Willkommen zu unserer neuen Serie! Diese steht ganz im Zeichen der Sicherheit. Und wir fangen genau dort an, wo die meisten Unfälle passieren. Nämlich dort, wo man sich eigentlich am sichersten fühlen sollte: Im eigenen zu Hause.

Wenn wir über Sicherheit für Babys und Kleinkinder reden, dann steht der Haushalt, das eigene Zuhause, der Rückzugsort an erster Stelle. Und damit natürlich auch die Frage:

Was bedeutet Sicherheit im Haushalt und wo liegen die größten Gefahren?

Wie kann man als Eltern das Thema richtig angehen?

Die Antwort darauf ist ziemlich simpel aber in keinster Weise einfach:

Eltern müssen die richtige Balance finden.

Der Lebensraum ihrer Kinder muss dem Alter entsprechend sicher gestaltet werden…

  • …mit möglichst einfachen Mitteln, damit es praktikabel bleibt, und
  • …mit möglichst wenig Einschränkungen für die Kinder und natürlich auch den Rest des Haushalts.

Hört sich kompliziert an, ist aber gar nicht so schwer.

Ich habe viel recherchiert für diesen Artikel. Denn rein nach Gefühl zu handeln finde ich hier unangebracht. Da wir als Eltern unmöglich alle Gefahrenquellen zu einhundert Prozent ausschließen können – und das auch gar nicht sollten – möchte ich mich auf die größten Risiken konzentrieren.

Glücklicherweise gibt es dazu einiges an Statistiken, auf die wir uns berufen können.

Inhalt dieses Artikels

Gefahren im Haushalt im Überblick
Risiken im Haushalt kennen und erkennen
Unfälle vorbeugen…
Unfallgefahren im Einzelnen
Verbrühungen und Verbrennungen
Stürze und Stoßverletzung
Schnittverletzungen
Vergiftungen
Stromstöße
Verschlucken
Ersticken
Ertrinken

Wenn ihr nichts lesen wollt, dann wenigstens diesen Hinweis zum Schluss!

Wenn ihr auf der Suche nach bestimmten Produkten zum Thema Sicherheit seid, dann könnt ihr diese in einem anderen Artikel finden. Hier geht es wirklich nur um die Gefahrenquellen und darum, diese möglichst zu erkennen und zu beseitigen. Alles andere könnt ihr hier nachlesen: Die besten Produkte zum Thema Kindersicherheit im Haushalt.

Gefahren im Haushalt im Überblick – Risiken für Babys und Kleinkinder

Risiken kennen und erkennen

Achtung! Jetzt wird es zahlenlastig. Aber es lohnt sich, denn diese Zahlen sind zum einen sehr interessant, und zum anderen auch richtig nützlich, um zu entscheiden, welche Maßnahmen ihr in eurem Haus oder eurer Wohnung noch durchführen solltet.

Behaltet dabei immer eure eigene Lebenssituation im Kopf. Denn nur ihr selbst könnt und müsst entscheiden, wo es sich am meisten lohnt und Sinn macht vorzubeugen.

Eine wichtige Quelle dazu gleich vorab, falls ihr tiefer in das Thema einsteigen wollt: Langzeitstudie vom Robert-Koch-Institut. Die relevanten Zahlen sind hier aggregiert: PDF-Download.

Etwa 15,5% aller Kinder und Jugendlichen wurden innerhalb von 12 Monaten nach einem Unfall ärztlich behandelt

Davon mussten 200.000 Kinder stationär in einem Krankenhaus behandelt werden. Kopfverletzungen sind der häufigste Grund, warum Kinder und Jugendliche stationär aufgenommen werden müssen.

Jungs haben mit 17% ein höheres Risiko als Mädchen mit 14%. Der Unterschied ist allerdings nicht so hoch, wie manche annehmen. Auch Mädchen sind gefährdet.

Und bei mehr als der Hälfte aller Unfälle war mindestens ein ‚Produkt‘ beteiligt. Damit sind z.B. Möbelstücke oder Spielgeräte gemeint.

In der Studie wird explizit darauf hingewiesen, dass sehr viele Unfälle vermieden werden könnten. Und darum geht es in diesem Artikel und in den Artikeln dieser Serie, die noch folgen werden.

60% aller Unfälle mit Kindern passieren zu Hause.

Auch die GFK (Gesellschaft für Konsumforschung) hat eine Studie durchgeführt und kommt auf folgende Unfallverteilung.

  • 60% aller Unfälle mit Kindern passieren im Haushalt
  • 19% der Unfälle passieren in Betreuungseinrichtungen
  • 14% der Unfälle passieren im Straßenverkehr
  • 4% der Unfälle passieren beim Sport

Wo im Haushalt passieren die meisten Unfälle mit Kindern?

Die Frage hat viel mit dem Alter der Kinder zu tun. Bei Kindern bis etwa anderthalb Jahren stehen Schlaf- und Sitzmöbel ganz vorne.

Bei Kindern von 2 bis 4 Jahren sind diese ebenfalls noch relevant, allerdings kommen dann auch Spielgeräte und Haushaltsgeräte hinzu. Denn die Kinder werden mobiler, neugieriger und erobern sich ihren Lebensraum.

Wenn die Kinder dann älter werden vergrößert sich der Kreis der Unfallgefahren immer weiter. Dann geht es auch vielmehr noch um Unfälle beim Spielen und beim Sport.

