3 Strategien wenn euer Neugeborenes schreit

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Es ist mal wieder halb vier Uhr morgens und das Neugeborene hört nicht auf zu schreien. Der kleine Wurm ist schon ganz lila im Gesicht, Mama heult mit und Papa ist mit den Nerven am Ende. So oder so ähnlich geht es in der ersten Zeit mit neuem Baby zu. So auch bei uns. Was aber hilft wirklich in dieser Situation?

Wir haben 3 Strategien für uns selbst entdeckt und möchten die gerne an euch weitergeben. Denn die Situation ist zwar fast unausweichlich aber nicht hoffnungslos.

Und immer dran denken: Irgendwann macht auch das lauteste Neugeborene mal den Führerschein und hört auf mit der Nörgelei.

Warum hört mein Baby nicht auf zu schreien?

Schlechte Nachricht: Das ist ganz normal.

Neugeborene befinden sich im sogenannten 4. Trimester. Eigentlich wären sie im Mutterleib am besten aufgehoben. Aber wären sie bei der Geburt noch größer, würde der Kopf nicht mehr durch das Becken der Mutter passen. Und das wäre irgendwie unpraktisch.

Somit kommen Babys eigentlich ein bisschen zu früh auf die Welt.

Deshalb sind so manche Neugeborene gar nicht glücklich über die neuen Lebensumstände: Kalt, Laut, zu viel Platz, zu wenig Schaukeln. Die Allgemeinsituation ist unbefriedigend.

Wir haben für euch 3 Strategien zusammengestellt, wie ihr mit der Situation umgehen könnt.

Aber zunächst gehen wir eine kurze Frageliste durch. Erst wenn ihr alle Fragen mit ‚Ja‘ beantworten könnt, solltet ihr unsere Strategien ausprobieren. Denn manchmal kann das Schreien ganz einfach abgestellt werden:

Ist das Baby satt?

Im Zweifelsfall hat ein Neugeborenes einfach nur Hunger. Ja, auch wenn ihr gerade erst gestillt habt. Das nennt sich Clusterfeeding und ist ganz praktisch, denn es regt den Milchfluss an. Es ist aber auch ziemlich anstrengend. Dafür sind nuckelnde Babys oft zufriedene Babys. Also lieber zwölfmal öfter anlegen als einmal zu wenig.

Ist das Baby gesund?

Schreit euer Baby lang-anhaltend und oft, dann zieht den Kinderarzt zu Rate – lieber einmal zu oft als zu wenig. Oft kann man nach der ersten Eingewöhnungsphase die Schreie auch schon ganz gut unterscheiden. Hört auf euer Bauchgefühl. Sagt es euch, dass da was nicht stimmt, dann auf zum Arzt.

Ist das Baby okay?

Damit meine ich, dass sich das Baby theoretisch entspannen könnte – wenn es nur wollte. Schaut nach, ob die Kleidung nicht zu eng oder zu warm ist, ob irgendetwas anderes zwickt oder juckt, und ob Baby nicht vielleicht eine volle Windel hat.

Strategie 1: Macht eurem Baby die Umstellung leichter und simuliert das Gefühl im Mutterleib

baby schreit

Das Baby möchte am liebsten zurück in den Mutterleib, das wissen wir inzwischen. Das geht natürlich nicht. Aber ihr könnt dem Zwerg helfen, sich hier draußen in der großen Welt genauso wohl zu fühlen wie im Bauch von Mama.

Stellt euch vor, wie es dort ist. Warm, weich, eng, kuschelig, voll mit Geräuschen und immer wird geschaukelt.

Der vielleicht beste Tipp, den ich im Ärmel habe gebe ich euch gleich vorneweg:

Tragt euer Baby!

Damit meine ich ständig und immer und ohne Unterlass. Und ja, das ist genauso anstrengend und manchmal nervig wie es sich anhört. Aber es ist gesund und natürlich. So haben wir uns entwickelt. Ganz nah bei der Mama, direkt an ihren Körper gekuschelt und immer dabei.

Viele Babys sagen euch auch ganz genau, was sie davon halten, im Stubenwagen oder im Kinderwagen oder im Babybett zu liegen: Nämlich gar nichts.

Unsere Empfehlung ist ganz klar ein elastisches Tragetuch für die ersten Wochen und dann im Anschluss eine ordentliche Babytrage. Ein elastisches Tragetuch ist günstig und ihr bekommt es überall dort, wo es Babyausstattung gibt. Die meisten davon sind völlig in Ordnung. Macht kein Drama aus der Entscheidung.

