Wie gefährlich sind Hochbetten? 10 Tipps zur Unfallvermeidung

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Wie sicher sind Hochbetten? Wo liegen die Risiken und Gefahren? Und vor allem: Wie kann man sie minimieren und vermeiden? Das sind die Fragen, die wir uns gestellt haben bevor wir unserer Tochter ein Hochbett ins Kinderzimmer gestellt haben. Denn sie hatte sich so sehr ein Bett gewünscht, unter dem sie spielen und bauen und kuscheln konnte.

Leider ist es schwierig, verlässliche Informationen zu finden, die nicht nur die Erfahrungen und Meinungen einzelner sind. Geschichten von der Schwester des Cousins der Schwiegermutter des Zahnarztes gibt es jede menge. Aber wie verlässlich sind die? Ich habe in diesem Artikel zusammengefasst, was ich zum Thema von offizieller Stelle herausgefunden habe und welche Schlüsse ich daraus gezogen habe.

Die gute Nachricht: Meine Tochter schläft seit fast 2 Jahren unfallfrei und ohne Probleme in ihrem Traumbett. Aber auch das ist nur eine Geschichte, die die Schwester des Cousins der Schwiegermutter des Zahnarztes im Internet gelesen hat…

Also: Wie gefährlich sind denn nun Hochbetten?

Vorab gebe ich gleich die Antwort, die ich für mich persönlich gefunden habe:

Hochbetten sind an sich nicht wirklich gefährlich – zumindest dann, wenn wir vom reinen Schlafen sprechen. Trotzdem ereignen sich immer wieder Unfälle. Warum und wann diese Unfälle passieren und wie man sie vermeiden kann, das erfahrt ihr in diesem Artikel.

Und damit legen wir los. Vorsicht Werbung: Einige im Artikel genannte Produkte haben wir mit entsprechenden Anbietern verlinkt. Dann könnt ihr sehen, wovon wir reden.

Wie viele Unfälle passieren tatsächlich und wo lauern die Gefahren?

Die Antwort auf diese Frage muss ich leider folgendermaßen beantworten: Ich habe nicht die leiseste Ahnung.

Das kommt daher, dass anscheinend niemand eine Ahnung davon hat.

Es gibt – nach meinen Recherchen – eine einzige Studie zum Thema. Diese ist aus den USA, ging über 16 Jahre und hat folgende Ergebnisse:

  • Jährlich gab es in den Jahren zwischen 1990 und 2005 etwa 36.000 Unfälle.
  • Etwa 50% der Unfälle mit Hochbetten ereignen sich bei Kindern unter 6 Jahren.
  • 30% der Kinder erlitten ernsthafte Schnitte bzw. Schrammen, 25% Quetschungen und Prellungen, 20% Brüche und etwa 10% eine Gehirnerschütterung.
  • In 16 Jahren ereigneten sich sechs Todesfälle.
  • Aus den Zahlen geht hervor, dass mehr Jungs als Mädchen bei Stürzen aus Hochbetten verletzt wurden. Das könnte darauf hinweisen, dass es vielleicht etwas mit dem Verhalten zu tun hat.

Vergleichbare Zahlen gibt es aus unseren Landen nicht. Es gibt keine Statistiken zu Unfällen insgesamt oder auch Anzahl und Art der Verletzungen.

Meinen Recherchen nach sind mir seit 2000 zwei tödliche Unfälle in Deutschland und Österreich bekannt. Ein 12-jähriges Mädchen ist 2015 seinen Schädelverletzungen nach einem Sturz erliegen und ein 2-jähriges Mädchen ist 2004 unter dem Gitter durchgerutscht und wurde stranguliert.

Es gibt aber nicht nur Schlechtes zur vermelden.

Jörg Schriever, Beauftragter für Kinderunfälle des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sagt in einem Bericht von ntv: „Früher waren es die Doppelstockbetten, an denen war meist nicht mal eine Leiter befestigt, da musste man von der Seite hochklettern, und der, der oben lag, hatte keine Brüstung. Da waren die Sturzunfälle häufig. Inzwischen ist das Sicherheitsbewusstsein generell gestiegen, und so sind auch die Bettkonstruktionen anders geworden. Grundsätzlich hat sich die Zahl der Stürze aus den Betten daher vermindert.“

In Nachrichten und Foren liest man trotzdem immer wieder von Horrorgeschichten. Doch diese in Zahlen zu fassen ist kaum möglich. Mir ist bei diesen Geschichten auch aufgefallen, dass es sich nie um die direkt Betroffenen handelt und sehr selten um nähere Bekannte und Verwandte. Wie detailgetreu die Geschichten sind ist daher nicht nachzuvollziehen.

