Pilates stärkt die Körpermitte. Es ist gut für Bauch, Rücken, Beckenboden, Tiefenmuskulatur. Es fördert Konzentration und Flexibilität. Es reduziert Stress und macht Spaß. Also warum sollte Pilates nicht auch gut für die Rückbildung sein?

Inhalt dieses Artikels

Warum Rückbildung so wichtig ist
10 Gründe warum Pilates die bessere Rückbildung ist
Wo man Pilates machen kann
Unser spezieller Tipp für die Rückbildung von zu Hause
Häufige Fragen (FAQ) zur Rückbildung

Warum ist Rückbildung nach der Geburt so wichtig?

Schwangerschaft bedeutet für den Körper eine Tour de Force. 9 Monate hat es gedauert, ein neues Leben zu erschaffen. 9 Monate ist es gewachsen und kann jetzt ganz alleine atmen, essen, verdauen und weiter wachsen – auch ohne die Gebärmutter als schützendes Nest.

Und jetzt müssen die ganzen Veränderungen im Körper der Mutter – hormonell, körperlich, psychologisch – wieder rückgängig gemacht werden. Damit Mama noch lange fit und gesund ist und sich bestmöglich um den Nachwuchs kümmern kann.

Keine leichte Aufgabe.

Deshalb müssen wir unseren Körper in dieser Zeit unterstützen.  Mit der richtigen Ernährung, der richtigen Einstellung, mit Nachsicht und – ja – auch mit Bewegung.

Sobald die Hebamme und der Arzt euch das OK geben könnt ihr loslegen mit der Rückbildung. Normalerweise wird dafür ein klassischer Rückbildungskurs bzw. Rückbildungsgymnastik empfohlen.

Pilates anstatt Rückbildungsgymnastik

Aber was genau ist Rückbildung?

Rückbildung bedeutet, dass ihr euren Körper mit gezielten Übungen, Bewegungen, Kräftigungen und Dehnungen dabei unterstützt, alles wieder an seinen richtigen Platz zurück zu schieben und zu früherer Fitness zurück zu kehren.

Dabei ist es einerseits wichtig, körperlich wieder fit zu werden und die Muskeln in Beckenboden, Bauch und Rücken wieder zu stärken. Andererseits ist es genauso wichtig, es langsam anzugehen zu lassen. Denn ihr sollt euch nicht überfordern. Und es sollte zudem noch eine langfristige Angewohnheit werden, damit ihr auch langfristig Erfolge seht.

Macht Sinn.

Leider wurde aber lange Zeit diese Phase der körperlichen und seelischen Rückbildung, die so wichtig ist, auf einen Rückbildungskurs reduziert. Einmal pro Woche, 5 bis 10 Termine insgesamt.

Oft werden diese Kurse von Hebammen durchgeführt, die außer den Übungen für die Rückbildungsgymnastik keine weitere Ausbildung in Sachen körperliches Training oder Sport haben.

Nach wenigen Wochen oder Monaten ist diese Phase dann offiziell abgeschlossen. Aber das Gefühl, dass der Körper sich verändert hat und jetzt anders ist, bleibt.

Rückbildungskurs PilatesViele Frauen kämpfen nach der Geburt noch lange Monate – manchmal Jahre – mit Schmerzen in Muskeln und Gelenken, Beckenboden- und Rückenproblemen und mehr Gewicht als vor der Schwangerschaft.

Und dazu kommt dann auch noch ein ungerechtfertigten Schuldgefühl.

Denn andere schaffen es ja auch. Und sehen schon wenige Wochen nach der Geburt wieder aus wie das blühende Leben. Schlank, rank und fit wie vor der Schwangerschaft.

Aber so einfach ist es halt nicht (und sich mit anderen zu vergleichen macht keinen glücklich). Der Körper hat 9 Monate Schwerstarbeit geleistet und etwas Einzigartiges erschaffen, das euch und den Rest eures Lebens verändert hat.