Babys auf Tour: Sturzgefahr Möbel und andere Babyfallen

Neugeborene und kleine Babys haben keinen großen Bewegungsraum. Sie können sich nicht drehen, nicht aufrichten, kommen kaum von der Stelle, können nichts greifen.

Bis zu dem Zeitpunkt, wenn sie es doch können.

Denn oft erlernen die Zwerge neue Fähigkeiten scheinbar von einem Moment auf den anderen. Oder sie sind plötzlich wach, obwohl sie gerade noch tief und fest geschlafen haben. Oder sie winden sich unter dem Griff von Mama und Papa schlangenartig in die Freiheit.

Vertraue niemals einem stillliegenden Baby.

Ich habe zugegebenermaßen einen saloppen Tonfall. Aber das Thema ist ernst und die Folgen können schwerwiegend sein.

Für die Kleinen verbergen sich die größten Gefahren in der Wohnungseinrichtung und der Babyausstattung:

  • Sturzgefahr. Babys unterliegen der Schwerkraft. Sie fallen wann immer sie eine Kante erreichen können. Dazu gehören neben Sofa, Wickeltisch und Babystuhl auch Treppe, Fenster und Balkongeländer.
  • Erstickungsgefahr. Babys und Kleinkinder haben den angeborenen Instinkt, alles was sie finden können in den Mund zu stecken.
  • Verbrühungsgefahr durch heiße Getränke in nicht gesicherten Tassen und Kannen oder Kerzen.
  • Vergiftungsgefahr durch giftige Stoffe wie z.B. Reinigungsmittel, Kosmetika oder ein scheinbar harmloses Gläschen Wein.
  • Gefahr durch gefährliche Spielgeräte. Auch diese bergen Sturzgefahr, Erstickungsgefahr, Vergiftungsgefahr, wenn sie nicht altersgemäß sind oder nicht auf Sicherheit geprüft wurden.

Brennpunkt Küche und andere Arbeitsräume

Viele Unfälle im Haushalt passieren in der Küche. Insbesondere betrifft das Kinder ab dem Kleinkindalter.

Aber ganz ehrlich? Je älter die Kinder werden, desto gefährlicher sind auch die Arbeitsräume wie Küche, Garage und Keller. Denn dort befinden sich die Spielzeuge der großen, die für Kinder ganz besonders interessant sind.

Das Gute ist, dass diese Gefahren ziemlich offensichtlich sind. Das Metzgermesser in der Küche ist eine Gefahrenquelle, die sowohl für Eltern als auch für Kinder gut zu identifizieren, zu erklären und zu verstehen ist.

Unfälle in der Küche und in anderen Arbeitsräumen haben meistens folgende Ursachen:

  • Verbrennungen durch heiße Herdplatten oder Backöfen
  • Verbrühungen durch heißes Wasser aus dem Wasserkocher, heiße Topfinhalte oder Pfanneninhalte
  • Schnittverletzungen durch Messer
  • Verletzungen durch Werkzeuge
  • Vergiftungen durch giftige Stoffe, oder Stoffe, die nicht für Kinder bestimmt sind (z.B. Alkohol)
  • Folgeverletzungen durch Stolpern über oder Ziehen an herunterhängenden Kabeln von Küchenmaschinen (Wasserkocher, Toaster, Küchenmaschine)
  • Sturz von Stühlen/Arbeitsplatte

Wir gehen weiter unten in den Kapiteln zu den einzelnen Verletzungsmöglichkeiten noch im Detail in die Risiken, die jeweils bestehen. Also weiterlesen!

Und dann ist da noch der ganze Rest…

Wäre es nicht schön, wenn es eine umfassende Liste mit allen möglichen Unfällen im eigenen Zuhause gäbe?

Leider ist das nicht so einfach. Denn die gemeinsten Unfälle passieren oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Und manchmal reicht es auch schon, über die eigenen Füße zu stolpern.

Hier nochmal eine Liste von häufigen Gefahrenquellen, die in keinster Weise abschließend ist. Für mehr Details, lest weiter unten nach, in den Kapiteln zu den einzelnen Risikogruppen.

  • Schnittverletzungen durch Glas (Gläser, Geschirr, Glastüren, Glasmöbel)
  • Stromstöße durch Steckdosen oder Geräte
  • Stürze auf ‚harten Böden‘ wie Fließen, Badewanne, Steinterrasse…
  • Stürze von Stühlen, vor allem Kinderstühlen
  • Stürze von Möbeln (z.B. Wickelkommode, Hochbett, Klettern auf Regale)
  • Treppenstürze
  • Vergiftungen durch z.B. Putz- oder Waschmittel, Medikamente
  • Vergiftungen durch Lebensmittel , die nicht für Kinder gedacht sind (z.B. Alkohol)
  • Verletzungen durch umstürzende Möbel
  • Verletzungen durch ungeeignetes Spielzeug
  • Verbrühungen durch zu heißes Wasser im Badezimmer

Unfälle vorbeugen…

… das ist die Königsdisziplin. Denn der beste Unfall ist der, der gar nicht erst passiert.

Wie ihr euch denken könnt, gibt es auch hier einen riesigen Unterschied zwischen Babys, Kleinkindern, Schulkindern und Teenagern.