Darum sprechen wir erstmal darüber, was die Risiken überhaupt sind:

Wo sind die möglichen Gefahrenquellen?

Das Bett wird als Spielgerät benutzt

Die häufigsten Unfälle passieren laut Kinderärzten im Herunterfallen beim Spielen. Das Verletzungsrisiko ist hier sehr groß, da der Sturz von oberster Höhe am gefährlichsten ist.

Das Ein- und Aussteigen ins Bett führt zum Unfall

Damit ist hauptsächlich Abrutschen beim Hochsteigen oder Heruntersteigen gemeint. Auch diese Situation kommt relativ häufig vor, ist aber nicht ganz so gefährlich, da oft nicht von der kompletten Höhe abgestürzt wird und der Körper in einer günstigeren Fallposition ist.

Sturz oder Abrutschen führt zu Schlimmerem

Ganz schlimm können auch die Sekundärunfälle beim Absturz von oben ausfallen. Damit ist gemeint, dass das Kind nicht direkt auf den Boden fällt, sondern auf ein Möbelstück, auf ein Geschwisterchen, sich in Seilen oder ähnlichem stranguliert oder gar direkt aus dem Fenster stürzt.

Das Kind fällt im Schlaf aus dem Bett

Weniger Risiko hingegen birgt das eigentliche Schlafen. Zumindest dann, wenn das Bett die Sicherheitstandards der Norm für Hochbetten erfüllt und es richtig aufgestellt wurde.

Kinder unter 3 Jahren

Bei Kindern unter 3 Jahren ist die Verletzungsgefahr besonders deshalb erhöht, weil der Kopf im Vergleich zum Körper noch überproportional groß ist. Das heißt, dass im Fall von einem Sturz der Kopf zuerst aufkommt. Dadurch gibt es in diesem Altersbereich besonders viele Verletzungen von Kopf und Wirbelsäule.

Dazu kommt, dass Kinder unter 3 Jahren noch nicht einen Hauch von Vernunft besitzen. Im Gegenteil. Bei meiner Tochter habe ich zwischen anderthalb und zweieinhalb oft das Gefühl gehabt, dass sie aktiv versucht, sich umzubringen.

Sie probieren alles aus, wollen überall hoch, gehen immer mit dem Kopf voraus und sind sich sicher, dass alles gut gehen wird. Es fehlt ihnen aber noch die notwendige Koordination, das Vorausdenken, die Kraft und sie verlassen sich komplett darauf, dass Mama oder Papa sie täglich 5 bis 50 Mal vor dem sicheren Tod retten.

Daher gibt es für mich eine absolute und pauschale Mindestgrenze:

Für Kinder unter drei Jahren ist es zu früh für ein Hochbett. Kinder unter 3 Jahren sind einfach noch nicht weit genug. In diesem Altern kann man ohne guten Gewissen kein Hochbett empfehlen.

Damit kommen wir auch schon die nächste Frage:

Ab welchem Alter kann ein Kind im Hochbett schlafen?

Bevor ich die Frage aus meiner Sicht beantworte, lasse ich die sprechen, die etwas davon verstehen: Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Kindersicherheit e.V.

Diese empfiehlt, erst Kinder ab einem Alter von 6 Jahren im Hochbett schlafen zu lassen.  Flyer zum Thema Sturzprävention.

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Wenn ihr auf einer relativ sicheren Seite sein wollt, dann haltet euch an diese Grenze. Wir halten sie für vernünftig.

Allerdings sehen wir im Alltag etwas ganz anderes. Es hat nämlich so ziemlich jedes Kind unter 6 Jahren inzwischen ein Hochbett.

Ob das gut oder schlecht ist wollen wir nicht beurteilen. Wir möchten aber denjenigen, die sich auf ganz eigene Verantwortung für ein Hochbett unter 6 Jahren entschließen dabei helfen, die Risiken zu minimieren.

Dabei kommen wir zurück zur Frage, ab wann das Kind im Hochbett schlafen soll.

Und diese Frage ist sehr individuell zu beantworten. Denn es kommt auf das Kind an.

Es kommt ganz stark auf die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung an. Es gibt Kinder, die kann man durchaus schon früh in einem Hochbett schlafen lassen – solange man die Empfehlungen, über die ich weiter unten schreibe, befolgt.