Wir plädieren deshalb anstatt dem klassischen, kurzfristigen Rückbildungskurs zu einer langfristigen Rückbildungs-Strategie.

Damit ihr

  • auf lange Zeit gesünder seid
  • euch besser fühlt
  • besser ausseht
  • mit dem Nachwuchs lange mithalten könnt
  • Spaß dabei habt

Wir möchten euch gerne Pilates als Teil dieser Strategie vorstellen. Und wir wollen euch auch noch zeigen, wie genau ihr diese Rückbildungsübungen bequem von zu Hause aus machen könnt.

Aber was genau macht Pilates eigentlich?

Pilates stärkt das, was in der Schwangerschaft am meisten beansprucht wurde

Pilates ist ein ganzheitliches Bewegungsprogramm, das besonders auf die Rumpfmuskulatur abzielt. Bauch, Brust, Rücken und natürlich der Beckenboden werden sanft trainiert und gestärkt.

Dabei wird der Körper nicht überbelastet, da in langsamen, fließenden Bewegungen und ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht trainiert wird.

Werden wir konkret.
Pilates zur Rückbildung

10 Gründe warum Pilates die bessere Rückbildung ist

1. Pilates stärkt den Beckenboden

Der Beckenboden stützt die inneren Organe und sorgt dafür, dass sie dort bleiben, wo sie hingehören. Er unterstützt außerdem die Atmung und spielt eine maßgebliche Rolle bei der Haltung des Körpers. Dadurch wirkt er auch als solide Basis für Rücken und Wirbelsäule.

Nach Schwangerschaft und Geburt ist der Beckenboden oft geschwächt. Viele Frauen – auch in jungen Jahren – leiden nach einer Entbindung unter Blasenschwäche, verkrampfter Haltung, einem gekippten Becken, Rückenschmerzen bis hin zu Gebährmuttersenkung und Schmerzen beim Sex.

Langfristig macht ein schwacher Beckenboden krank, da er über die Körpermitte auf die verschiedensten Systeme Einfluss hat.

Beim Pilates steht der Beckenboden im Zentrum der Übungen. Gerade die Körpermitte wird aktiviert und trainiert. Nicht nur direkt, sondern auch indirekt durch die vielen unterstützenden Muskeln, die z.B. bei Balanceübungen ebenfalls mittrainiert werden.

2. Pilates stärkt die Rückenmuskulatur

Auch der Rücken wird durch 10 Monate Schwangerschaft und anschließende Entbindung in Mitleidenschaft gezogen. Der Schwerpunkt und damit die Haltung verändern sich während der Schwangerschaft. Muskeln werden anders belastet, die Wirbelsäule wird mehr beansprucht.

Durch sanftes Training verändert sich die Haltung wieder. Knochen, Muskeln und Gelenke werden wieder richtig genutzt und dadurch entlastet.

Und natürlich kommt nach der Entbindung eine ganz andere Form von Belastung auf die Mütter zu. Denn so ein Baby erscheint zunächst recht leicht. Aber nach ein paar Stunden auf dem Arm oder im Tragetuch weil der Nachwuchs sonst nicht aufhört zu schreien, freut man sich über jeden trainierten Muskel im Rücken.

Nicht vergessen: Zu Pilates gehören auch Entspannungs- und Dehnungsübungen. Gönnt eurem Rücken eine Pause. Das ist nicht nur gut für die Wirbelsäule, sondern auch gut für die Seele.

3. Pilates hilft bei der Stärkung und Rückbildung der Bauchmuskulatur

Bauchmuskeln haben es nicht leicht während der Schwangerschaft. Sie werden gedehnt bis es kaum mehr geht, in der Mitte geteilt um noch ein bisschen mehr Platz herauszuholen und sollen trotzdem noch tapfer und ohne maulen Kind und Organe beisammen halten und schützen.

Mit den Bauchmuskeln muss man nach der Geburt behutsam umgehen und sie trotzdem sanft trainieren. Pilates speziell zur Rückbildung ist dafür prädestiniert.