Babys können kein Gemüse schneiden

Sie können auch nicht lernen, nicht vom Sofa zu fallen. Man kann ihnen auch nicht klar machen, dass es auf dem Wickeltisch wesentlich schöner ist als auf dem kalten Fließenboden.

Im Ernst. Unfallvermeidung bei Babys liegt zu einhundert Prozent in der Verantwortung der Eltern. Denn ihr könnt mit vielem rechnen, aber nicht mit der Vernunft eures Säuglings.

Sichert, räumt weg, polstert, seit wachsam. Geht verantwortungsvoll mit dem Leben und der Gesundheit eures Babys um.

Aber: auch wenn ihr alle Ratschläge befolgt und alles in eurer Macht stehende tut, um Unfälle zu vermeiden – sie können trotzdem passieren. Wir sind alle nur Menschen.

Die gute Nachricht: Babys sind ziemlich zäh.

Und irgendwann ist die Babyzeit dann vorbei. Leider ist das kein Grund zum Durchatmen, denn so ein Kleinkind ist mindestens genauso anstrengend. Manchmal hat man sogar das Gefühl, dass sie aktiv versuchen, sich umzubringen…

Daher ist mein Tipp für älter werdende Kinder:

Entdeckt den Lehrer in euch!

Geht offensiv und vor allem offen mit Sicherheit, Gefahren und Risiken um. Zeigt, erklärt, bringt bei, übt, sensibilisiert. Natürlich immer altersgerecht, immer unter Aufsicht und immer mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen.

Ein informiertes Kind, das nicht heimlich mit den spannenden Werkzeugen von Mama und Papa hantieren muss, sondern ganz offiziell und mit den Eltern gemeinsam arbeiten kann, ist ein ganz wesentlicher Schritt zur Unfallvermeidung.

Dabei ist der Übergang vom Baby zum Kind natürlich fließend und auch bei jedem Kind anders. Ihr wisst selbst am besten, wann ihr eurem Kind was zutrauen könnt.

Unfallgefahren im Einzelnen – Risiken für Babys und Kleinkinder

Ich habe hier die Risiken und Gefahren nach Verletzungen sortiert und nicht nach Gefahrenquellen. So kann ich zu jedem Thema gleich den richtigen Lösungsansatz mitliefern, denn diese sind innerhalb einer Verletzungsgruppe oft ähnlich.

Kleiner Hinweis: Ich gebe zu den einzelnen Unfallgefahren jeweils Tipps für die richtige Vorbereitung und auch dazu, was man im Notfall tun kann. Ich bin jedoch kein Arzt! Alle Informationen in diesem Artikel bitte ich kritisch zu betrachten. Ich kann und will keinen Mediziner und keine professionelle Diagnose ersetzen. Trefft die für euch notwendigen Vorbereitungen mit Sorgfalt und handelt im Ernstfall verantwortungsbewusst. Geht lieber einmal mehr zum Arzt als einmal zu wenig.

Nochmal ein Hinweis: Dieser Artikel soll ganz klar ein Ratgeber-Artikel sein und bleiben. Direkte Werbung hat hier nichts zu suchen. Ich habe deshalb keine Partner-Links zu speziellen Sicherheitsprodukten hier eingefügt. Alle Produkte, die ich persönlich für sinnvoll halte, findet ihr in diesem Artikel mit entsprechenden Links und Preisen.

Verbrühungen und Verbrennungen bei Babys und Kleinkindern

Kindersicherheit im Haushalt

Wir beginnen gleich mit einer der schlimmsten Verletzungsarten, die es im Haushalt so gibt.

Verbrühungen und Verbrennungen können langwierige und manchmal sogar lebenslange Folgen nach sich ziehen. Sie sind extrem schmerzhaft und passieren in Sekundenbruchteilen.

Es ist auch eine der häufigsten Unfallursachen im Haushalt. Etwa 30.000 Kinder müssen jährlich wegen Verbrennungen und Verbrühungen zum Arzt. Laut dem statistischen Bundesamt werden davon etwa 6.000 im Krankenhaus behandelt und etwa 1.400 Kinder werden in Verbrennungszentren versorgt.

Verbrühungen sind weit häufiger als echte Verbrennungen. Dabei muss z.B. Wasser bei weitem nicht kochen. Für empfindliche Kinderhaut reicht es, wenn das Wasser über 50° erhitzt wird. Das heißt, dass das heiße Wasser aus unseren Wasserhähnen oft ausreicht, um Babys und Kleinkinder ernsthaft zu verbrühen.

Gefahrenquellen

Für Verbrühungen und Verbrennungen gibt es zwei Hauptquellen: Die Küche und das Badezimmer.

In der Küche sind es zum einen die direkten Feuerstellen. Dazu gehört:

  • Herd
  • Backofen
  • Toaster
  • Eierkocher
  • Reiskocher
  • Andere Geräte, mit offenen Hitzequellen

Zum anderen ist es alles, was erhitzt wurde:

  • Heißes oder sogar kochendes Wasser im Wasserkocher oder auf dem Herd
  • Heiße Töpfe und Pfannen und deren Inhalt
  • Heiße Backbleche und deren Inhalt
  • Fritteuse
  • Gefäße und deren Inhalt, die aus der Mikrowelle kommen
  • Heißer Dampf über z.B. Töpfen, Eierkocher, Reiskocher…

Im Badezimmer geht es hauptsächlich (aber nicht nur) um heißes Wasser:

  • Zu heißes Wasser in der Badewanne – gerade Babys dürfen nicht in Wasser über 40°C gebadet werden
  • Zu heißes Wasser in der Dusche oder aus dem Wasserhahn im Waschbecken
  • Verbrennungen durch zu heißes Föhnen

Allerdings sind die Küche und das Badezimmer nicht die einzigen Stellen im Haus, an denen man sich verbrennen und verbrühen kann. Bitte prüft selbst, wo genau eure Gefahrenquellen liegen.