Es gibt auch Kinder, die überhaupt nie ins Hochbett gehören.

Falls ihr euch überlegt, eurem Kind ein Hochbett zu kaufen und speziell, wenn das Kind noch keine 6 Jahre alt ist, dann stellt euch folgende Fragen:

  • Braucht mein Kind ein Hochbett?
  • Ist mein Kind motorisch weit genug, um die Treppe auch nachts und im Halbschlaf sicher zu begeben? Wie geschickt, bzw. ungeschickt stellt es sich an?
  • Wie zuverlässig hält mein Kind Regeln und Anweisungen ein?
  • Hält unser Hochbett alle unten genannten Empfehlungen zur Sicherheit ein?
  • Ist mein Kind nachts oft wach und steht auch gerne mal auf?
  • Hat mein Kind Einschränkungen und Angewohnheiten, die gegen die Verwendung von einem Hochbett sprechen? z.B. Schlafwandeln, Epilepsie, ADHS, Alpträume, reflexartiges Aufstehen im Bett

Übrigens müssen Kinder, für die ein Hochbett nicht geeignet ist, nicht traurig sein. Denn es gibt genug tolle Spielbetten, die keine Hochbetten sind. Auch mit diesen kann man im Kinderzimmer viel Spaß haben!

Unser derzeitiger Favorit:

Die 5 wichtigsten Tipps vor dem Kauf

Erstmal muss das Bett die Norm EN 747 erfüllen. Das ist kein Tipp, sondern die Basis. Erfüllt das Bett diese Norm nicht, hat es im Kinderzimmer nichts zu suchen. Denn diese Norm ist zuständig für die „Anforderungen an die Sicherheit, Festigkeit und Dauerhaltbarkeit von Etagenbetten und Hochbetten für den Wohnbereich.“

Das ist aber natürlich noch nicht alles.

Geeignete Höhe des Hochbetts wählen

Wer sich – wie ich – noch nie wirklich mit Hochbetten beschäftigt hat, der wird vielleicht davon überrascht sein, dass es die Dinger in ganz unterschiedlichen Höhen gibt. Da ist für fast jedes Alter etwas dabei.

Die gängigsten Höhen sind:

Bett mit Luft drunter für Ablagemöglichkeiten

Eigentlich kein echtes Hochbett, aber der Vollständigkeit halber nehmen wir das gleich mit auf. Denn für Kleinkinder eignet es sich wunderbar. Besonders dann, wenn ihr nur ein bisschen mehr Stauraum im Zimmer benötigt.

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Mini-Hochbett für kleinere Kinder

Diese Betten sind auch für jüngere Kinder geeignet. Hier kann man schön ins Bett bringen, vorlesen, zudecken und kuscheln. Auch die Leiter ist nicht besonders hoch, was das Ein- und Aussteigen erleichtert.

Mini-Hochbetten haben unter dem Bett etwa 80 cm Luft.

(Das hier ist übrigens aus dem wunderbaren Programm von kidswoodlove.de. Wenn ihr auf der Suche nach Spielzeug oder Möbel aus Holz seid, dann klickt dort vorbei. Die Sachen sind absolut traumhaft und der Service sehr gut.)

Midi-Hochbett für etwas Größere

Die Übergänge sind natürlich fließend. Aber man sagt, dass Midi-Hochbetten unter dem Bett etwa 1m Luft haben.

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Hohe Hochbetten für die ganz Großen

Jetzt geht es hoch hinaus. Diese Betten sind für die großen Kinder. Manchmal nennt man sie auch Teenager. Das fängt etwa ab 1,40m Platz unter dem Bett an und geht dann bis zu Stehhöhe. Die Grenze ist dabei nur die Raumdecke.

Eine genaue Zentimeter- und Altersangabe zu machen ist jetzt natürlich schwierig. Aber lasst Vernunft und gesunden Menschenverstand walten. Kauft eurem 4-jährigen Kind kein 2 Meter hohes Bett. Und mutet eurem Teenager nicht zu, seine Leseecke in 80cm Kopffreiheit einzurichten.

Wenn ihr ganz raffiniert sein wollt, dann schaut euch spezielle Baukastensysteme an. Da könnt ihr ein ’normales‘ Bett nach und nach in verschiedenen Stufen höher setzen. Das Bett wächst praktisch mit. Von ganz klein bis ganz groß, von ganz spielerisch bis ganz praktisch kann das Bett dann immer weiter wachsen. Die Reihe Flexa Nor ist so eine Möglichkeit. Aber wenn ihr euch im entsprechenden Fachhandel umschaut, gibt es da noch eine ganze Menge.