Starke Bauchmuskeln sehen nicht nur gut aus, sie sind auch Gegenspieler zur Rückenmuskulatur und stützen den gesamten Oberkörper. Sie sind Grundelemente einer gesunden Haltung, helfen bei der Verdauung und bilden die Basis für eine starke Körpermitte.

Pilates für die Rückbildung stärkt die Bauchmuskeln sanft, ohne sie zu überfordern. Es hilft zu einem flachen Bauch zurückzukehren und schafft die Grundlage für eine gesunde Haltung.

Soweit so gut…

Das hört sich nicht so schlecht an. Aber seien wir ehrlich. Klassische Rückbildung kann all das aus. Denn genau das ist der Sinn und Zweck von klassischer Rückbildung.

Sie stärkt den Beckenboden, den Rücken, den Bauch. Sie bringt das in Form, was durch Schwangerschaft und Entbindung außer Form geraten ist.

Man kann sich darüber streiten, ob Pilates in diesen Punkten wirklich die Nase so weit vorn hat.

Aber. Der Grund, warum wir Pilates so gut finden: An diesem Punkt sind wir noch lange nicht fertig mit den Vorteilen! Denn es gibt noch eine ganze Menge mehr, das ihr mit Pilates so ganz nebenher mittrainiert, und wo die klassische Rückbildungsgymnastik einfach nicht mithalten kann.

Als frischgebackene Mama haben wir nur begrenzt Zeit zur Verfügung. Warum sollten wir diese nicht bestmöglich nutzen?

Die restlichen Gründe warum ihr euch Pilates näher anschauen solltet:

4. Pilates verbessert die Koordination und Flexibilität

Dehnübungen und Balanceübungen sind einer der Grundpfeiler von Pilates. Dabei kann jeder mitmachen. Und jeder kann sich verbessern.

Das führt zu mehr Beweglichkeit, mehr Flexibilität, mehr Koordination. Das verringert die Verletzungsgefahr und hält Gelenke und Muskeln stark bis ins hohe Alter.

5. Pilates hilft beim Abnehmen

Pilates verbrennt etwa 300 kcal pro Stunde. Zusätzlich baut ihr Muskeln auf, die auch in Ruhezeiten mehr Kalorien verbrauchen. Es regt Stoffwechsel und Durchblutung an.

Pilates verbessert auch wie schon erwähnt die Haltung. Dann seht ihr auch noch schlanker aus.

6. Pilates verbessert die Atmung, das Lungenvolumen und dadurch auch die Kondition.

Kein Witz. Pilates verbessert die Kondition.

Es ist natürlich kein Vergleich z.B. zum Joggen. Aber habt ihr schonmal versucht kurz nach der Geburt, womöglich noch mit Kaiserschnittnaht oder genähtem Damm joggen zu gehen?

Als sanfter Einstieg ins Training ist Pilates durchaus geeignet. Ihr bereitet den Körper langsam vor auf das, was in ein paar Wochen (oder Monaten – ihr seid keinem Rechenschaft schuldig) auf ihn zukommen wird.

Und das Gute daran: Ihr könnt die Belastung ganz kontrolliert und ohne Risiko steigern.

7. Kräftigung der Muskulatur im gesamten Körper.

Pilates ist ein Ganzkörpertraining. Es wird nicht nur die Körpermitte trainiert, sondern auch Beine, Po, Arme und was man sonst noch so braucht.

Während der Schwangerschaft wird eben nicht nur Bauch, Rücken und Beckenboden in Mitleidenschaft gezogen.

Die meisten Frauen – wenn sie nicht gerade ambitionierte Sportlerinnen sind – müssen es gegen Ende der Schwangerschaft etwas langsamer angehen lassen. Sie bewegen sich weniger, machen weniger Sport.

