Erfahrungsbericht von Judit: Lange Einleitung und holpriger Start beim Stillen

Judit übernimmt heute das Berichteschreiben. Sie ist 29, alleinerziehend und ganz nebenher noch Studentin – und sie ist glückliche Mama eines westfälisch-afrikanischen Wuschelkopfes.

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Erzähl uns ein bisschen was darüber, wie du schwanger geworden bist.

Kinder wollte ich schon immer haben. Doch als ich den Schwangerschaftstest machte, war das wohl der unpassendste Zeitpunkt, zu dem der Test positiv hätte ausfallen dürfen.

Ich war mit meinem damaligen Freund noch nicht lange zusammen und stand kurz vor Abschluss meines Studiums, durch das ich mich seit Jahren quälte. Nun waren da aber zwei Striche: Test positiv. In dem Moment war es für mich ein absoluter Schock, hatte ich doch überhaupt nicht damit gerechnet.

Die ersten Tage nach dem Test war ich wie betäubt. Das konnte doch nicht wahr sein!

Meine Gynäkologin hatte mir in Aussicht gestellt, nur mit vielen Problemen schwanger werden zu können. Und jetzt war da dieses Baby. Schnell war für mich jedoch auch die Entscheidung getroffen, das Kind behalten zu wollen, egal wie es kommen würde.

Wie lange ist deine Entbindung jetzt her und wie geht es dir und deinem Kind?

Die Entbindung ist jetzt in ein paar Tagen ein Jahr her und meiner Tochter geht es wunderbar. Sie ist so ein fröhliches und ausgeglichenes Kind.

War das deine erste Schwangerschaft? Und verlief die Schwangerschaft so, wie du es dir vorgestellt hast?

Erfahrungsbericht JuditEine erste Schwangerschaft ist gewiss immer aufregend. Und wenn es einen so ganz ungeplant trifft, noch ein wenig aufregender als sonst schon. Ich hatte immer das Idealbild eines verheirateten Paares, das sich sehnlichst ein Kind wünscht, vor Augen, wenn ich vor der Schwangerschaft an meine Familienplanung dachte.

Meine Schwangerschaft verlief im Vergleich zu diesem Idealbild genau gegenteilig ab: Ich trennte mich vom Vater meines ungeborenen Kindes noch am Anfang der Schwangerschaft, steckte alle Kraft in mein Studium und lebte weiter in meinem 1-Zimmer-Appartement.

Was hat sich für dich in der Schwangerschaft geändert?

In der Schwangerschaft änderte sich alles: mein komplettes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Mein Körper konnte das Pensum, das ich zuvor mit Studium, Ehrenamt und Hobbys am Tag geleistet hatte, nicht mitgehen. Ich musste lernen, Prioritäten zu setzen.

Die Befürchtung, dass sich das schwierige Verhältnis zu meinen Eltern noch weiter verschlechtern würde, bewahrheitete sich nicht. Im Gegenteil: im achten Monat zog ich wieder in mein Elternhaus und wir gründeten unsere Mehrgenerationen-WG. Bis heute bin ich sehr glücklich mit dieser Entscheidung.

Hattest du irgendwelche typischen oder untypischen Schwangerschaftsbeschwerden?

Die ersten 20 Wochen war mir furchtbar übel. Ich habe kaum etwas an Essen bei mir behalten. Ich konnte nicht mehr in den Supermarkt gehen, weil dieser plötzlich unglaublich stank, wodurch mir noch schlechter wurde.

Nachdem ich die Übelkeit überstanden hatte, machte meine Symphyse arge Probleme, sodass ich nachts vor Schmerzen kaum schlafen konnte.

Hast du etwas Bestimmtes für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden getan?

nein.

Hast du in der Schwangerschaft auf irgendetwas verzichtet?

Verzichtet habe ich in der Schwangerschaft auf die üblichen Sachen (Alkohol, Rohmilchprodukte etc.).

Hast du Kontakt zu anderen Schwangeren oder Müttern gesucht?

