Erfahrungsbericht von Lisa – Lange Geburt mit glücklichem Ende

Heute schreibt Lisa für uns. Sie ist 27 und seit 10 Monaten glückliche Mama von Luise. Zurzeit ist sie in Elternzeit. Vorher war sie als Erzieherin in einer U3-Gruppe tätig.

Erzähl uns ein bisschen was darüber, wie du schwanger geworden bist.

Ich bin auf natürlichem Weg im vierten Übungszyklus schwanger geworden.

Wie lange ist deine Entbindung jetzt her und wie geht es dir und deinem Kind?

Die Entbindung ist jetzt 10 Monate her und uns geht es gut. Mittlerweile sind wir ein gutes Team und haben einen ritualisierten Tagesablauf.

War das deine erste Schwangerschaft? Und verlief die Schwangerschaft so, wie du es dir vorgestellt hast?

Ja, es war meine erste Schwangerschaft. Wirkliche Vorstellungen hatte ich eigentlich nicht. Ich hab einfach alles auf mich zukommen lassen.

Erfahrungsbericht lisa

Was hat sich für dich in der Schwangerschaft geändert?

Die größte Veränderung für mich war mein sofortiges Berufsverbot. Nachdem ich von der Schwangerschaft erfahren habe, durfte ich vom einen auf den anderen Tag nicht mehr arbeiten.

Hattest du irgendwelche typischen oder untypischen Schwangerschaftsbeschwerden?

Glücklicherweise hatte ich keine Schwangerschaftsübelkeit.

Im späteren Verlauf der Schwangerschaft hatte ich mit Sodbrennen zu kämpfen. Als Tipp kann ich euch dann den Rat von meiner Hebamme auf den Weg geben: Bei Beschwerden auf geschälten Mandeln kauen. Die waren in einer kleinen Dose mein ständiger Begleiter.

Hast du etwas Bestimmtes für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden getan? z.B. Ernährung, Pflege, Medikamente…

Natürlich habe ich in der gesamten Schwangerschaft auf eine gesunde Ernährung geachtet und zur Unterstützung noch Femibion (Link zu Amazon) genommen.

Gegen Dehnungsstreifen habe ich mich jeden Morgen und Abend mit dem Öl von Weleda (Link zu Amazon) eingecremt.

Hast du in der Schwangerschaft auf irgendetwas verzichtet? z.B. Ernährung, Aktivitäten…

Ernährungstechnisch auf jeden Fall auf Alkohol, rohes Fleisch und nicht-pasteurisierten Käse.

Außerdem habe ich versucht auf koffeinhaltige Getränke zu verzichten. Aber einen Kaffee gab es morgens noch zum Frühstück.

Hast du Kontakt zu anderen Schwangeren oder Müttern gesucht?

Ich bin zur Schwangerschaftsgymnastik gegangen und habe dort andere Schwangere kennengelernt.

Mit einer Mama treffen wir uns auch immer noch und es ist eine Freundschaft entstanden. Unsere Kleinen sind nur einen Monat auseinander. So einen Austausch mit anderen Mamas finde ich wichtig und man staunt immer wieder wie viele Gemeinsamkeiten man hat.
Dann hatte ich das große Glück zeitgleich mit meiner Schwester schwanger zu sein.

Wie hast du dich auf die Geburt vorbereitet?

Wir haben einen Geburtsvorbereitungskurs im Krankenhaus gemacht.

Welche Hilfsmittel haben dir während der Schwangerschaft und während der Geburtsvorbereitung geholfen? z.B. Kurse, Bücher, Apps…

Meine Buchtipps:

  • Babyjahre von Remo H. Largo (Link zu Amazon)
    Der etwas andere Erziehungsratgeber. Er geht nicht von einer idealen Entwicklung und festen Erziehungsprinzipen aus, sondern von der Individualität jedes Kindes.
  • Oje, ich wachse von Dr. Hetty Van der Rijtvund Dr. Franz X. Plooij (Link zu Amazon)
    Hier wird von den 8 Sprüngen berichtet bei denen die Welt deines Kindes auf dem Kopf steht.

Hattest du einen Geburtsplan und wie sah dieser aus?

Nein

Ist die Geburt nach Plan verlaufen? Hast du Lust, uns von der Geburt zu erzählen?

Unsere kleine Luise hat sich ganz schön Zeit gelassen und so habe ich mich nach sieben Tage mit gepackter Tasche auf den Weg ins Krankenhaus gemacht.

Nach einem Ultraschall und dem Gespräch mit einer Ärztin habe ich von den Hebammen einen Wehencocktail bekommen und musste danach alle paar Stunden zum CTG. Nach ein paar Stunden musste ich ein paar Mal auf Toilette. Sonst blieben die nächsten Stunden auch die erste Nacht im Krankenhaus ganz ruhig.

Erfahrungsbericht LisaObwohl – ruhig war die Nacht nicht. Ich war mit einer frischgebackenen Mutter und ihrem Baby auf dem Zimmer. Da kam ich nicht wirklich zum Schlafen. Am nächsten Vormittag wurden die Beiden entlassen und ich habe mich schon darauf gefreut noch etwas Schlafen zu können. Aber dazu sollte es nicht mehr kommen.

Ich bekam morgens meine erste Tablette zu Einleitung und wurde wieder am CTG überwacht.

Die nächste Tablette gab es um 12:00 Uhr. Da war dann auch der Papa mit dabei. Aber auch da waren auf dem CTG noch keine Wehen in Sicht.