Unter anderem führen die folgenden Dinge zu Unfällen mit Verbrennungen und Verbrühungen:

  • Tassen mit heißen Getränken wie Tee oder Kaffee
  • Zu heiße Heizungen
  • Zu heiße Wärmekissen/Wärmeflaschen
  • Bügeleisen oder Dampfbügler
  • Sonnenbrand durch direkte Sonneneinstrahlung auf Balkon, Terrasse, Garten oder durch Fensterscheiben.
  • Grill
  • Offener Kamin oder Ofen

Und hier besteht nicht nur Verletzungs- sondern zusätzlich auch noch Brandgefahr:

  • Offene Kerzen (normale Kerzen, Windlichter, Christbaumbeleuchtung, Adventskranz…)
  • Feuerzeuge oder Streichhölzer.
  • Werkzeug, das nicht sicher gelagert wurde oder nicht unter sachgemäßer Aufsicht benutzt wird, z.B. Lötkolben, Bunsenbrenner

Gefahren vermeiden

  • Wir werden es im Laufe des Artikels noch ein paar Mal sagen: Gefahren erkennen ist der erste Schritt zur Gefahrenvermeidung. Geht deshalb mit offenen Augen durch die Wohnung und identifiziert die möglichen Risiken.
  • Offene Kabel von Wasserkocher und anderen Küchenmaschinen so verlegen, dass nicht daran gezogen werden kann.
  • Gefahrenquellen in der Küche immer soweit wie möglich nach hinten schieben.
  • Herd schützen (z.B. mit Herdschutzgitter). Auf den hinteren Kochplatten kochen, Herddeckel schließen, Griffe von Töpfen und Pfannen nach hinten richten.
  • Mit dem Kind über Gefahrenquellen sprechen und altersgerecht in die Nutzung der Küchengeräte einführen.
  • Keine heißen Dinge wie z.B. Teetassen oder Suppe dort stehen lassen, wo Kinder Zugang haben.
  • Temperatur von Wasser für Babynahrung immer prüfen.
  • Auf die Temperatur des Badewassers achten (z.B. mit einem Badethermometer). Kein heißes Wasser nachlaufen lassen, wenn das Kind allein in der Wanne sitzt.
  • Die Temperatur von Wasser in Dusche oder Waschbecken immer prüfen. Evtl. heißes Wasser auf 50° begrenzen.
  • Babyhaare und Kleinkindhaare auf niedriger Temperatur föhnen und immer mit der eigenen Hand prüfen.
  • Wärmeflaschen und Wärmekissen immer prüfen und nie direkt auf der Haut anwenden. Nicht zu lange verwenden und die Haut des Babys oder Kleinkindes regelmäßig alle paar Minuten kontrollieren.
  • Werkzeug so lagern, dass Kinder allein keinen Zugang haben und die Nutzung immer beaufsichtigen. Kindern altersgerecht die richtige Nutzung beibringen.
  • Keine offenen Kerzen unbeaufsichtigt herumstehen lassen. ‚Echte‘ Kerzen durch LED Kerzen ersetzen.
  • Feuerzeuge und Streichhölzer sicher und für Kinder unzugänglich verwahren.
  • Künstliche Christbaumbeleuchtung verwenden.
  • Bügeleisen und andere Bügelgeräte nie unbeaufsichtigt eingeschaltet stehen lassen.
  • Keine heißen Dinge, wie z.B. Eimer mit heißem Putzwasser, auf dem Boden abstellen.
  • Auf Balkon bzw. Terrasse an Sonnenschutz denken. z.B. Sonnenschirm, Sonnenschirm und natürlich Sonnencreme. Vor allem bei Sandkästen oder Planschbecken.
  • Den heißen Grill nie unbeaufsichtigt lassen – auch nicht die heiße Glut nach dem Grillen. Brandbeschleuniger immer sicher verwahren.
  • Auf herunterhängende Tischdecken achten, eventuell auf Tischdecken verzichten.
  • Offenen Kamin oder Ofen nur dann anheizen, wenn eine Aufsichtsperson die komplette Zeit im Raum ist.
  • Kind durch Laufgitter schützen.
  • Rauchmelder installieren.

==> Produktempfehlungen bekommt ihr auf dieser Seite

Was tun bei Verbrennung und Verbrühungen?

Sofort das brennende oder verbrühende Material von der Haut entfernen.

Verbrennungen und Verbrühungen werden folgendermaßen kategorisiert:

  • 1. Grad: die verletzte Stelle ist gerötet, schwillt an und schmerzt
  • 2. Grad: Es bilden sich zusätzlich Blasen
  • 3. Grad: Auch tiefere Hautschichten und Nerven sind betroffen. Sehr schwere Verletzung, die nicht schmerzt. Hauttransplantationen sind notwendig.
  • 4. Grad: Die Haut ist komplett verkohlt. Die betroffenen Stellen sind hart und schwarz. Schlimmste Art der Verbrennung.