Es gibt keinen Grund, nach der Entbindung nicht auch diese Muskeln wieder in Form zu bringen. Dazu kommt, dass es oft in den ersten Monaten auch an Zeit (und Energie) mangelt, ins Fitnessstudio zu gehen.

Pilates ist eine gute und effektive Alternativ zum klassischen Krafttraining. Es wird zwar nur mit dem eigenen Körpergewicht trainiert, aber das kann erstaunliche Resultate bringen.

8. Pilates löst Verkrampfungen und Muskelschmerzen

Langes Stillen oder Tragen oder Schaukeln oder Wiegen oder Liegen unter Baby führt oft zu Verkrampfungen und Muskelschmerzen. Das ist nicht angenehm. Aber Mama (oder Papa) nimmt es gerne in Kauf, wenn das Kleine dann selig schläft, wohlig grunzt und zufrieden nuckelt.

Hinterher sollte Mama dann aber nicht vergessen, auch mal an sich selbst zu denken. Denn entspannte Mütter haben oft entspanntere Babys. Leichter gesagt als getan, ich weiß.

Aber probiert es aus. Pilates kräftigt nicht nur, es lockert auch. Und entspannt.

Pilates hilft aber nicht nur bei Verspannungen in den offensichtlichen Muskeln – Rücken, Bauch, Arme, Beine, Po. Es hilft nachweislich auch bei der Verdauung.

9. Pilates wirkt unterstützend bei den hormonellen Veränderungen.

Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass sich Pilates positiv auf das endokrine System, also das Hormonsystem im Körper, auswirkt. Ganz besonders wirksam ist das natürlich in Zeiten, in denen dieses System so ein bisschen aus den Fugen geraten ist.

Bei Frauen ist das vor allem in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren der Fall.

10. Pilates wirkt entspannend und stressabbauend

Pilates wirkt nicht nur auf den Körper sondern auch auf Geist und Seele. Ähnlich wie Yoga hat es meditative Elemente, die in der stressigen Zeit mit Säugling wohltuend, beruhigend und entspannend sind.

Außerdem wirken Atemübungen und die körperliche Anstrengung stressabbauend.

Wo gibt es Pilates?

Pilates kann man in so ziemlich jeder Lebenslage machen. Denn das Angebot ist inzwischen genauso riesig wie die Vielfalt.

Online oder Offline, in Gruppen oder Einzeltrainings oder ganz alleine, speziell für den Rücken, für die Kondition, die Kraftausdauer. Und natürlich speziell für frischgebackene Mütter, um die Rückbildung zu unterstützen.

Wir haben euch im Folgenden zusammengestellt was ihr für Möglichkeiten habt, und wie ihr diese wahrnehmen könnt.

Rückbildung in Gruppenkursen

Gruppenkurse finden über einen bestimmten Zeitraum an einem bestimmten Ort mit einer Gruppe von meist 8-12 Teilnehmern statt (je nach Angebot können das natürlich auch mehr oder weniger sein).

Ihr findet diese Kurse:

  • in speziellen Pilatesstudios
  • in Fitnessstudios
  • bei eurer lokalen Volkshochschule
  • in Sportvereinen
  • über die Hebamme
  • über euren Arzt
  • über eure Krankenkasse
  • über private Sportgruppen
  • über lokale Anzeigenblätter/Zeitungen

Achtet gerade in den ersten Monaten nach der Geburt darauf, dass es sich um einen Kurs handelt, der speziell zur Rückbildung gedacht ist.

Gibt es bei euch in der Nähe keinen geeigneten Kurs, dann sucht euch zumindest eine Kursleiterin, die sich mit Rückbildung auskennt, ausreichend qualifiziert ist und Rücksicht auf eure besonderen Anforderungen nehmen kann.

Erkundigt euch bei eurer Krankenkasse ob und welche Kurse finanziell unterstützt werden.

Rückbildungsgymnastik

Rückbildung in Einzeltrainings

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit bei speziell ausgebildeten Pilates-Trainern Einzelstunden zu nehmen. Damit seid ihr nicht an feste Kurszeiten gebunden, sondern könnt die einzelnen Termine individuell vereinbaren.