Da ich neben dem Studium kaum Zeit für andere Dinge hatte, blieb ich erstmal einsam schwanger. Eine liebe Freundin war nur drei Monate zuvor schwanger geworden. Mit der konnte ich mich regelmäßig austauschen. Das hat uns noch mehr zusammengeschweißt.

Wie hast du dich auf die Geburt vorbereitet?

Ich habe die Geburt auf mich zukommen lassen. Irgendwie hatte ich ein Urvertrauen in alles: in mich, in das Kind und die Zukunft. Ich hatte keine Angst vor der Geburt. Daher empfand ich einen Geburtsvorbereitungskurs mit anderen Schwangeren eher als Belastung und entschied mich dagegen.

Welche Hilfsmittel haben dir während der Schwangerschaft und während der Geburtsvorbereitung geholfen

Von den Eltern einer Nachhilfeschülerin, die ich über lange Zeit schon begleitete, hatte ich ein kleines Büchlein zur Schwangerschaft geschenkt bekommen, was, von einem Mann geschrieben, humorvoll die Entwicklung des Kindes und der Mutter Woche für Woche beschrieb.

Hattest du einen Geburtsplan und wie sah dieser aus?

Ich hatte keinen Geburtsplan. Die Chancen, dass meine Tochter per Kaiserschnitt zur Welt kommen würde, wuchsen zum Ende der Schwangerschaft immer mehr. Deshalb wurde mein Wunsch nach einer natürlichen Geburt immer von der anderen Option begleitet.

Ist die Geburt nach Plan verlaufen? Hast du Lust, uns von der Geburt zu erzählen?

Mein errechneter Termin lag genau sechs Tage vor der kirchlichen Hochzeit meiner Schwester. Je näher der Entbindungstermin rückte, desto geringer waren die Chancen, dass ich bei der Hochzeit dabei sein konnte.

Erfahrungsbericht JuditDer Entbindungstermin kam und ich hatte noch nicht einmal Anzeichen von Senkwehen. Meine Ärztin entschied, dass ich bei ET+7 zur Einleitung ins Krankenhaus geschickt würde, da meine Tochter sehr groß und schwer geschätzt wurde. Eine Woche lang ging ich jeden Tag zum CTG in der Hoffnung, am nächsten Tag schon unter heftigen Schmerzen im Kreißsaal zu liegen. Aber es sollte nicht sein.

Also ging ich am Hochzeitstag meiner Schwester ins Krankenhaus. Meine Tante begleitete mich. Sie hatte spontan entschieden, lieber mir beistehen zu wollen, als zur Hochzeit nach Österreich zu fahren.

Eingeleitet wurde ich mit Prostaglandintabletten. Noch frohen Mutes, alles bald überstanden zu haben, wurde ich nach der ersten Tablette und einem CTG zum Spazieren geschickt. Das Wetter war furchtbar warm. Meine Tante und ich verbrachten die Zeit bis zum nächsten CTG auf dem angrenzenden alten Friedhof unter wunderbar alten schattigen Bäumen. So nah war also das Sterben und Gebären zusammen.

Der erste Tag der Einleitung verging mit nur leichten Kontraktionen, die kaum messbar waren. Sie ließen mich jedoch nicht schlafen. Am nächsten Tag passierte ebenso wenig. Die Langweile, Warterei und Hitze machten mir zu schaffen. Die Ärzte entschieden, dass ich am dritten Tag eine Pause bekäme, um Kraft zu sammeln.

Inzwischen waren meine Eltern von der Hochzeit wiedergekommen. Am vierten Tag der Einleitung hatte sich meine Mutter, Tante und ich uns erst für die Mittagszeit im Krankenhaus verabredet. So ging ich früh morgens alleine zum ersten CTG und bekam die nächste Tablette. Gegen neun Uhr wurden die Abstände zwischen den Wehen immer kürzer. Ich rief meine Mutter an, dass sie schnellstmöglich ins Krankenhaus kommen sollte.

Zwei Stunden später befand ich mich schon im Kreißsaal auf einem Gymnastikball sitzend und voller Heißhunger auf Gummibärchen. Die Wehen waren so heftig, dass ich nach einer PDA fragte. Diese brachte für mich jedoch keine Linderung. Unverändert rollte eine Wehe nach der anderen heran ohne merkliche Wehenpause. Ich tönte die Wehen weg, an Sprechen war nicht mehr zu denken.