Bei leichten Verbrennungen und Verbrühungen ersten Grades hilft es, die betroffenen Körperstellen sanft mit kühlem (nicht kälter als 15°) Wasser zu kühlen. Eis oder kaltes Wasser hat an diesen Stellen nichts zu suchen.

Da Babys und kleine Kinder leicht auskühlen, sollte nicht zu lange gekühlt werden – gerade wenn die Umgebungstemperatur niedrig ist. 10 bis 15 Minuten sollten ausreichen.

Ist die Verletzung schwerer oder seid ihr euch nicht ganz sicher, dann ruft unmittelbar beim Kinderarzt an und befolgt seinen Rat. Auch wenn die betroffene Hautstelle nach ein paar Tagen nicht besser wird oder nur „kleine“ Blasen schlägt, solltet ihr einen Arzt aufsuchen. Auch diese Verletzungen können Narben hinterlassen.

Bei Verbrennungen 2. Grades gilt: heiße Verletzungsursache entfernen, Hautstelle sanft für etwa 10-15 Minuten kühlen und ab zum Arzt.

Wenn ihr das Gefühl habt, dass es schlimm ist, wenn ihr nicht wisst, was ihr tun sollt, oder wenn es tiefere Verletzungen über eine größere Fläche (mehr als 15%) sind, dann ruft den Notarzt.

Schlimmere Verbrennungen bzw. Verbrühungen sind traumatische und schmerzhafte Erfahrungen, die in vielen Fällen zu einem Schockzustand führen. Ruft Hilfe, bleibt ruhig, bleibt bei eurem Kind.

Weitere Hinweise zum Verhalten bei Verbrennungen und Verbrühungen findet ihr bei Kinderärzte im Netz.

Stürze und Stoßverletzungen bei Babys und Kleinkindern

Kindersicherheit im Haushalt

Die Arten der Verletzung von Stürzen und Stößen sind oft ähnlicher Natur. Daher fasse ich sie hier zusammen.

Es ist eine der häufigsten Verletzungsarten von Babys und kleinen Kindern. Während man sie bei Babys noch relativ leicht vermeiden kann, ist es bei Kleinkindern mit zunehmender Mobilität immer schwieriger.

Und obwohl der ein oder andere Sturz und Stoß unvermeidbar ist und zum Kinderleben dazugehört, solltet ihr doch alle unnötigen Verletzungen so gut wie möglich vermeiden und vor allem die Gefahrenquellen mit dem größten Risikopotential so weit wie möglich ausschließen.

Das gilt vor allem bei Babys. Für die ganz Kleinen können Stürze weitreichende Folgen haben. Die größte Gefahr dabei ist der Kopf. Dieser ist bei Babys und kleinen Kindern nämlich proportional zum Körper extrem groß. Was dazu führt, dass die Kleinen oft mit dem Kopf zuerst aufkommen.

Gefahrenquellen

Bei den Gefahrenquellen arbeiten wir uns vom kleinen zum großen und fangen bei den Möbeln an:

  • Sturzgefahr von Sitzmöbeln und Schlafmöbeln wie Sofas, Stühle, Bett, insbesondere Hochbetten
  • Sturzgefahr von Wickeltischen
  • Sturzgefahr von Möbeln auf die geklettert werden kann, wie Tische, Regale, Küchenarbeitsplatte
  • Sturzgefahr durch Spielzeug wie Kletterwand, Hängehöhle, Schaukel, Zimmerrutsche
  • Stoßgefahr durch Möbelkanten und Möbelecken
  • Ausrutschen in Badewanne oder Dusche

Dann gibt es noch die Gefahren durch die größeren Strukturen im Haus:

  • Gefahr durch Treppenstürze
  • Sturzgefahr durch rutschige und harte Böden
  • Sturzgefahr durch Galerien
  • Gefahr durch Glastüren

Und dann gibt es immer noch die extremen Fälle:

  • Sturz vom Balkon
  • Sturz aus dem Fenster
  • Sturz vom Dach

Gefahren vermeiden

Bei der Vermeidung der Gefahren ist auch hier wieder wichtig, dass ihr sie zunächst erkennt. An erster Stelle steht also mit offenen Augen durch Haus oder durch die Wohnung zu gehen und zu schauen, wo Handlungsbedarf ist.

Der Übersichtlichkeit halber wieder in Listenform:
(Tipps für einzelne Produkte bekommt ihr auf dieser Übersichtsseite.)