Ihr findet diese Trainer über:

  • Pilatesstudios
  • Fitnessstudios
  • Lokale Anzeigenblätter/Zeitung
  • Google

Online-/ Digitale Kurse

Richtig praktisch für Eltern von kleinen Kindern. Ihr seid weder an Kurszeiten noch an feste Termine gebunden sondern könnt die Rückbildung dann machen, wenn es euch passt. Z.B wenn das Baby schläft.

Nachteil: Es gehört ein bisschen mehr Disziplin dazu und ihr habt niemanden, der euch während der Übungen korrigiert.

Vorteil: Das Angebot ist inzwischen überwältigend groß und für wirklich jeden ist etwas dabei:

 

Pilates zum Kaufen als DVD-Kurs

Natürlich gibt es noch den guten alten DVD-Kurs.

Diesen Kurs könnt ihr immer dann starten, wenn ihr wollt und ihr habt noch die Sicherheit, dass es professionell produziert wurde von Leuten, die etwas davon verstehen.

Der Nachteil ist, dass es ein statischer Kurs ist. Es werden keine neuen Inhalte dazu kommen. Ihr habt immer genau das zur Verfügung, was ihr gekauft habt. Unter Umständen – abhängig vom Umfang des Kurses – wird das irgendwann langweilig.

Wir können euch besonders die Mami Fitness Box empfehlen. Da könnt ihr auch gleich noch Pilates mit Baby machen. Zu zweit macht es doppelt soviel Spaß! (und man weiß, wofür man es macht :))

Unser spezieller Tipp: Online-Pilatesstudio

Genauso wie ihr in einem Fitnessstudio Pilateskurse besuchen könnt, könnt ihr diese auch direkt online über euren Computer, Smartphone oder Tablet in euer Wohnzimmer holen.

Es gibt eine ganze Reihe von online Studios. Wir selbst haben Pilates and Friends getestet und für richtig gut befunden.

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Warum wir gerade dieses Pilates Online-Portal empfehlen:

  • Alle Videos sind deutschsprachig mit verständlichen Anleitungen.
  • Es gibt eine Vielzahl von Übungsvideos (zur Zeit etwa 500 Videos) in allen Schwierigkeitsgraden, darunter auch spezielle Videos zur Rückbildung.
  • Die Videos sind in verschiedenen Längen. von 10 Minuten bis über eine Stunde ist alles dabei.
  • Ihr könnt die Videos natürlich immer und überall anschauen und nachmachen.
  • Es kommen ständig neue Videos dazu.
  • Die Videos sind von ganz unterschiedlichen Trainern – es ist für jeden etwas dabei.
  • Ihr könnt die Laufzeit frei wählen.
  • An den Videos werdet ihr noch lange über die Rückbildungsphase hinaus etwas haben. Ihr könnt den Schwierigkeitsgrad und Anspruch stetig steigern (oder auch nicht). Es wird nie langweilig werden.
  • Es gibt bislang leider keine App, aber die Seite und natürlich auch die Videos sind Smartphone-friendly. Ihr könnt sie genauso gut auf dem Handy anschauen und abspielen.

Ihr könnt das Studio 14 Tage lang für 1€ unverbindlich testen. Link zur Seite.

Rückbildung

Alternativ: Pilates zur Rückbildung kostenlos bei Youtube

Wenn ihr erstmal ins Thema reinschnuppern wollt, dann gebt doch einfach mal bei Youtube die Begriffe ‚Pilates‘ und ‚Rückbildung‘ ein. Auch da bekommt ihr eine Auswahl an verschiedenen Videos.

Die Videos sind vielseitig und teilweise sehr gut erklärt.

Achtet darauf, dass es Videos von echten, ausgebildeten Pilates-Trainern sind und keine Privatvideos von Anfängern.

