Minimalismus ist inzwischen schon fast mehr als ein Trend. In unserer Generation ist er eine neue Lebenseinstellung, die viel mit Nachhaltigkeit, ökologischer Verantwortung und auch Freiheit zu tun hat. Aber wie kann man diesen Minimalismus mit Baby leben, wenn doch so Vieles im ersten Jahr mit Kaufen und Konsum zu tun hat?

Minimalismus mit Baby ist absolut möglich. Er beruht auf 3 Prinzipien: Weglassen, Wiederverwerten und ein Produkt für so viele Dinge wie möglich zu nutzen. Wie genau sich das im Alltag anwenden lässt, werden wir in diesem Artikel besprechen.

(Vorsicht Werbung: Ich habe euch die Bilder in diesem Artikel mit den entsprechenden Produkten von Amazon verlinkt.)

Minimalismus mit Baby: Weglassen

Ihr werdet euch im weiter Verlauf dieses Artikels wundern. Denn obwohl es sich hier um eine Webseite für Babyausstattung handelt, werde ich gleich schonungslos ehrlich sein. Denn die Wahrheit ist: Im ersten Jahr brauchen Babys nicht viel.

Wir schauen uns gemeinsam die einzelnen Kategorien an. Dann könnt ihr selbst entscheiden, was ihr braucht, und was man getrost weglassen kann.

Denn das Wichtigste beim Minimieren ist das Weglassen. Es geht nicht darum, alles in ordentliche Kästchen zu packen oder möglichst viel gebraucht zu kaufen oder das ökomäßigste Ökoprodukt zu kaufen. Den meisten Erfolg werde ihr haben, wenn ihr Überflüssiges kategorisch weglasst und die übrigen Käufe vertagt, bis ihr die Dinge tatsächlich braucht.

Das kann man übrigens wunderbar üben. Je mehr ihr das Weglassen von Überflüssigem und das Vertagen von Impulskäufen zur Gewohnheit macht, desto besser werdet ihr darin.

Aber nicht vergessen: Minimalismus ist kein Wettkampf. Ihr müsst niemandem etwas beweisen. Es geht nicht darum, dass ihr hinterher sagen könnt, dass ihr möglichst wenig Dinge für euer Baby eingekauft habt. Es geht darum, leichter, befreiter und nachhaltiger zu leben. Und wenn der ein- oder andere Luxusgegenstand dabei ist, den andere Minimalisten als überflüssig ansehen, dann ist das völlig in Ordnung.

Wiederverwerten

Meine Tochter spielt gerade in diesem Moment mit einem Puppenhaus, mit dem ich schon vor 35 Jahren gespielt habe. Klassicher Retro-Chic aus den 70ern.

Oma hat es stolz aufgehoben; Opa hat es mit viel Liebe aufgearbeitet; Mama denkt mit Wehmut an die Kindheit zurück; und der Nachwuchs hat noch genauso viel Spaß damit wie ich damals.

Manche Dinge braucht man einfach. Beim Minimalismus geht es nicht um grundlosen Verzicht. Es geht ums Weglassen von Überflüssigem.

Trotzdem müsst ihr die notwendigen Dinge nicht unbedingt neu kaufen.

Fragt Verwandte, Freunde, schaut in eurem eigenen Keller nach. Manchmal ist es erstaunlich, was so alles in den hintersten Regalen herumliegt.

Wenn ihr wirklich nichts findet, dann schaut euch auf Babymärkten um. Die gibt es in fast jeder Stadt und Gemeinde, meistens im Frühjahr und im Herbst. Und dann ist da auch noch Ebay, der nächste Flohmarkt, Kleinanzeigen oder der Aushang beim Supermarkt um die Ecke.

Ihr werdet verwundert sein, wie viele Schätze man für wie wenig Geld bekommen kann.

Und vergesst nicht: Wenn euer Baby aus den Dingen herauswächst und ihr sie nicht mehr braucht, dann gebt sie weiter. Jemand anders wird sich bestimmt noch darüber freuen.

