Erfahrungsbericht von Gianna – die dritte Schwangerschaft in vier Jahren

Gianna ist 31 Jahre alt und Mama von drei Kindern. Oskar ist fünf, Ella ist drei und Ida ist jetzt 13 Monate alt. Noch zwei Monate ist Gianna in Elternzeit, danach beginnt für sie und die Kleinste der Ernst des Lebens. Ida wird in denselben Kindergarten gehen wie ihre Geschwister, direkt im Dorf, gleich um die Ecke.

Gianna arbeitet als Erzieherin in einer Kindertagesstätte im Nachbardorf. Auf die neue Herausforderung – dreifach Mama und berufstätig – freut sie sich schon.

Wie bist du schwanger geworden?

Heute erzähle ich euch von meiner Schwangerschaft mit Ida Aurelia, meinem dritten Kind.

Schwanger geworden bin ich, wie auch schon bei den anderen beiden, gleich beim ersten Versuch. Mein Mann und ich haben vor unserm Sommerurlaub noch Witze gemacht, dass es ja nicht dreimal so schnell und problemlos klappen könnte, und trotzdem hatte ich da dieses besondere Gefühl und habe einen Schwangerschaftstest mit genommen. Am letzten Urlaubstag habe ich den Test gemacht und da kam er, der zweite Strich, ganz hell und unscheinbar. Aber er war da. Da waren wir erst mal platt.

Wie lange ist deine Entbindung jetzt her und wie geht es dir und deinem Kind?

Ida ist jetzt 13 Monate alt und eine große Bereicherung für unsere Familie. Ganz oft fällt der Satz: du hast uns hier noch gefehlt. Sie ist witzig und Lebensfroh und soooo „pflegeleicht“!

Mir geht es körperlich auch wieder gut. Nach der dritte Schwangerschaft in vier Jahren hat mein Körper schon sehr gelitten, ich habe oft Rückenschmerzen und bin sehr, sehr müde. Auch gehen die Kilos nicht mehr ganz so schnell weg, wie nach der ersten Geburt.

Es hat nach Ida etwas länger gedauert, bis ich wieder aktiver geworden bin. Allein schon, weil selten Zeit für mich da ist, bei drei Kindern. Aber seit ein paar Wochen mache ich wieder mehr Sport, in Form von ausgedehnten Spaziergängen mit Ida und achte mehr auf meine Ernährung. Sobald Ida in der Kita ist, gehe ich wieder regelmäßig zweimal die Woche schwimmen.

War das deine erste Schwangerschaft? Und verlief die Schwangerschaft so, wie du es dir vorgestellt hast?

Ida ist mein drittes Kind in vier Jahren.

Die Schwangerschaft war meist leider eher nebensächlich. Ich hatte nicht so viel Zeit, mich auf das Ungeborene in meinem Bauch zu konzentrieren, denn da waren ja noch Oskar und Ella, die bespaßt und versorgt werden wollten, egal ob ich nun müde war oder Rückenschmerzen hatte. Relativ früh hatte ich schon Übungs- und Senkwehen. Aber es war niemals bedenklich.

Mein großes Glück war es, dass ich direkt zu Anfang der Schwangerschaft ein Beschäftigungsverbot bekommen habe. So hatte ich morgens, während die großen in der Kita waren, Zeit für mich.

Erfahrungsbericht GiannaWas hat sich für dich in der Schwangerschaft geändert?

Nicht sonderlich viel, muss ich sagen. Außer, dass ich morgens nicht mehr arbeiten war und alles etwas entschleunigen konnte. Am Nachmittag wurde dasselbe Programm wie immer veranstaltet, ob schwanger oder nicht. Wenn man schon Kinder hat, muss man da funktionieren so weit man körperlich fit ist.

Hattest du irgendwelche typischen oder untypischen Schwangerschaftsbeschwerden

Mir war ganz zu Anfang der Schwangerschaft schon mal ein wenig übel. Das bekam ich aber immer mit ein paar Nüssen oder einem Müsliriegel in den Griff. Zum Ende der Schwangerschaft plagte mich oft Sodbrennen.