Im Zweifelsfall nehmt eins von diesen:

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(Wenn ihr mehr über Tragetücher für Neugeborene wissen wollt und warum wir gerade ein elastisches Tuch empfehlen, dann schaut in diesem Artikel vorbei.)

Macht jede Menge Geräusche

White Noise ist das Zauberwort. Im Mutterleib ist es nie wirklich still. Euer Kind ist an ständiges Rauschen, Blubbern, Gurgeln gewöhnt. Wenn ihr das simuliert, dann nehmt ihr dem Neugeborenen eine echte Quelle von Unbehagen.

Denn wer noch nie Stille erlebt hat, dem kann sie richtig Angst einjagen.

White Noise, also beruhigende Hintergrundgeräusche könnt ihr auf verschiedene Art herstellen:

  • Am einfachsten und schnellsten geht es mit eurem Handy. Im App-Shop eurer Wahl findet ihr mit Sicherheit etwas passendes.
  • Habt ihr einen Echo oder Google Home rumstehen? Auch die kann Hintergrundgeräusche abspielen.
  • Es gibt extra White-Noise-Geräte mit jeder Menge Funktionen.

Bringt euch in Bewegung

Packt euer Kleines in ein Tragetuch, in den Kinderwagen, fahrt eine Runde mit dem Auto oder nehmt es einfach auf den Arm und geht in der Wohnung auf und ab. Bewegung beruhigt Säuglinge.

Je schaukeln desto besser.

Macht es schön eng und kuschelig

Babys mögen es eng und kuschelig. Auch hier hilft wieder ein Tragetuch, um die Enge im Mutterleib zu simulieren. Viel Platz kann Angst machen. Alternativ funktioniert auch Pucken gut, oder einfach eine Decke und einkuscheln mit Mama oder Papa.

Körperkontakt tut allen gut

Mama oder Papa riechen, hören, fühlen, den Herzschlag ganz nah am kleinen Ohr. Legt euch das Baby auf die nackte Brust. Das tut nicht nur dem Kleinen sondern auch euch gut.

Es schüttet das Glückhormon Oxitocin aus und kann sogar gegen Postpartum-Depression helfen.

Verkleidet euch als Uterus

Nein. Tut das nicht. Aber seid kreativ und gebt dem kleinen Mensch Wärme und Geborgenheit.

Tipp 2: Akzeptanz

baby schreit
Schreiende Babys sind leider ganz normal. Denn viel mehr können die kleinen Zwerge noch nicht tun.

Schreien ist für Babys Kommunikation, Verbindung zur Außenwelt, Warnsignal und auch eine Form der Verarbeitung. Denn es hat keine andere Möglichkeit, kein anderes Ventil. Es kann nicht mal kurz eine Runde joggen gehen, etwas Kreatives tun oder zum Abschalten den Radio anmachen.

All die neuen Eindrücke müssen manchmal einfach raus. Und es kann schließlich nicht zur besten Freundin auf einen Kaffee gehen, um den ganzen Mist abzuladen.

Gebt eurem Kind was es braucht, haltet es, gebt ihm Liebe und Geborgenheit und lasst es wissen, dass es manchmal auch ok ist zu schreien. Vor allem dann, wenn man warm und sicher in Mamas oder Papas Armen gehalten und getröstet wird.

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht: Je weniger ich versucht habe gegen das Schreien anzukämpfen, desto schneller ging es vorbei. Gerade Abends habe ich meine Kleine oft lange einfach nur im Arm gehalten während sie ihre Sorgen in die Welt gebrüllt hat.

Anschließend war sie zufrieden.

Ich weiß. So richtig befriedigend ist das nicht.

Aber. Diese Phase haben ganz viele Babys. Früher hat man das auf Bauchschmerzen, sogenannte Koliken geschoben. Heute weiß man, dass es in den meisten Fällen kein physisches Problem ist.

Aber auch hier nochmal der Hinweis: Im Zweifel lieber zum Arzt. Ihr kennt euer Baby am besten.

Die Gute Nachricht: Die Zeit geht schnell vorbei.

Tipp 3: Loslassen

baby schläft

Das ist leichter gesagt als getan. Ich selbst hatte damit auch meine Probleme.

Aber manchmal hilft es, das Ruder abzugeben, das Kind an Oma, Opa oder eine andere vertraute Person zu übergeben und sich eine Runde hinzulegen.

Oder nehmt ein Bad.

Oder lest ein Buch und esst Schokolade.

Versucht zu entspannen, denn Anspannung überträgt sich auf das Neugeborene. Es spürt, wenn es euch nicht gut geht.

Nach eine kleinen Auszeit wird es euch beiden wieder besser gehen.

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Ich hoffe das hilft! Ihr kriegt das hin.

Alles Liebe, eure Katja!

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