Ein Produkt für mehr als einen Zweck nutzen

Wenn ihr ein bisschen weiterlest, dann werdet ihr sehen, dass wir einige Beispiele schon in unserer Ausstattungsliste genannt haben.

Zum Beispiel kann man ein Tragetuch auch als Decke nutzen oder anschließend zur Hängematte weiter verwerten.

Es gibt Beistellbetten, die gleichzeitig Reisebett und Stubenwagen ersetzen.

Was für den intergalaktischen Reisenden ein Handtuch ist, das ist für die Mama ein Mulltuch. Diese Teile sind wirklich unersetzbar und vom Windeln bis zum Sonnenschutz für so ziemlich alles einsetzbar.

Seid kreativ. Man möchte uns einreden, dass wir für jede einzelne Anwendung ein neues Produkt brauchen. Aber Vieles könnt ihr auch zweckentfremden, doppelt nutzen oder auch ganz einfach anders machen, als es uns suggeriert wird.

Und manche Sachen kann man auch einfach nur aussitzen. Denn die Neugeborenenphase hält nur ein paar Monate an. Ab dem 4. bis 6. Monat habt ihr dann ein richtiges Baby und die Ansprüche und Bedürfnisse sind plötzlich wieder ganz andere.

Eins geht allerdings immer vor Minimalismus: Die Sicherheit und Gesundheit eures Babys. Geht hier keine Kompromisse ein und spart hier nicht an der falschen Stelle.

Babyausstattung für Minimalisten – ohne das geht es in den ersten Monaten nicht

Damit es übersichtlich bleibt, habe ich die einzelnen Ausstattungsteile in Kategorien eingeteilt. Ich gebe euch die absoluten Essentials – oder zumindest das, was ich dafür halte – und auch noch das, was ich als wirklich hilfreich empfunden habe, das aber nicht unbedingt lebensnotwendig ist.

Ganz am Ende findet ihr noch eine Liste mit dem, was ihr unbedingt braucht.

Schlafen und beruhigen

Babys schlafen viel, gerade am Anfang.

(Manche allerdings nur, wenn man sie trägt und dabei sanft mit ihnen spricht. Aber das ist ein anderer Artikel…)

Damit Babys in Ruhe und gesund schlafen können, brauchen sie sowohl tagsüber als auch natürlich nachts, einen Platz an dem sie das tun können.

Die Nachtruhe im Elternschlafzimmer

In den ersten Monaten lassen sich die wenigsten Babys dazu überzeugen, in ihrem eigenen Bett und in ihrem eigenen Zimmer zu schlafen.

Übrigens braucht kein Baby dieser Welt ein eigenes Zimmer. Das ist eine recht neue Erfindung. Es ist nicht notwendig noch in der Schwangerschaft hektisch umzuziehen weil kein extra Zimmer vorhanden ist. Auch muss das Kinderzimmer nicht schon vor der Geburt fertig eingerichtet und neu renoviert sein. Ihr habt eine ganze Menge Zeit dafür. Lasst es entspannt angehen. Hektisch wird es von ganz alleine.

Babys mögen und brauchen die Nähe zu den Eltern. Sie brauchen die Geräusche, die Gerüche und das Anfassen. Und natürlich müssen die ganz Kleinen nachts normalerweise noch gestillt werden oder brauchen ein Milchfläschchen.

Meine Lieblingslösung für nachts ist deshalb ein Beistellbett. Das nimmt nicht viel Platz weg, kommt direkt an euer Bett und das Baby hat trotzdem seinen eigenen Bereich.

Zusätzlich dazu wird das Pucken immer beliebter. Daher würde ich euch zusätzlich noch einen Pucksack empfehlen. Wenn euch das zu viel ist, dann nehmt ein größeres Mulltuch und puckt damit. Funktioniert in der ersten Zeit ebenfalls.

Decken und Kissen sind in der ersten Zeit nicht nur unnötig, sondern sogar gefährlich. Normalerweise reicht die entsprechende Kleidung und der Pucksack bzw. die Puckdecke. Alternativ könnt ihr auch noch einen Schlafsack nutzen. Dieser ist auch praktisch für unterwegs.