  • Überblick über die möglichen Gefahren verschaffen.
  • Rutschige Böden oder Treppen mit Läufern oder ähnlichem sicherer machen.
  • Rutschige Teppiche mit Teppichklebeband oder Rutschmatten fixieren (gibt es im Baumarkt).
  • Möbel so stellen, dass Sturz- und Stoßgefahr verringert wird.
  • Möbel, die zum Klettern einladen wie z.B. Regale oder Sideboards fest mit der Wand verschrauben.
  • Möbelecken und Kanten mit Kantenschutz sichern.
  • Zum Thema Hochbetten unseren entsprechenden Artikel lesen.
  • Kinder in Hochstühlen, Wippen o.ä. immer anschnallen.
  • Kinder nie unbeaufsichtigt auf Wickeltischen, Sofas o.ä. liegen lassen.
  • Treppenschutzgitter und/oder Türschutzgitter nutzen.
  • Treppengeländer in geeigneter Höhe anbringen.
  • Kindern richtiges Treppensteigen so früh wie möglich beibringen.
  • Laufstall nutzen.
  • Keine Klettermöglichkeiten auf Balkonen, Galerien oder in der Nähe von offenen Fenstern bieten. Dazu gehören Stühle, Tische, Regale und Ähnliches.
  • Kleinkinder auf Balkonen nie unbeaufsichtigt lassen.
  • Alle Geländer im Haus auf Kindersicherheit prüfen. Die Gitterstäbe dürfen den Kopf und auch die Hüfte nicht durchlassen.
  • Dem Alter angemessenes Spielzeug nutzen und eventuell zusätzlich eine weiche Unterlage verwenden.

Was tun bei Stoß- und Sturzverletzungen?

Die Frage lässt sich nicht so leicht beurteilen, denn Stoß- und Sturzverletzungen können ganz unterschiedlich in Art und natürlich auch in der Schwere sein.

Leichte Verletzungen wie blaue Flecken, leichte Abschürfungen oder kleine Kratzer kann man mit dem erste Hilfe Set zu Hause gut selbst behandeln.

Alles was darüber hinaus geht, sollte sich ein Arzt anschauen, vor allem bei Kindern, die noch sehr klein sind.

Sind die Verletzungen schwerwiegend, ist der Kopf betroffen, ist viel Blut im Spiel, befindet sich das Kind in einem Schockzustand oder seid ihr generell mit der Situation überfordert, dann wählt den Notruf (112).

Ihr solltet auch immer vorsichtig und wachsam sein, wenn der Kopf beteiligt war. Bei Babys solltet ihr jeden Kopfstoß vom Kinderarzt kontrollieren lassen und auch bei älteren Kleinkindern solltet ihr Kopfverletzungen immer ernst nehmen.

Kein Risiko eingehen. Im Zweifelsfall immer zum Arzt oder zumindest beim Arzt anrufen.

Schnittverletzungen bei Babys und Kleinkindern

Gefahrenquellen

Die größten Übeltäter sind wohl Messer und Scheren. Wenn ihr kurz gedanklich durch euer Haus geht, dann werdet ihr überrascht sein, wie viele Messer, Scheren und vergleichbares Werkzeug wir alle zu Hause rumliegen haben.

  • Küchenmesser
  • Küchenschere
  • Bastelmesser
  • Bastelschere
  • Teppichmesser
  • Paketmesser
  • Nähschere und -utensilien
  • Nagelschere
  • Rasierer
  • Taschenmesser
  • Gartenschere
  • Gartenmesser
  • Andere scharfe Gartenutensilien
  • Diverse Campinggeräte
  • Verbandsschere

Alle diese Schneidwerkzeuge sollten von Kindern unzugänglich aufbewahrt werden. Außerdem sollten die Kinder altersgerecht aber frühzeitig lernen, mit den Werkzeugen wie Scheren und Messern umzugehen. Natürlich immer unter Aufsicht.

Das hilft nicht nur der Sicherheit, sondern auch der Feinmotorik. (Warum die so wichtig ist könnt ihr in diesem Artikel hier nachlesen.)

Schnittwunden sind übrigens oft erst dann ein Problem, wenn Kinder mobiler werden und an Schnittwerkzeuge selbstständig rankommen können. Bei Babys sind es eher ungewöhnliche Verletzungen.

Aber natürlich können Schnittverletzungen nicht nur durch Scheren oder Messer passieren.

Auch Glas-, Porzellan- oder andere Scherben können gefährlich werden. Übeltäter sind in diesem Fall oft:

  • Zerbrochene Gläser
  • Zerbrochenes Geschirr
  • Zerbrochenes Fensterglas oder Glastüren
  • Zerbrochene Glühbirnen

Und dann gibt es da auch noch Dinge, die relativ harmlos aussehen, wie z.B. die Deckel von Blechdosen oder einfaches Papier, die aber ebenfalls zu gemeinen Schnitten führen können.

Gefahren vermeiden

  • Alle gefährlichen Werkzeuge im Haus identifizieren und evtl. an einigen wenigen, verschließbaren ‚Sammelstellen‘ lagern
  • Gläser, Tassen, Geschirr nicht unbeaufsichtigt stehen lassen
  • Für Babys und Kleinkinder nicht-zerbrechliches Geschirr verwenden
  • Splitterschutzfolie für gefährdete Glasscheiben
  • Aufkleber auf Glastüren, um sie besser sichtbar zu machen
  • Keine harten Bälle im Innenbereich. Diese sind die natürlichen Feinde von allem, was zerbrechlich ist.

==> Auch hier gibt es wieder ein paar Produktideen auf dieser Seite

Was tun bei Schnittverletzungen?

Auch hier gilt wieder, dass die Art und Schwere der Verletzung bestimmt, wie genau ihr vorgehen solltet.

Schnittverletzungen, die oberflächlich sind, schnell aufhören zu bluten und nicht stark schmerzen, kann man zu Hause behandeln.

So eine Wunde darf ruhig auch ein bisschen an der Luft bluten, damit der Dreck ausgespült wird. Ist die Wunde an sich schmutzig, dann kann sie mit klarem Wasser ausgewaschen werden.

