllten Kinderwunsch sollte in jedem Fall der Gynäkologe hinzugezogen werden, also auf zum Arzt. Dort könnt ihr auch gezielt den Verdacht auf Endometriose ansprechen.

Vor allem dann, wenn ihr eines oder mehrere der folgenden Symptome zusätzlich habt:

  • Starke und anhaltende Schmerzen im Unterleib, die hauptsächlich in der zweiten Zyklushälfte auftreten
  • Starke und anhaltende Schmerzen während der Periode
  • Unregelmäßige Periode
  • Rückenschmerzen, die zu bestimmten Zeiten des Zyklus auftreten
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen beim Urinieren

4 – Ist eine Operation unbedingt nötig, um schwanger zu werden?

Das ist eine Frage, die nur der behandelnde Arzt beantworten kann.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Therapieansätze, die ganz vom individuellen Krankheitsbild abhängen:

  • Entfernen der Wucherungen durch eine Operation. Das wird in den allermeisten Fällen durch eine Bauchspiegelung, Laparoskopie, gemacht. (Laparoskopie auf Wikipedia)
  • Medikamentöse Behandlung mit Hormonpräparaten. Oft hat diese Behandlung aber keinen großen Erfolg, wenn es um Fruchtbarkeit geht, denn es hemmt nur das Wachstum der Wucherungen, beseitigt diese aber nicht.
  • Künstliche Befruchtung. Diese zeigt bei Frauen mit einer sehr ausgeprägten Form von Endometriose manchmal bessere Ergebnisse als eine reine Operation.

5 – Wie kann man die Fruchtbarkeit trotz Endometriose steigern?

Bei einer ausgeprägten Endometriose kann nur der Arzt weiterhelfen.

Aber natürlich kann mit einer gesunden Lebensweise, bei der es hauptsächlich um Ernährung, Bewegung und die Vermeidung von Giften wie Alkohol oder Nikotin geht, die medizinische Behandlung unterstützen.

Aber das gilt natürlich für jede Schwangerschaft.

Ist aber die Endometriose so weit fortgeschritten, dass sie Auswirkung auf die Fruchtbarkeit hat, sollte der erste Gang immer zum Arzt sein.

6 – Wie wirkt sich Endometriose auf die Schwangerschaft aus?

Ich habe sie schon erwähnt, die Studie aus dem Jahr 2016. (Falls sich jemand dafür interessiert, sie kann frei eingesehen werden und hat 14 655 Frauen über 30 Jahre begleitet. Titel: Pregnancy outcomes in women with endometriosis: a national record linkage study )

Die Studie besagt, dass Frauen mit Endometriose gerade in der Frühschwangerschaft ein erhöhtes Risiko haben, vor allem was Fehlgeburten und Bauchhöhlen-Schwangerschaften anbelangt. Auch im letzten Drittel der Schwangerschaft ist das Risiko wieder höhen. Dann geht es hauptsächlich um Blutungen, erhöhten Blutdruck und auch eine Plazenta Previa scheint häufiger vorzukommen.

7 – Wie wirkt sich Endometriose auf das ungeborene Kind aus?

Ganz so viele Informationen findet man darüber nicht. Das Geburtsgewicht der Kinder scheint im Durchschnitt ein wenig geringer zu sein. Ansonsten konnte ich keine Hinweise auf Auswirkungen auf die Kinder finden.

8 – Welchen Einfluss hat Endometriose auf die Geburt?

Laut einer Studie der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Zürich gibt es wohl keine direkten negativen Auswirkungen auf die Geburt.

Zwar war der Blutverlust leicht erhöht, aber es gab keine weiteren Komplikation im Vergleich zu Frauen, die nicht von Endometriose betroffen waren.

Auch die Rate der natürlichen Geburten war in etwa gleich.

Zusammenfassung der schweizer Studie.

9 – Was passiert nach der Geburt?

Eine schlechte Nachricht habe ich noch zum Schluss. Es wurde lange Zeit angenommen, dass eine Schwangerschaft das Krankheitsbild und die Symptome von Endometriose verbessert. Früher wurde den betroffenen Frauen oft sogar zu einer Schwangerschaft geraten.

Inzwischen weiß man, dass das nicht der Fall ist. Einzelfälle gibt es natürlich immer wieder. Aber man sollte nicht zu sehr auf eine Verbesserung hoffen.

10 – Hat Endometriose Einfluss auf das Stillen und die Muttermilch?

Jetzt wird es interessant. Denn die Frage sollte eigentlich andersrum gestellt werden: Welchen Einfluss hat das Stillen auf die Endometriose?

Frauen die stillen erkranken später seltener an Endometriose. Langes Stillen kann das Risiko um bis zu 40% senken. Woran das genau liegt, weiß man noch nicht.


Weiter wage ich mich nicht vor. Besprecht die medizinischen Details mit eurem Arzt.

Gebt die Hoffnung nicht auf! Jeden Tag werden jede Menge Frauen schwanger, die endlos vergeblich gehofft und gebangt haben. Eine liebe Freundin von mir ist gerade nach 17 langen Jahren völlig unverhofft noch schwanger geworden.

Ich hoffe die kurze Zusammenfassung und die etwas ausführlicheren Links helfen weiter und geben euch die Informationen, die ihr sucht.

Und wenn ihr jetzt noch mehr zum Thema Endometriose und Schwangerschaft wissen wollt, dann klickt den Link. Denn dort findet ihr Menschen, die sich wirklich mit dem Thema auskennen.

Alles Gute

Eure Katja

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