Die täglichen Nickerchen

Jetzt kommt es erstmal ganz darauf an, wie groß euer Zuhause ist. Wenn ihr auf kleinem Raum wohnt, dann funktioniert es vielleicht, wenn auch tagsüber euer Baby im Beistellbett schläft.

Wenn ihr euch hauptsächlich in anderen Zimmern aufhaltet, die weit weg vom Schlafzimmer oder gar in einer anderen Etage sind, dann ist das in den ersten Monaten nicht ideal.

In dem Fall kommt jede relativ große, flache Fläche in Frage. Eine weiche, warme Decke auf dem Boden funktioniert wunderbar. Das ist zumindest besser als ein Sofa, von dem das Baby herunterrollen kann. Unterschätzt die Kleinen nicht. Das geht schneller, als ihr denkt. Sicherheit geht vor.

Falls ihr einen Kinderwagen habt, dann schaut euch doch auch mal die Babytasche von diesem genauer an. In vielen Fällen eignen die sich in den ersten Monaten auch als Stubenwagenersatz im Wohnzimmer.

Wenn es keine andere Lösung gibt, dann müsst ihr unter Umständen noch ein Ausstattungsstück dazu besorgen. In dem Fall empfehlen wir keinen großen, unhandlichen Stubenwagen, sondern einen praktischen Babykorb. Den könnt ihr von Zimmer zu Zimmer tragen und auch mal in den Urlaub oder zu Oma mitnehmen.

Mehr dazu haben wir in diesem Artikel geschrieben.

Die All-Inklusive-Lösung

Es gibt natürlich auch den schicken Allrounder, der in allen Lebens- und Schlafenslagen nutzbar ist.

Es gibt tatsächlich ein Beistellbett, das gleichzeitig auch als Stubenwagen genutzt werden kann und auch noch so transportabel ist, dass es als Reisebett dient.

Wenn ihr eine Komplettlösung bevorzugt, dann ist das Chicco Next 2 Me einen Blick wert. Es ist Beistellbett und hat Rollen, kann daher leicht in ein anderes Zimmer geschoben werden (nicht so praktisch beim Wohnen auf mehreren Etagen). Man kann beide Seiten nach oben machen und man kann es leicht zusammenbauen und auf Reisen mitnehmen.

Macht euch selbst ein Bild:

==> Chicco Next 2 Me bei Amazon anschauen 

Lediglich von der Materialwahl sind wir nicht ganz so begeistert. Allerdings ist die Funktionalität schon schön…

Reden wir über das Babyphone

In den meisten Fällen ist es nicht essentiell. Sage ich jetzt mal so.

Wenn euer Kind nachts bei euch am oder im Bett schläft, dann braucht ihr keins. Wenn ihr tagsüber in seiner Nähe seid, dann braucht ihr auch keins.

Bleiben noch die Abende, in denen ihr vielleicht entspannt vor dem Fernseher sitzt und das Baby friedlich schläft (ich habe damit nicht viel Erfahrung, das kam bei uns sehr selten vor).

Wenn ihr in einem Haus wohnt, in dem das Bett so weit vom Fernseher entfernt ist, dass ihr das Baby nicht hören könnt auch wenn die Türen offen sind, dann braucht ihr tatsächlich ein Babyphone.

Für eure eigenen Nerven und für die Nerven eurer Mitmenschen empfehle ich euch, ein einfaches Babyphone ohne großen Schnickschnack.

Wir haben noch eins von IKEA. Das gibt es allerdings nicht mehr.

Das abgebildete Philipps erscheint uns ebenfalls ganz vernünftig. Mehr braucht ihr im Normalfall nicht.

Das Geschäft mit dem Geschäft – Windeln für Minimalisten

Was ihr unbedingt braucht

Jetzt komme ich schon ins Stocken. Denn es gibt seit einiger Zeit eine Bewegung auch in unserem Lande, die sich Windelfrei nennt. Diese mutigen Eltern brauchen überhaupt keine Windeln und achten stattdessen auf Anzeichen, dass das Baby bereit ist fürs Geschäft. Dann wird das Baby über der Toilette ‚abgehalten‘ und wird so ganz früh und schnell trocken.