Selbst wenn es nicht ‚wächst‘, dann gibt es zahllose Betten, die zunächst auf den Boden gestellt werden können und dann später auf einen Rahmen montiert werden.

Spielbereich sollte unten sein

Achtet darauf, dass das Hochbett den Spielbereich unten hat. Wie wir schon gesehen haben, passieren die meisten Unfälle tagsüber beim Spielen.

Deshalb ist es am sichersten und am einfachsten, wenn ihr von vorneherein die obere Ebene ganz klar zur Schlafzone erklärt. Dort hat tagsüber niemand etwas zu suchen – sofern er nicht gerade Mittagsschlaf macht.

Genau aus diesem Grund bin ich auch kein Fan von Hochbetten mit Rutschen. Ihr verlagert dadurch den Spielbereich ganz automatisch nach oben. Und gerade wenn Freunde da sind, kann es auch mal wilder zugehen. Die Unfallgefahr und damit auch Verletzungsgefahr steigt dadurch dramatisch an.

Es kann nicht Sinn der Sache sein, dass ihr euer Kind und womöglich noch seine Freunde jederzeit und ständig beaufsichtigen müsst. Davon hat keiner was.

Jetzt sehe ich natürlich ein, dass so ein Spielbereich ‚unterm Dach‘ ziemlich spannend und romantisch sein kann. Wenn ihr das wirklich und um jeden Preis wollt, dann sichert ihn entsprechend ab.

Es gibt Betten, die tatsächlich rundum gesichert sind in der oberen Etage. Die sind natürlich auch etwas teurer. Aber aus meiner Sicht ist die Sicherheit den Preis wert.

Die richtige Treppe aussuchen

Oft wählt man ein Hochbett, weil das Kinderzimmer relativ klein ist und man zusätzlichen Raum zum Spielen möchte.

Da liegt es nahe, eine gerade Treppe zu wählen, da diese nochmal zusätzlich verkleinert. Gebt dieser Versuchung nicht nach, denn eine schräge Treppe ist eine kleine Veränderung, die einen großen Gewinn an Sicherheit bietet.

Das Auf- und Absteigen ist eine der größten Gefahren beim Hochbett. Also bringt es besonders viel Verbesserung, wenn man hier ansetzt. Die paar Zentimeter sind es nicht wert, auf diese zusätzliche Sicherheit zu verzichten. Platziert die Treppe lieber strategisch an der Seite, wo sie am wenigsten stört. Da habt ihr oft mehr davon.

Die Stufentiefe sollte mindestens 9cm und die Stufenbreite mindestens 30cm betragen.

Wenn ihr ein Hochbett für ein kleineres Kind auswählt, dann achtet auch darauf, dass der Stufenabstand entsprechend niedrig ist, dass sich das Kind gut festhalten kann und dass es die Treppe sehr leicht bewältigen kann.

Ausreichenden Rausfallschutz wählen

Eigentlich sollten hier wenig Worte nötig sein. Achtet einfach darauf, dass der Rausfallschutz folgende Kriterien erfüllt:

  • Er muss alle Seiten lückenlos umschließen mit Ausnahme der Treppenöffnung
  • Er muss ausreichend fest und stabil sein (ausprobieren!)
  • Er muss ausreichend hoch sein. Die Norm schreibt eine Höhe von mindestens 16cm ab Matratze vor. Für kleinere Kinder macht es Sinn, diesen Schutz höher zu wählen.

Die richtige Matratze fürs Hochbett wählen

Eine Matratze ist dann geeignet, wenn sie nicht zu weich und nicht zu hoch ist.

Sie sollte deshalb nicht zu weich und nicht federnd sein, damit sie gerade bei kleineren Kindern nicht zum Hüpfen und Springen einlädt.

Nicht zu hoch sollte sie sein, damit der Rausfallschutz noch ausreichend gegeben ist. Falls ihr trotzdem eine sehr hohe Matratze ins Hochbett legen wollt, dann denkt über eine Erhöhung der Umrandung nach. (Mehr dazu weiter unten).

Prüft bitte unbedingt, dass euer Kind zwischen Matratze und unterer Kante der Brüstung nicht durchrutschen kann und auch keine Körperteile einklemmen kann.