Aber sonst verlief diese, wie auch die beiden anderen Schwangerschaften ganz problemlos.

Hast du etwas Bestimmtes für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden getan? z.B. Ernährung, Pflege, Medikamente…

Ich habe den Bauch sehr viel gecremt. Dadurch, dass die letzte Schwangerschaft noch nicht all zu lange her war, war der Bauch sehr weich und man sah schon in der 14. Woche sehr gut, dass ich schwanger war.

Ich habe von Anfang an Eisen in Form von Saft genommen und zum Ende der Schwangerschaft Magnesiumtabletten. Ansonsten habe ich nicht viel anders gemacht.

Hast du in der Schwangerschaft auf irgendetwas verzichtet? z.B. Ernährung, Aktivitäten…

Ich habe versucht ein- bis zweimal die Woche schwimmen zu gehen, um fit zu bleiben und habe auf rohes Fleisch und Rohmilchprodukte verzichtet. Sonst habe ich ganz normal weiter gemacht wie immer 🙂 Bewegung bekommt man mit zwei Kleinkindern ja eh genug.

Hast du Kontakt zu anderen Schwangeren oder Müttern gesucht?

Ohja, und zwar war das ein ganz besonderer Kontakt. Denn Idas Schwangerschaft war nicht nur von mir und meinem Mann geplant, sondern auch von mir und meinen Freundinnen, die ich schon lange kenne.

Wir haben alle drei Kinder im selben Alter und verbringen häufig Zeit miteinander. Wir haben uns damals ausgemalt, wie schön es doch wäre, auch beim dritten Kind gleichzeitig schwanger zu sein und es hat wirklich geklappt. Idas Freunde Paul und Julian sind nurvier Wochen älter als sie. Das war in der Schwangerschaft toll für uns Mütter, da wir uns austauschen und uns gegenseitig unser Leid klagen konnten, wenn unsere Männer uns mal wieder nicht verstanden haben.

Wie hast du dich auf die Geburt vorbereitet?

Eigentlich gar nicht.

Mein erstes Kind wurde nach acht Stunden Wehen wegen Geburtsstillstand durch einen Notkaiserschnitt zur Welt gebracht. Die Geburt meines zweiten Kindes dauerte von der ersten Wehe bis zum ersten Schrei dreieinhalb Stunden und war wunderschön. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, dass trotz aller Vorbereitung und Hoffnung und Plänen es doch immer anders kommt als man denkt. So hatte ich keine Erwartungen an meine dritte Geburt.

Welche Hilfsmittel haben dir während der Schwangerschaft und während der Geburtsvorbereitung geholfen? z.B. Kurse, Bücher, Apps…

Ich habe einen Schwangerschafts Gymnastik Kurs besucht, aber eher aus dem Grund, mal zu Hause raus zu kommen.

Bücher habe ich keine gelesen.

Als App habe ich „Mommy to be“ verwendet. In erster Linie um zu wissen, in welcher Woche ich grade so bin und wie weit das Baby entwickelt ist.

Hattest du einen Geburtsvorbereitungsplan und wie sah dieser aus?

Wegen den zwei vorausgegangen Geburten (Notkaiserschnitt und Sturzgeburt) habe ich mit dem Stationsarzt ein Geburtsplanungsgespräch geführt. Da wurde vereinbart, dass nach einer Stunde Stillstand ein Kaiserschnitt gemacht wird. Denn sowohl Ida als auch Oskar und Ella waren alle Sternengucker und lagen somit nie in optimaler Geburtsposition.

Eine Erfahrung wie bei Oskars Geburt wollte der Arzt mir ein zweites Mal ersparen.

Ist die Geburt nach Plan verlaufen? Hast du Lust, uns von der Geburt zu erzählen?

Da ich keinen konkreten Plan hatte, kann man nicht sagen, dass sie nach Plan verlaufen ist. Aber ich hatte Hoffnung, dass es so schnell geht wie bei Ella.