So viel zur Theorie.

In der Praxis werdet ihr die erste Zeit ziemlich genau beobachten und rennen müssen. Denn aufs Klo gehen ist eine Fähigkeit, die das Baby erst lernen muss. Und damit das Baby es lernen kann, muss es entsprechend weit entwickelt sein. Diese Entwicklung kann mitunter zwei Jahre dauern.

Trotzdem ist es eine echte Alternative, wenn ihr bereit seit, dieses auf euch zu nehmen.

Wir werden bestimmt noch näher auf dieses Thema eingehen mit einem längeren, ausführlichen Artikel. Bis es soweit ist, geben wir euch zumindest einen Link mit ein bisschen Lesestoff zum Thema:

Es geht auch ohne Windeln! Der sanfte Weg zur natürlichen Babypflege (Link zu Amazon)

Alle anderen brauchen Windeln…

In diesem Fall empfehlen wir Stoffwindeln. Diese sind günstiger, machen weniger Müll und sind in der Ökobilanz wesentlich besser als die normalen Wegwerfwindeln.

Probiert es aus. Ihr braucht nicht gleich einen Riesenvorrat an Stoffwindeln anschaffen, aber wenn ihr mit dem Gedanken spielt, dann kauft euch eine oder zwei, gerne auch gebraucht, oder ausgeliehen von Freunden. Versucht es einfach mal. Es ist wesentlich weniger stinkig und nervig, als es sich anhört.

Alle Infos zu Stoffwindeln gibt es in unserem großen Stoffwindelratgeber.

…und ein paar Feuchttücher

Auch hier empfehlen wir euch, nicht die Wegwerftücher zu nehmen. Sie sind nicht besonders gut für die Umwelt, können Babys Popo belasten und sind zudem nicht notwendig.

Denn der gute alte Waschlappen tut es auch. Versprochen.

Dazu braucht ihr nur einen kleinen Vorrat an möglichst weichen Waschlappen und Wasser. Vielleicht auch noch ein paar Tröpfchen Kokosöl, falls ihr die ganz luxuriöse Variante nutzen wollt.

Für unterwegs könnt ihr einfach die Waschlappen anfeuchten und in eine kleine, wasserdichte Schüssel packen. Easy.

Was ihr nicht braucht

Ihr braucht keine extra Wickelkommode. Ein Baby kann man auf jeder einigermaßen ebenen Fläche wickeln. Dazu eignet sich z.B. ein Bett, eine Kommode, die bereits vorhanden ist, ein Tisch, der Boden im Bad (vor allem bei wohlig warmer Fußbodenheizung)…

Wenn ihr wollt, dann könnt ihr eine gepolsterte Unterlage besorgen, ansonsten reicht auf weichem Untergrund auch ein einfaches Moltontuch oder eine andere wasserdichte Unterlage. Die könnt ihr dann gleich noch für unterwegs nutzen, wenn ihr euch keine zwei davon anschaffen wollt.

Ihr braucht auch keine extra Wickeltasche

Ja, ich hab es gesagt. Ihr braucht keine extra Wickeltasche. Denn eine Wickeltasche ist eigentlich nur ein cleverer Marketingtrick.

Wisst ihr, was der Unterschied zwischen einer Tasche und einer Wickeltasche ist?

Richtig. In der Wickeltasche sind Wickelsachen drin.

Um eure eigene Wickeltasche herzustellen, braucht ihr nur folgendermaßen vorgehen:

  • Mittelgroße Tasche oder Rucksack finden (Shoppergröße)
  • Wickelsachen hineinpacken
  • Fertig

Solltet ihr tatsächlich keine Tasche in entsprechender Größe haben, dann würde ich euch schon empfehlen eine zu kaufen. Denn eine mittelgroße Tasche fürs Wickeln, für Kurzurlaube, für Sportsachen, für den Freibadausflug braucht man aus meiner Sicht wirklich.

Kauft dann aber auch keine Wickeltasche, sondern eine Tasche, die ihr auch nach der Wickelzeit noch benutzen könnt.