Die 5 wichtigsten Sicherheits-Tipps nach dem Kauf

Bett richtig aufstellen und verankern

Ein Bett ist keine IKEA-Kommode. Es ist tatsächlich nicht gut, wenn hinterher 3 Schrauben übrigbleiben. Also haltet euch in jedem Fall an die Aufbauanleitung oder fragt jemanden, der sich damit auskennt.

Prüft, dass das Kind nicht zwischen Wand und Bett fallen oder sich dort einklemmen kann.

Und obwohl so ein Bett groß und schwer ist (oder gerade deshalb) muss es ordentlich und sicher mit der Wand verschraubt werden. Denn der Schwerpunkt, wenn noch ein Kind drin liegt, ist relativ weit oben und damit besteht auch bei soliden Betten Umfallgefahr.

Und Umfallgefahr ist Unfallgefahr (und jetzt ganz schnell 3 Mal hintereinander sagen).

Solltet ihr ein Bett selbst bauen wollen, dann achtet bitte als allererstes auf die Sicherheit. Kompromisse sollten nie in diesem Bereich eingegangen werden. Ich weiß, dass es tolle Projekte und ganz charmante selbstgebaute Hochbetten gibt. Aber. Euer Kind muss gefahrlos darin schlafen – auch wenn es dann vielleicht nicht ganz so schön aussieht wie die Variante auf Pinterest.

Klare Regeln einführen

Die obere Ebene des Betts ist kein Spielbereich. Tagsüber – außer zum Mittagsschlaf – hat weder das Kind noch Freunde noch Spielsachen etwas dort oben zu suchen. Das sollte ohne Ausnahmen gelten.

Eine Regel, die Hüpfen oder Toben verbietet, reicht nicht aus. Wenn das Bett auch Spielzone ist, dann können Kinder der Hüpf-Versuchung nur schwer widerstehen. Geht hier lieber auf Nummer sicher und gebt das Bett ausschließlich und nur zum Schlafen frei.

Nochmal ganz deutlich. Ein Hochbett ist zum Schlafen da. Nicht zum Spielen, nicht zum Hinstehen, nicht zum Anziehen, nicht zum Mit-der-besten-Freundin-quatschen.

Und ja, damit meine ich auch ruhige Lesezeit oder dergleichen. Richtet dafür lieber eine extra kleine Kuschelecke ein, stellt einen Stuhl bereit, oder macht Platz auf dem Sofa. Denn gerade für kleinere Kinder ist der Übergang zwischen ruhig lesen und wild im Bett hüpfen manchmal sehr fließend und sehr plötzlich.

Wenn ihr harte Grenzen setzt, dann können die auch leichter eingehalten werden und ihr müsst keine langen Diskussionen führen.

Stellt sicher, dass euer Kind nachts etwas sehen kann

Kinder müssen nachts ab und zu mal aufs Klo. Am Anfang werden sie dafür vielleicht noch Hilfe brauchen und nach euch rufen, aber ziemlich schnell werden sie das alleine bewältigen können und wollen.

Ab und zu muss man auch mal dringend aus dem Bett steigen, wenn der Kuscheldrang einfach zu groß wird (und bei Mama im Bett ist es manchmal einfach schöner).

In diesen Fällen muss euer Kind genug sehen, damit es nicht beim Heraussteigen fällt oder gar die Treppe im Halbschlaf komplett verpasst.

Ihr habt Einiges an Möglichkeiten:

  1. ein Nachtlicht, das entweder die ganze Nacht an ist, oder das vom Kind selbständig angemacht und mitgenommen werden kann. (Bsp: Tragbare Mini-Nachttischlampe)
  2. eine kleine Lampe oben am Bett oder ein Lichtschalter, der vom Bett aus leicht erreicht werden kann. Stellt in dem Fall sicher, dass das Kind nicht erst lange im Bett herumsteigen muss, um den Schalter oder die Lampe zu erreichen.
  3. Smart-Home-Lampen, die mit Sprache gesteuert werden. Wir haben das Thema in unserem Artikel über das Amazon Alexa System besprochen.

Egal wie ihr es macht, stellt sicher, dass euer Kind etwas sieht, damit es weder vom Hochbett fällt, noch einen schwere Verletzung erleidet durch das Treten in einen Legostein.

Verstärkt den Rausfallschutz

Solltet ihr Angst davor haben, dass euer Kind direkt aus dem Bett abstürzt, dann verbessert den Rausfallschutz.