Anschließend desinfizieren und Pflaster drauf. Wenn die Wunde nicht blutet, kann auch Wundcreme aufgetragen werden.

Innerhalb von ein paar Tagen sollte die Wunde gut verheilen.

Zum Kinderarzt solltet ihr gehen, wenn…

  • Die Schnittverletzung tief ist.
  • Die Verletzung stark blutet.
  • Die Blutung nicht aufhört.
  • Es sich ein roter Hof um die Verletzung bildet oder die Wunde stark nässt.
  • Wenn das Kind starke Schmerzen hat oder die Schmerzen nicht nachlassen.
  • Wenn Fieber dazukommt.
  • Wenn andere Symptome wie Schwindel, Übelkeit oder Zittern dazukommen.
  • Wenn ihr euch unsicher seid.

Auch hier gilt wie immer: Wenn ihr eine schlimme Schnittverletzung habt, die ihr allein nicht in den Griff bekommt, wenn das Kind sehr stark blutet oder sogar im Schockzustand ist, dann ist es höchste Zeit für einen Notruf (112).

Bleibt im Zweifelsfall immer auf der sicheren Seite.

Vergiftungen bei Babys und Kleinkindern

Kindersicherheit im Haushalt

Ab etwa 7 Monaten bis etwa 4 Jahren gehören Vergiftungen mit zu den häufigsten Unfallgefahren für Kleinkinder.

Dieses Thema ist ein sehr umfangreiches, da die Arten der Vergiftung so unterschiedlich sind. In diesem Artikel geht es mehr um Prävention als um erste Hilfe. Daher habe ich euch hier ein PDF zum Download verlinkt, das ihr euch herunterladen und genau durchlesen solltet. Es ist vom Bundesinstitut für Risikobewertung und ist ausführlich, hilfreich und umfassend: Risiko Vergiftungsunfälle bei Kindern

Aber natürlich erfahrt ihr auch hier ein paar Tipps, wie ihr euch vor dem Schlimmsten schützen könnt.

Gefahrenquellen

Es gibt jede Menge Stoffe in jedem durchschnittlichen Haushalt, die für Kinder ziemlich schnell ziemlich gefährlich werden können. Dazu gehören:

  • Putzmittel
  • Waschmittel
  • Geschirrspülmittel inklusive Klarspüler und Salz
  • Farben und Lacke
  • Starke Reinigungsmittel wie Waschbenzin oder Verdünnungen
  • Essigsäure
  • Zitronensäure
  • Insektizide
  • Pestizide
  • Brennöle

Aber natürlich sind nicht nur ‚echte‘ Giftstoffe gefährlich für Kinder. Es gibt auch noch die Dinge, die man vielleicht auf den ersten Blick nicht als Gift einordnet, die aber ebenfalls ein echtes Risiko darstellen:

  • Alkohol
  • Zigaretten
  • Medikamente
  • Kosmetika (Shampoos, Cremes, Deodorants, Seifen…)
  • Allergieauslöser bei Kindern mit Allergien
  • Pflanzen
  • Blumendünger
  • Duftöle
  • Alte Fieberthermometer können Quecksilber enthalten
  • Klebstoffe

Gefahren vermeiden

Vergiftungen werden durch richtiges Lagern, Aufsicht und Aufklärung vermieden.

Das Problem ist, dass es so viele Situationen in unserem Alltag gibt bei denen Giftstoffe beteiligt sind. Es ist fast unmöglich, alle Gefahren zu vermeiden.

Einen Versuch ist es trotzdem wert.

  • Giftstoffe im Haushalt identifizieren und entsprechend sicher lagern. Es hilft dabei, Giftstoffe zu sammeln, d.h. alle Putzmittel, Kosmetika oder Medikamente an einem zentralen, abschließbaren Ort zu lagern.
  • Kindersicherungen für Schubladen und Schränke nutzen. Mehr darüber findet ihr auf unserer Produktseite.
  • Auch scheinbar harmlose Stoffe und Medikamente wie Hustensaft oder Kopfschmerztabletten immer verschlossen aufbewahren.
  • Wissen, was die Warnhinweise auf Verpackungen bedeuten.
  • Kinder nicht unbeaufsichtigt mit Giftstoffen allein lassen. Auch nicht, wenn es kurz an der Tür klingeln und das Fensterputzmittel für höchstens 10 Sekunden auf dem Tisch stehen gelassen wird.
  • Konsequent und altersgerecht aufklären und den Umgang mit Giftstoffen üben.
  • Darauf achten, dass Medikamente, Reiniger und andere Giftstoffe Sicherheitsverschlüsse haben.
  • Alkohol nicht in Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Auch in Handtaschen befinden sich oft gefährliche Stoffe wie z.B. Medikamente oder Kosmetika. Auch hier sollte man vorsichtig sein.
  • Das ausführliche PDF des Bundesinstitut für Risikobewertung herunterladen und lesen: Risiko Vergiftungsunfälle bei Kindern
  • Gefährliche Stoffe nie in andere Gefäße umfüllen und in Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Pflanzen im Haushalt auf Giftigkeit prüfen und entsprechend sicher aufstellen.

Extra Tipp aus der eigenen Kindheit: Waschbenzin sollte nicht in Wasserflaschen im Kühlschrank aufbewahrt werden…

Was tun bei Vergiftungen?