Nahrung

Stillen ist das Einfachste und braucht wenig Zubehör

Macht Sinn. Alles, was ihr fürs Stillen braucht, das habt ihr schon. Zumindest dann, wenn alles gut läuft. Ihr braucht normalerweise in den ersten Wochen und Monaten weder Milchpumpe noch Medikamente noch Fläschchen noch Sonstiges. (normalerweise)

Leider läuft halt nicht immer alles so, wie man es möchte und normal sind die Wengisten.  Es ist absolut keine Schande in diesen Fällen diverse Hilfsmittel einzusetzen. Quält euch nicht unnötig. Die erste Zeit ist stressig und hart genug.

Ich rate euch aber dazu, abzuwarten bis der jeweilige Fall eintritt. Kauf nicht auf Verdacht im Voraus. Falls ihr beispielsweise irgendwann eine Milchpumpe braucht, dann besorgt sie euch dann. (Wenn es eine medizinische Notwendigkeit gibt, dann bekommt ihr sowieso auf Rezept eine ausgeliehen aus der Apotheke. Sprecht euren Arzt an.)

Falls ihr wunde Brustwarzen bekommt, dann habt ihr auch in diesem Fall schnell die notwendigen Mittelchen besorgt.

Falls ihr Muttermilch einfrieren wollte, dann braucht ihr dazu ein einfaches Gefäß (das ihr wahrscheinlich schon zu Hause habt) und ein Fläschchen zum Füttern, das es in jedem Drogeriemarkt zu kaufen gibt. Auch das ist im Ernstfall schnell besorgt.

Was ich damit sagen will: Ihr müsst nicht für jeden Fall oder jede mögliche Schwierigkeit etwas zu Hause haben. Wartet bis ihr wirklich etwas braucht und besorgt es dann.

Ob ihr ein Stillkissen braucht, das überlasse ich euch. Ich persönlich würde die Frage mit ‚Ja‘ beantworten. Mir hat es ungemein geholfen, schon in der Schwangerschaft.

Man kann aber definitiv auch ohne Stillkissen überleben. Die Frage ist nur, ob man das will.

Falls ihr mehr über Stillkissen wissen wollt und warum sie so gut sind, dann seht euch unseren Artikel zum Thema Stillkissen an.

Nicht-Stillen ist ein wenig komplizierter

Nicht jeder kann Stillen. Das ist einfach so. Und sollte es euch betreffen, dann haltet euch vor Augen: Auch mit Flasche gefütterte Babys werden groß.

Fürs Füttern mit Ersatzmilch braucht ihr aber auch nicht ganz so viel, wie euch die Werbung glauben machen will.

Es reicht:

  • Fläschchen
  • Flaschenbürste
  • Wasserkocher
  • Ersatzmilch

Nein, ihr braucht keinen Flaschen-Sterilisierer oder Extra Wasser-auf-die-richtige-Temperatur-bringer.

Ein einfacher Wasserkocher genügt. So einen würde ich mir aber besorgen oder zumindest für die Zeit ausleihen. Denn er spart Strom, Zeit, Nerven und ist auch weniger gefährlich als ein Topf mit kochendem Wasser. Das hört sich nicht als ernstzunehmendes Argument an – aber wenn ihr nachts um 4 aufstehen müsst zum Füttern und in den letzten drei Tagen nicht länger als eine Stunde am Stück geschlafen habt, dann ist das ein echter Vorteil.

Extra Lätzchen sind praktisch…

… aber theoretisch auch nicht notwendig. Und das sage ich, obwohl ich mein spezielles Silikonlätzchen nie wieder hergeben möchte.

Wenn ihr die Sache mit dem Minimalismus ernst nehmt, dann könnt ihr auch einfach eines eurer Mulltücher verwenden. Denn einen Stapel dieser Teile braucht ihr sowiso. Einfach deshalb, weil sie so herrlich flexibel sind und für so ziemlich alles genutzt werden können.