Ist auch eine schöne Möglichkeit, einfach mal zu schnuppern, ob Pilates für euch überhaupt das Richtige ist. Vor allem dann, wenn ihr bisher noch keine Erfahrung damit habt.

Smartphone Apps

Merkwürdigerweise gibt es im Bereich Pilates keine App, die wir so wirklich mit gutem Gewissen und ohne Vorbehalte empfehlen können.

Entweder sie sind sehr eingeschränkt im Umfang, schlecht in Aufbereitung und Grafik, sehr sparsam mit Erklärungen und Coaching, oder sie sind gar nicht erst in deutscher Sprache erhältlich.

Und wenn man dann noch etwas Spezielles zum Thema Rückbildung sucht wird es dünn.

Der Vollständigkeit halber erwähnen wir:

  • Pilates (Android)
  • Pilates – home fitness (Android)
  • 5 Minuten Pilates Training (IOS)
  • Fitnet (IOS)
  • Sworkit (Android & IOS)

Es gibt noch eine Menge anderer. Schaut sie euch am besten selbst an und entscheidet dann, ob es etwas für euch ist.

Wie gesagt. So richtig begeistert sind wir von keiner dieser Apps… Vielleicht kommt in naher Zukunft etwas das besser funktioniert.

Die wichtigsten Fragen zu Pilates als Rückbildung

Ab wann nach der Geburt kann man mit Pilates beginnen?

Generell wird empfohlen mit ersten, sanften Übungen ca. 6-8 Wochen nach der Geburt zu beginnen. Achtet dabei ganz stark auf euer eigenes Körpergefühl. Bei der einen geht es schneller, bei der anderen dauert es ein bisschen länger.

Wartet bitte in jedem Fall auf das OK von eurem Arzt oder eurer Hebamme.

Wann kann man mit Pilates nach einem Kaiserschnitt beginnen?

Grundsätzlich sind die Empfehlungen ähnlich wie bei einer ’normalen‘ Geburt. Allerdings hängt hier viel mehr vom individuellen Heilungsprozess ab. Also hört auf euch selbst und auf euren Arzt.

Wie oft sollte Pilates als Rückbildung gemacht werden

Fangt langsam an und steigert euch. Zu Beginn reichen ca. 20 Min, 3 Mal die Woche. Das könnt ihr so lange steigern, wie es euch angenehm ist.

Grundsätzlich ist es förderlich etwa jeden zweiten Tag etwas zu tun – auch wenn es nur für kurze Zeit ist. In jedem Fall ist das besser für euch und eure Rückbildung, als nur einmal die Woche gleich eine ganze Stunde Sport zu machen.

Regelmäßigkeit zahlt sich aus.

Ich möchte schon gerne einen klassischen Rückbildungskurs machen. Kann ich trotzdem auch mit Pilates anfangen?

Natürlich! Ihr könnt euren Rückbildungskurs natürlich zu Hause mit Pilatesübungen unterstützen. Achtet nur darauf, dass ihr euch gerade in der ersten Zeit nicht überfordert. Mehr ist nicht immer besser.

Genauso gut könnt ihr Pilates im Anschluss an die Rückbildungsgymnastik beginnen. Dann habt ihr das Beste aus beiden Welten!

Verschwindet der Babybauch mit Pilates?

Pilates kann viel – aber nicht alles. Pilates hilft euch, eure Muskeln wieder aufzubauen, die Haltung zu korrigieren, und natürlich hilft es bei der Rückbildung des Babybauchs. Aber wenn nach der Geburt noch ein wenig mehr Gewicht als vorher übrig ist, dann kann Pilates das nicht wegzaubern.

In Verbindung mit der richtigen Ernährung und ein wenig Disziplin werdet ihr aber schnell Erfolge sehen.

Hilft Pilates bei einer Rektusdiastase (Diastasis Rekti)?