Auf Nachfrage bei den Hebammen, die meinten es könnte noch dauern bis ich Wegen bekomme, fuhr mein Mann noch einmal zum Mittagessen nach Haus. Ich ging zur in mein Zimmer und wollte jetzt den Schlaf nachholen. Als ich mich jedoch gerade hinlegen wollte, spürte ich die ersten Wehen. Die von nun an alle 10 Minuten wellenartig auftauchten. Ich rief also meinen Mann an, dass er doch bald wiederkommen sollte.

In dem Moment tauchte meine Schwester auf und ich war froh nicht alleine zu sein. Nach einer halben Stunde kam dann aber auch mein Mann. Meine Wehenabstände wurden ganz schnell immer kürzer und schon bald kamen sie alle 5 Minuten.

Ich hielt mich an den Armen meines Mannes fest und versuchte mich auf das Atmen zu konzentrieren.

Um 15.00 sollte ich wieder zum CTG kommen. Auf dem Weg zum Kreißsaal mussten wir wegen den Wehen noch ein paar Mal anhalten.

Eigentlich sollte ich jetzt noch eine weitere Tablette bekommen, aber da der Muttermund bereits 4 cm geöffnet war, war es nicht mehr nötig.

Nun war Kreißsaal 1 plötzlich für uns reserviert. Ich bekam Paracetamol und versuchte meine Wehen zu verarbeiten. Im Stehen, Sitzen und Liegen. Auf dem Ball, im Bett und immer zum Festhalten an meiner Seite mein Mann.

So gegen 18 Uhr fragte die Hebamme mich, ob ich gerne in die Badewanne wollen würde. Eigentlich hatte ich es gar nicht für mich eingeplant. Aber das entspannte Lavendelbad hat mir wirklich gutgetan. Die nächsten Stunden verbrachte ich in der Wanne. Mein Mann holte noch das Abendessen und ein paar Süßigkeiten aus dem Zimmer und so saß ich mit Käsebrot und Schokoriegel in der Badewanne. Alles egal. Hauptsache die Schmerzen sind erträglich.

Aber nach einiger Zeit nahmen die Schmerzen wieder zu und ich sollte über den Zugang Schmerzmittel bekommen. Da mein Zugang aber nicht funktionierte, sollte kurzerhand an der anderen Hand ein neuer gelegt werden. Auch hier wollte es nicht funktionieren und so musste ich die Wanne verlassen um Lachgas auszuprobieren.

Die nächsten drei Stunden saß ich leicht benebelt mit der Lachgasflasche im Bett.
Der Muttermund war schon seid einigen Stunden bei 8cm und wollte einfach nicht weiter aufgehen.

Gegen 2:00 Uhr entschied ich mich dann nach 12 Stunden Wehen doch noch für die PDA. Bis jedoch die Anästhesistin da war, verging eine weitere Stunde.
Nachdem die PDA gelegt wurde, konnte ich endlich etwas entspannen und döste sogar etwas ein.

Vier Stunden später war der Muttermund dann endlich 10 cm geöffnet und ich durfte mit dem Pressen beginnen. Nach ein paar Presswehen und dem mit Drücken des Arztes war es dann um 7.53 Uhr endlich soweit. Die Welt stand still für uns und wir konnten Luise endlich in unseren Armen halten. Dieses Gefühl war einfach unbeschreiblich. Es stimmt wirklich: der ganze Schmerz und die Stunden davor geraten sofort in Vergessenheit.

Die Worte meines Mannes beschreiben es immer noch am Besten. Er hat vor noch nie am selben Tag eine Person so leiden und dann so unbeschreiblich glücklich gesehen.

Wie schnell hast du dich von der Geburt erholt und wie ging es dir in den ersten Tagen und Wochen?

Die ersten Tage und Wochen hatte ich noch Probleme mit der Naht vom Dammschnitt. Mir fielen schon die kürzesten Wege in der Wohnung schwer und sitzen konnte ich kaum.

Zum Sitzen kann ich euch einen Schwimmreifen oder das Stillkissen empfehlen. Außerdem haben mir Spülungen mit Calendula Essenz geholfen (Link zu Amazon). Die würde ich bei der nächsten Schwangerschaft auch definitiv direkt mit in die Kliniktasche packen.

Dann hatte ich ganz schön mit meinen Hormonen zu kämpfen. Manchmal hab ich die Kleine im Arm gehalten und einfach nur geweint. Das waren aber Tränen der Freude.
Ich war froh, dass mein Mann den ersten Monat Elternzeit hatte. Er war die größte Unterstützung, die ich kriegen konnte.

Was hättest du anders gemacht, wenn du jetzt nochmal anfangen könntest?

Ehrlich gesagt würde ich nicht wirklich etwas anders machen. Es ist alles so passiert, wie es kommen sollte.

Was möchtest du anderen Schwangeren mit auf den Weg geben? Was hättest du dir als Info gewünscht?

Ich möchte euch mit auf den Weg geben, versucht alles entspannt angehen zu lassen.

Macht euch nicht zu viele Gedanken und hört euch nicht zu viele Horrorgeschichten von Anderen an. Verlasst euch einfach auf euer Gefühl. Es wird nie alles perfekt sein, aber das muss es auch nicht. Denn ihr werdet bald das größte Glück in den Armen halten können. Das Beste was ihr euren Kind mitgeben könnt sind Liebe und Geborgenheit.

 

Ihr findet Lisa und ihre wirklich zauberhafte Familie auf Instagram:

https://www.instagram.com/mai_mama_2017

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