Pflegen

Bitte beachtet, dass alles, was folgt, nur auf gesunde Babys zutrifft. Falls euer Baby Probleme mit z.B. der Haut oder der Verdauung oder Sonstigem hat, dann haltet euch daran, was euer Kinderarzt empfiehlt.

Unsere Tipps ersetzen keine medizinische Behandlung.

Zurück zu den gesunden Babys.

So ein Baby ist ziemlich perfekt genauso, wie es aus dem Bauch von Mama herauskommt. Es braucht keine besonderen Cremes, keine Wässerchen, keine Badezusätze oder anderen Kram, der in süß-etikettierten Plastikflaschen daherkommt.

Im Gegenteil. Zu viel Pflege kann den natürlichen Schutzmantel der Haut angreifen und eher schaden als nutzen.

Das einzige, was ich in den ersten 4 Monaten für mein Baby genutzt habe war Kokosöl. Das kam ins Badewasser, damit habe ich hartnäckigen Schmutz entfernt, damit sind wir den Kopfgneis losgeworden, und auch bei kleinen Kratzern hat es wunderbar geholfen.

Mehr zu Kokosöl für Babys in diesem Artikel

Aber was ist mit Fieberthermometer, Säuglingsfingernagel-Schere und Extra-Bürste?

Tja. Was ist damit? Das gibt es natürlich alles, und vieles davon ist auch ziemlich praktisch.

Wenn ihr aber reduzieren wollt, dann versucht doch erstmal das Fieberthermometer, die Fingernagelschere und die Bürste zu nehmen, die ihr sowieso schon habt. Und die Badetemperatur könnt ihr übrigens wunderbar an der Innenseite eures Handgelenks testen.

Wenn das nicht funktioniert, dann ist das, was ihr braucht sehr schnell nachgekauft. Und in der Zwischenzeit wird aus eurem Neugeborenen kein verwilderter Werwolf werden. Versprochen.

Minimal unterwegs

Über die Wickeltasche haben wir schon kurz gesprochen. Ihr braucht weder eine extra Tasche, noch spezielles Zubehör. Hinein kommt das, was ihr auch zu Hause nutzt. Plus ein Set extra-Klamotten, falls einmal ein Unfall passiert.

Ihr braucht auch unterwegs keine Einmal-Produkte. Wirklich nicht.

Dafür braucht ihr einen wasserdichten Beutel, um die verschmutzte Windelwäsche auch wieder nach Hause zu transportieren.

Das Baby unterwegs tragen – die offensichtliche Lösung für Minimalisten

Babys sind Traglinge. Diesen Satz findet ihr in so gut wie jedem Artikel auf dieser Webseite. Wir glauben fest daran, und unsere Entwicklungsgeschichte unterstützt das.

Die Zwerge schlafen beim Tragen, kuscheln beim Tragen, chillen beim Tragen, schreien am wenigsten beim beim Tragen. Und für den Träger ist es auch schön.

Außerdem muss man das Baby natürlich auch mal mitnehmen.

Die minimalistischste aller Tragehilfen ist das Tragetuch (klassisch – nicht elastisch). Wenn ihr euch so eins besorgt, dann seid ihr von Geburt an bis ins Kleinkindalter versorgt.

Und darüber hinaus könnt ihr das Tragetuch auch noch als Decke für ein spontan-Picknick verwenden, zum Wärmen und Kuscheln im Auto, oder als Überwurf in allen möglichen Situationen.

Nach der Babyzeit kann es zu einer Hängematte, einer Tischdecke, einem Teppich oder noch ganz vielen anderen Dingen weiterverarbeitet werden.

Hier findet ihr unsere Lieblings-Tragetücher in der Übersicht.

Die Alternative zum Tragetuch ist die Babytrage. Nicht ganz so minimalistisch und nicht ganz so flexibel. Aber sie hat durchaus ihre Berechtigung.

Ich würde sie dann empfehlen, wenn ihr als Träger Rückenprobleme habt, wenn ihr vorhabt das Kind sehr lange bis ins Kleinkindalter zu tragen, und wenn ihr trotz Minimalismus auf ein gewisses Maß an Komfort nicht verzichten wollt.