Aber auch beim dritten Kind ist man kein Profi und jede Geburt ist anders. So waren wir zweimal mit Fehlalarm im Krankenhaus und wurden nach Hause geschickt.

Beim dritten Mal hatte ich dann schon über zwei Tage lang alle zehn Minuten Wehen. Ich war so sogar noch beim Kinderturnen nachmittags und habe dort schon ordentlich die Wehen veratmen müssen.

Als ich es nicht mehr zu Hause aushielt, sind wir gegen 23:30 Uhr ins Krankenhaus gefahren. Ich war mir sehr sicher, dass es nun schnell gehen würde. Aber ich hatte sehr viel Fruchtwasser und Ida konnte dadurch nicht richtig ins Becken rutschen. Ich habe trotzdem alle Schmerzmittel abgelehnt und bin sehr viel rumgelaufen, soweit das noch ging. Zwischenzeitlich hatten wir einen einstündigen Stromausfall und zwei Geburten, die dazwischen kamen. Sonst hätte der Arzt meine Fruchtblase viel früher geöffnet.

So kam es erst um 9:00 Uhr morgens am nächsten Tag dazu. Um 9:34 Uhr war Ida Aurelia dann endlich da. Nach 36 Stunden Wehen.

Wie schnell hast du dich von der Geburt erholt und wie ging es dir in den ersten Tagen und Wochen?

Ich habe mich körperlich sehr schnell erholt und war schon am Nachmittag geduscht und fit. Denn Oskar und Ella sollten zu Besuch kommen und ihre kleine Schwester kennen lernen.

Ich war zwar sehr sehr müde aber auch so glücklich, dass sie nun endlich da war. Ich bin trotzdem drei Tage im Krankenhaus geblieben, damit sich alle erst mal an die neue Situation gewöhnen können und ich ein wenig ungeteilte Zeit mit dem Baby verbringen konnte. Auch das Stillen wollte ich erst in den Griff bekommen, ohne dass zwei Kleinkinder neben mir rumturnen.

Ida war und ist immer noch ein sehr ausgeglichenes Baby und hat sich sofort perfekt in unsere Familie eingefügt. Nachdem mein Mann uns aus dem Krankenhaus abgeholt hat, sind wir zu meinen Eltern gefahren und haben einen Karnevalszug geguckt. So fing unser Familienleben zu fünft schon mit Pauken und Trompeten an. Und auch zu Hause war es von Anfang an entspannt. Schnell konnte ich stillend allerlei Sachen erledigen und war wieder voll dabei.

Eine Erleichterung war natürlich, dass die beiden großen vormittags in der Kita sind. So hatte ich Zeit für Ida und mich. Die ersten Wochen haben wir viel auf der Couch verbracht. Doch ich bin ein Mensch, der immer etwas zu tun haben muss. So sind wir schnell in einer Krabbelgruppe gelandet und haben Ausflüge mit Idas Freunden Paul und Julian gemacht.

Was hättest du anders gemacht, wenn du jetzt nochmal anfangen könntest?

Ich wäre standhafter beim Thema stillen gewesen. Schon im Krankenhaus riet man mir zum Zufüttern, und die kleine Dame nahm so viel ab, dass ich das dann auch gemacht habe. So war das Stillen immer ein Problemthema von Anfang an. Nach 12 Wochen mit Zufüttern und Abpumpen habe ich dann ganz abgestillt. Das bereue ich manchmal noch. Ansonsten bin ich rund um zufrieden.

Was möchtest du anderen Schwangeren mit auf den Weg geben? Was hättest du dir als Info gewünscht?

Macht euch nicht verrückt und lest nicht zu viel. Eine Geburt ist das Natürlichste der Welt und raus kommen die Kinder immer. Es ist nicht planbar und je weniger man sich auf einen Plan fixiert, um so entspannter und schöner ist die Geburt.

Wenn ihr wissen wollt, wie es Gianna und ihrer Familie jetzt geht und wie ihr Alltag aussieht, dann schaut auf ihrem Blog vorbei:

https://milchundkekseblog.wordpress.com/

Oder folgt ihr auf Instagram: instagram.com/milchundkekse

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