Eine Rektusdiastase entsteht wenn die Muskelstränge der geraden Bauchmuskulatur durch die Schwangerschaft auseinandergedrückt wurden. Das Ergebnis ist ein Spalt von mindestens 2 cm Breite, etwa in der Höhe eures Bauchnabels.

Wenn ihr flach auf dem Rücken liegt könnt ihr diesen ertasten.

Mit gezieltem Training kann dieser Spalt in den meisten Fällen wieder geschlossen werden. Pilates ist dafür ideal.

Aber. Mit den falschen Übungen kann sich das Problem verschlimmern. Wenn du also unter einer Rektusdiastase leidest, dann wende dich an eine Pilatestrainerin, die in diesem Bereich ausgebildet ist und etwas davon versteht.

Die Geburt meines Babys ist schon eine Weile her. Macht es überhaupt noch Sinn, mit Pilates anzufangen?

Ja natürlich! Bewegung und vor allem die Stärkung und das Training eurer Muskulatur ist in jeder Lebenslage gut und gesund. Es ist nie zu spät, damit anzufangen. Probiert es aus und tut euch etwas Gutes! Die Muskeln werdet ihr noch ein Leben lang brauchen können.

Wann sieht man die ersten Erfolge mit Pilates?

Kommt darauf an…

Spüren wirst du die ersten Veränderungen sehr schnell, denn dein Körpergefühl wird sich schon nach den ersten Übungseinheiten verändern. Zuerst kurzfristig und dann, mit den wiederholten Übungen, auch langfristig.

Sehen wirst du selbst die ersten Veränderung wahrscheinlich schon nach wenigen Wochen, wenn deine Haltung sich verändert, dein Körper wieder langsam in die alte Gestalt zurückkehrt und du insgesamt fitter wirst.

Regelmäßiges Training wird sich hier am meisten auszahlen.

Für wen ist Pilates zur Rückbildung nicht geeignet?

Grundsätzlich ist Pilates eigentlich für jeden geeignet, denn die Übungen sind sanft, langsam und können in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden ausgeführt werden.

Dabei könnt ihr jederzeit Übungen anpassen, so dass sie euch, eurer Fitness und euren Einschränkungen – wenn es welche gibt – passen.

Solltet ihr Zweifel haben, dann sprecht darüber am besten mit eurem Arzt, eurer Hebamme und natürlich mit einer ausgebildeten Pilates-Trainerin.

Welche Übungen sollten zur Rückbildung vermieden werden?

In der allerersten Zeit der Rückbildung solltet ihr vor allem die Übungen vermeiden, die direkt auf die gerade Bauchmuskulatur einwirken. Diese braucht ein bisschen mehr Zeit und Untersützung, um sich wieder zurückzubilden.

Dazu gehören Übungen wie z.B. die klassischen Sit-ups.

Kann man Pilates auch mit Baby machen?

Natürlich.

Wenn ihr Pilates zu Hause übt, dann kann euer Baby immer dabei sein, zuschauen, mitmachen, mit-lachen.

Wenn ihr einen Kurs besuchen wollt, dann schaut euch speziell nach Kursen um, bei denen Babys willkommen sind. Diese sind extra gekennzeichnet und inzwischen gibt es schon eine ganze Menge davon.

Wo kann man Pilates machen?

In einem Gruppenkurs, in Einzeltraining oder bequem von zu Hause. Möglichkeiten gibt es viele. Wir finden das online Pilates-Studio Pilates and Friends ziemlich gut, da ihr damit wirklich über all dort trainieren könnt, wo ihr Internetzugang habt.

 

Haben wir noch nicht alle eure Fragen beantwortet? Dann lasst es uns via Kommentar wissen.

Und jetzt viel Spaß beim Trainieren und bei der Rückbildung. Denkt daran, dass Regelmäßigkeit zählt. Zeigt eurem inneren Schweinehund wer das Sagen hat! 🙂

 

 

Photo credit: Robert Bejil Productions, Gabriel GM, distelfliege via VisualHunt / CC BY

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