Hier findet ihr mehr zum Thema Babytragen.

Das Baby schieben

Wenn ihr die Sache mit dem Minimalismus durchziehen wollt, dann braucht ihr nicht unbedingt einen Kinderwagen. Ein Tragetuch reicht tatsächlich aus.

Ich persönlich hätte nicht soweit gehen wollen, denn mein eigenes Kind hat die ersten zwei Jahre tagsüber grundsätzlich nur im Kinderwagen geschlafen. Wir sind täglich etwa 10km damit gelaufen. Das hat uns allen gut getan.

Es geht aber natürlich auch anders.

Auch hier rate ich: Wartet doch einfach ab und leiht euch im Zweifelsfall einen Wagen für eine Woche zum Ausprobieren aus. Dann seht ihr zuverlässig, ob ihr tatsächlich einen braucht oder haben wollt.

Gekauft ist so ein Kinderwagen nämlich sehr schnell. Ihr müsst dafür nicht mal aus dem Haus gehen. Die großen Internetkaufhäuser liefern ihn auch gerne bis zu euch vor die Türe. Wenn ihr heute bestellt, habt ihr ihn oft schon morgen.

Das Baby fahren

Wenn ihr ein Auto habt und das Baby darin transportieren möchtet, dann kommt ihr um einen Kindersitz nicht drumrum.

Die offensichtliche Lösung ist der allseits beliebte Maxi-Cosi Babyschale.

Wir würden euch stattdessen empfehlen, euch die Reboarder anzuschauen, die ihr wesentlich länger als eine spezielle Babyschale nutzen könnt.

Diese Sitze sind etwas teurer in der Erstanschaffung, aber ihr braucht sie auch erst zu ersetzen, wenn euer Kind 3 oder 4 Jahre alt ist.

Das ist aber nicht der größte Vorteil. Denn Reboarder sind um Welten sicherer, als Kindersitze, in denen ein Kind schon ab einem Jahr in Fahrrichtung sitzt. Denn auch mit einem Jahr ist der Kopf eures Kindes proportional zum Körper so groß und schwer, dass bereits bei einem kleinen Unfall die Kräfte so stark sind, dass es zu erheblichen Verletzungen der Wirbelsäule kommen kann.

Sorry für den kleinen Ausflug. Aber das Thema liegt mir wirklich am Herzen. Hier könnte so viel Unglück vermieden werden, wenn nur richtig aufgeklärt werden würde.

==> Reboarder bei Amazon

Anziehen

Hier kommt es ganz darauf an, in welcher Jahreszeit wir uns befinden.

Ich würde ganz ehrlich nur die allernötigste Grundausstattung anschaffen. Denn es gibt einige Variablen, die ihr vor der Geburt noch nicht genau kennt. Beispielsweise die Größe des Zwergs oder die Menge an Klamotten, die ihr geschenkt bekommt.

Den Rest könnt ihr dann im Bedarfsfall nach und nach dazukaufen.

Für ein Sommerbaby reichen für die ersten Wochen:

  • Eine Hand voll Kurzarm-Bodys
  • 2-3 leichte Hosen
  • 2 Jäckchen
  • 2 Paar Socken
  • 1 Mütze
  • Leichter Schlafsack/Decke für nachts, unterwegs, wenn Baby nicht im Tragetuch ist

Für Winterbabys reichen für die ersten Wochen:

  • Eine Hand voll Langarm-Bodys oder Strampler
  • 2-3 wärmere Hosen
  • 2 Jäckchen
  • 2 Paar Socken
  • Fäustlinge
  • 1 Paar dickere Socken zum drüberziehen
  • Warmer Schlafsack/Decke für nachts, unterwegs, wenn Baby nicht im Tragetuch ist

Wie ihr seht geht es hier wirklich und ganz echt um die absolut notwendigen Dinge. Wir haben alles andere erstmal weggelassen.

Das Baby braucht in den ersten Tagen noch keine extra Strampler oder Schlafanzüge. Nutzt stattdessen die Bodys und anderen Klamotten, die bei Neugeborenen besonders bequem sein sollten.