So ging das den ganzen Tag. Mein Zeitgefühl habe ich während der Geburt verloren.

Es muss gegen Abend gewesen sein, als meine Fruchtblase platzte. Der Muttermund war jedoch unverändert und auch der Gebärmutterhals nicht verkürzt. Nachdem mit einem Wehentropf noch einmal nachgelegt wurde und ich die Schmerzen kaum aushielt, stellte mich die Ärztin vor die Entscheidung: Kaiserschnitt oder weiter warten.

Ich entschied mich ohne zu zögern für den Kaiserschnitt. Das Kind sollte nur noch rauskommen. Ich war am Ende meiner Kräfte und die PDA wirkte nach meinem Empfinden nicht. So wurde ich gegen 21 Uhr in den OP-Saal geschoben und vorbereitet. Die letzten Wehen vor der Anästhesie waren die schlimmsten. Sie taten weh und ich wusste, dass sie nichts mehr bringen würden. Als die Rückenmarksbetäubung wirkte, war der ganze Schmerz vergessen.

Ich war aufgeregt und freute mich nur noch, bald meine Tochter sehen zu können. Dann ging alles ganz schnell. Ich hörte einen lauten Schrei. Die Hebamme zeigte mir kurz meine Tochter, von der ich nur das schwarze lange Haar sah, und dann wurde sie mir schon auf die Brust gelegt. Wir sahen uns direkt in die Augen. Ihre waren so wunderschön braun. Diesen Moment werde ich nie vergessen.

Nachdem ich versorgt war, wurden wir wieder in den Kreißsaal gebracht, wo meine Mutter den Nabelschnurrest durchschneiden durfte. Ich nickte immer wieder vor Erschöpfung ein. Beim Anlegen mussten mir die Hebamme und meine Mutter helfen, da ich kaum meine Tochter in den Armen halten konnte. Ich wollte nur noch schlafen.

Wie schnell hast du dich von der Geburt erholt und wie ging es dir in den ersten Tagen und Wochen?

Nach drei Tagen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Jedoch habe ich sehr lange gebraucht, um mich wirklich von der Geburt zu erholen.

Die ersten Tage waren von Müdigkeit und Erschöpfung geprägt. Das Stillen wollte nicht gut funktionieren. Meine Tochter stillte ununterbrochen und meine Kaiserschnittnarbe machte Probleme. Ich war so froh um die Hilfe meiner Familie. Wie hätte ich mich alleine nach der Geburt um mein Kind und mich kümmern können?

Das gesamte Wochenbett war keine schöne Zeit. Die Stillprobleme wurden massiv. Meine Tochter trank nicht richtig, ich bekam keinen Schlaf und war mehrere Tage wach. Die Milch wurde immer weniger, sodass meine Hebamme beschloss, dass es so nicht weitergehen könne. Sie empfahl mir, zuzufüttern. Nach dem letzten Stillen am Abend, gab ich also eine Flasche und bekam wenigsten für drei Stunden in der Nacht Schlaf. Das war die Wende in der Stillbeziehung zu meiner Tochter. Nach zwei Wochen zufüttern hatte ich genug Milch.

Sie verweigerte die Flasche und wir stillen bis heute liebend gerne.

Was hättest du anders gemacht, wenn du jetzt nochmal anfangen könntest?

Ich hätte mich nicht so früh einleiten lassen. Ich bin überzeugt, dass meine Tochter noch ihre Zeit brauchte, um auf die Welt zu kommen. Dennoch bereue ich nicht meine Entscheidung für den Kaiserschnitt.

Was möchtest du anderen Schwangeren mit auf den Weg geben? Was hättest du dir als Info gewünscht?

Habt Vertrauen in euch und euren Körper.

 

Mehr über Judit und ihren Zauberhaften Wuschelkopf könnt ihr auf Instagram nachlesen:

https://www.instagram.com/mom_of_a_curly_head/

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