Dazu eignet sich beispielsweise ein Tunnelzelt für das Bett, das gleich zwei Funktionen hat und das besonders Eltern von kleineren Kindern beruhigt:

  1. Das Zelt schützt tatsächlich vor dem Herausfallen, da es fast die komplette Seite des Bettes abdeckt.
  2. Das Zelt hindert das Kind daran, im Bett stehen zu können und reduziert die Unfallgefahr dadurch dramatisch.

Tunnelzelt bei Amazon anschauen

Auch ein Bettgitter kommt im Frage. Nutzt dieses, wenn es besonders gefährliche Stellen gibt, die ihr auch besonders sicher machen wollt. Achtet darauf, dass es sich um ein Gitter handelt, das auch wirklich mit eurem gekauften Hochbett kompatibel ist.

Im Zweifelsfall könnt ihr auch den Hersteller eures Bettes kontaktieren. Viele bieten direkt Gittererhöhungen für die einzelnen Betten an.

Fallzone dämpfen und freihalten

In diesem Fall (ha!) schadet es nicht, übervorsichtig zu sein. Gerade wenn ihr einen harten Boden wie Laminat oder sogar Fließen unter dem Bett habt.

Es gibt jede Menge Möglichkeiten, die Landstelle unter und um das Bett herum ein wenig zu dämpfen.

Z.B. mit ganz einfachen Spielmatten. Die kann man sich so hinpuzzlen, wie man sie braucht.

Bitte haltet die Fallzone auch frei von Möbelstücken, Stühlen, Spielsachen und vor allem auch Seilen, in denen man sich verfangen kann. Auch ein Fenster hat nahe am Bett nichts zu suchen.

Und das war es auch schon wieder. Falls ihr noch mehr Fragen zum Thema Hochbetten oder Kinderzimmereinrichtung habt, dann lasst es mich wissen.

Süße Träume

Eure Katja

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2 Gedanken zu „Wie gefährlich sind Hochbetten? 10 Tipps zur Unfallvermeidung“

  1. Hallo Katja
    Wir haben selbst zwei Kinder und hatten das Problem, dass das jüngere Kind auf das Hochbett des älteren Kindes klettern wollte.Meist wird auch ein Hochbett angeschafft um zwei Kinder in einem Zimmer unterzubringen, wobei das ältere Kind dann das obere und das jüngere Kind das untere Bett zugeteilt bekommt. Während das ältere Kind mit dem Auf- und Absteigen an der bis zu zwei Meter hohen Hochbettleiter keine Probleme hat, ist dies für das jüngere Kind jedoch schwierig und vor allem gefährlich. Trotz ständiger Ermahnungen der Eltern wird das jüngere Kind immer wieder versuchen an der Hochbettleiter nach oben auf das Hochbett zu klettern. Im Fall eines Sturzes von der Hochbettleiter oder dem Hochbett besteht ein hohes Verletzungrisiko für das Kind. Vielen Eltern ist dieses Risiko bewusst und da es keine Leitersicherung für Hochbetten im Handel zu erwerben gibt, versuchen sie sich durch Eigenkonstrukionen selbst zu behelfen. Meist sind diese Eigenkonstruktionen jedoch nicht richtig durchdacht und stellen unbewusst andere Gefahren für das Kind dar.

    Das Leiterelement Leele-Fix ist schnell und problemlos an vielen Hoch- und Etagenbettleitern anbringbar, damit es Kleinkindern unmöglich ist , an diesen hinaufzuklettern. Die Kleinkinder sollen wirkungsvoll vor Verletzungen durch einen Sturz von Leitern oder Kinderhochbetten geschützt werden. Außerdem soll das Leiterelement keine neuen Verletzungsgefahren mit sich bringen. Bei nicht Gebrauch kann es einfach und schnell ausgehängt werden.

    Einfach mal auf die Webseite schauen
    Grüße J. Graf

    Antworten
    • Schöne Idee, danke für den Link. Vielleicht hat ja einer meiner Leser Interesse.

      Problem ist, dass Kinder echte Kletterkünstler sind. Wenn sie wirklich wollen, kommen sie auf das Bett. Auch mit Konstruktion. Daher bin ich mehr für die Erziehungsmethode. Bei uns funktioniert eine einfache kleine Kette. Die ist nicht wirklich ein physikalisches Hindernis, sondern mehr eine Erinnerung. Aber alle Kinder sind verschieden und bei manchen muss man vielleicht zu stärkeren Mitteln greifen.

      Viele Grüße
      Katja

      Antworten

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