Das gilt übrigens immer. Denn da Neugeborene eh den ganzen Tag liegen oder getragen werden, macht es keinen Sinn zwischen Tag-Klamotten und Nacht-Klamotten zu unterscheiden. Vor allem dann, wenn ihr euch aufs Minimum reduzieren wollt.

Wenn ihr dann im Laufe der ersten Zeit feststellt, dass ihr noch Bedarf habt, dann geht es erschreckend schnell, den Rest zu bestellen. Ein Klick bei Amazon bzw. ein Anruf bei Oma genügt in den meisten Fällen.

Spielen

Das gaaanze Leben ist ein Spiel…

Grundsätzlich stimmt das für Babys. Für Neugeborene allerdings nicht so wirklich. Denn die müssen erstmal die Grundbedienung von Händen und sonstigen praktischen Körperfunktionen lernen bevor sie anfangen können, sich mit anderen Dingen ernsthaft zu beschäftigen.

Und selbst wenn sie dann anfangen, spielend die Welt zu erkunden. Wirkliche Spielsachen braucht ein Baby nicht.

Denn für ein Baby ist so ziemlich alles etwas zum Spielen. Leere Flasche mit Reis darin? Das Beste was es gibt. Stoffreste und verschiedene Materialien zum Fühlen und Bewundern? Das tollste Spielzeug der Welt. Küchenutensilien? Volle Windel vor Aufregung.

Es geht nicht darum, dem Baby etwas vorzuenthalten. Aber macht euch klar, dass viele Spielsachen eher etwas für die Eltern, als für die ganz Kleinen Babys sind. Und den Rest bekommen sie oft eh von den Großeltern oder anderen Besuchern.

Wenn sie erstmal in das Alter kommen, in dem sie wirklich Spielsachen brauchen, dann fordern die Kleinen das auch nachdrücklich ein.

In der Zusammenfassung: In den ersten Monaten braucht ihr kein Spielzeug kaufen, solange ihr mit ein bisschen Fantasie an die Sache herangeht.

Und was ist mit dem Schnuller???

Probiert es erstmal ohne. Das erspart euch einen längeren Kampf, wenn aus dem süßen Neugeborenen ein stures Kleinkind geworden ist, das seinen Schnuller nicht mehr hergeben möchte.

Wenn es aber nicht ohne geht (nicht falsch verstehen, das ist völlig legitim), gibt es Schnuller inzwischen sogar beim Discounter. Es ist sehr schnell ein Notfallschnuller besorgt.

 

Und das war es eigentlich schon mit unserer Liste der essentiellen Dinge, wenn ihr euren Minimalismus auch mit Baby leben wollt.

Merkt ihr wie kurz die Liste wirklich ist? Hier nochmal in der Zusammenfassung.

Die essentiellen Dinge im Überblick

Ich versuche noch einmal zusammenzufassen, was ich ganz persönlich für absolut notwendig halte. Ohne den Rest kommt man dann doch irgendwie aus bzw. hat ihn sehr schnell nachgekauft.

  • Beistellbett/Babykorb
  • Tragehilfe (Tragetuch oder Babytrage)
  • Kindersitz (falls Auto vorhanden)
  • Stoffwindeln (Vorschlag für Starterpack in diesem Artikel)
  • Wickelunterlage für zu Hause und unterwegs
  • Wasserdichter Beutel für unterwegs
  • Mulltücher
  • Waschlappen
  • Basisausstattung Klamotten je nach Jahreszeit (siehe oben)
  • Pucksack/Puckdecke oder Schlafsack

Fürs Zufüttern

  • Fläschchen
  • Flaschenbürste
  • Wasserkocher
  • Ersatzmilch

Was meint ihr? Habe ich alles auf der Liste, was man braucht, oder fehlt noch etwas? Oder ist eure Liste vielleicht noch kürzer? Ich würde mich über eure Erfahrungen freuen. Lasst mir einen Kommentar da!

Alles Liebe

Eure Katja

P.S. Hier gibt es noch mehr Artikel zum Thema Babyausstattung

 

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