Zuerst möchte ich kurz zusammenfassen, was ihr NICHT (auf gar keinen Fall) tun solltet:

  • Niemals Erbrechen auslösen, durch welche Mittel auch immer. Es richtet mehr Schaden an als es nützt, vor allem bei ätzenden Stoffen.
  • Nichts anderes außer Wasser, Tee oder Saft zu trinken geben. Vor allem Milch kann mehr schaden als nützen.
  • Keine wertvolle Zeit vergeuden. Wenn euer Kind Giftstoffe verschluckt hat, dann wartet nicht ab, bis erste Beschwerden auftreten, sondern reagiert sofort.
  • Nicht vergessen, die Verpackungen der Giftstoffe mit zum Arzt oder ins Krankenhaus zu nehmen.

Vergiftungen jeder Art können böse enden. Selbst wenn im ersten Augenblick keine Beschwerden auftreten.

Jede Einnahme von giftigen Stoffen sollte mindestens zu einem sofortigen Besuch beim Kinderarzt oder einem Anruf bei der Giftnotrufzentrale führen.

Im Zweifelsfall immer den Notruf (112) wählen.

So reagiert ihr richtig:

  • Kind beruhigen und ruhig lagern.
  • Giftreste von Haut und aus der Mundhöhle entfernen. Betroffene Kleidung entfernen.
  • Falls Augen in Kontakt gekommen sind, diese mit klarem Wasser auswaschen.
  • Wasser, Tee oder Saft zum Trinken anbieten.
  • Für gute Raumdurchlüftung sorgen.
  • Je nach Schwere der Vergiftung Notruf (112), Giftnotrufzentrale oder Kinderarzt anrufen.
  • Verpackung des Giftstoffes bereithalten und mit ins Krankenhaus oder zum Arzt nehmen.

Nochmal der Hinweis: Bitte sofort reagieren. Auch wenn ihr im ersten Moment keine Beschwerden erkennt. Gerade bei Vergiftungen durch Medikamente können Folgen erst nach einiger Zeit auftreten. Im Zweifelsfall immer bei der Giftnotrufzentrale anrufen und sich an deren Ratschläge halten.

Eine Liste der Giftnotrufzentralen findet ihr auf dieser Seite. Hinterlegt euch die entsprechende Telefonnummer am besten in der Nähe eures Telefons und fügt sie zu euren Handykontakten hinzu.

Stromstöße bei Babys und Kleinkindern

Stromstöße sind bei Kindern heute seltener als in der vorigen Generation. Das liegt daran, dass unsere Geräte sicherer geworden sind und auch bessere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Trotzdem ist auch Stromstoß im Haushalt bei Babys und Kleinkindern immer noch eine Gefahr, die man erst nehmen sollte.

Gefahrenquellen

Sie Gefahrenquellen liegen überall dort, wo Strom fließt:

  • Steckdosen
  • von Kindern gut erreichbare elektronische Geräte
  • elektronische Geräte in der Nähe von Wasserquellen
  • schlecht isolierte und offen verlegte Leitungen und Kabel
  • defekte, alte Geräte
  • unzureichende Sicherungen

Gefahren vermeiden

Im Falle von Strom gilt ganz besonders das, was auch in den anderen Kategorien wichtig ist: Das Thema ernst nehmen. Das gilt auch für die Häuslebauer, die gerne mal selbst Elektroinstallationen oder Elektroreparaturen durchführen, für die sie nicht qualifiziert sind.

Daher gilt:

  • Elektroinstallationen und -reparaturen immer vom Fachmann durchführen lassen.
  • Leitungen fachmännisch und für Kinder unzugänglich verlegen lassen.
  • Keine Kabel von Elektrogeräten hängen lassen.
  • Steckdosen mit Sicherungen schützen.
  • Defekte Geräte und Geräte mit unzureichenden Sicherungen ersetzen.
  • Kinder frühzeitig mit dem Thema vertraut machen und über die Gefahren aufklären.
  • Elektrogeräte nicht in der Nähe von Wasser (z.B. volle Badewanne) betreiben.
  • Kinder nicht unbeaufsichtigt mit elektronischen Geräten spielen lassen.

Was tun bei Stromstößen?

Grundsätzlich gilt: Je stärker und je länger der Stromschlag war, desto schwerer sind die Folgen.

Ein Stromschlag kann zu Krämpfen, Atemnot, Schwitzen und Angstzuständen führen. Stärkere Schläge lösen Verbrennungen aus. Es kann zu Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern kommen, wenn das Herz betroffen ist. Liegt das Gehirn im Stromkreis, dann führt das unter Umständen zu Bewusstlosigkeit, starken Krämpfen bis zum Atemstillstand.

Was also tun bei einem Stromunfall?

  • Als erstes immer die Stromquelle abschalten bevor man den Betroffenen berührt. Ist das nicht möglich, dann mit einem Gegenstand aus Holz, Leder, Stoff, Gummi das Kind von der Stromquelle trennen.
  • Evtl. beatmen, wenn das Kind nicht von selbst atmet.
  • Prüfen, ob Verbrennungen vorliegen.
  • Notruf anrufen (112)

Ist das Kind bei Bewusstsein und normal ansprechbar gehört es trotzdem zum Kinderarzt. Nur dieser kann überprüfen, ob es keine inneren Verletzungen davongetragen hat. Herzrhythmusstörungen können auch noch Stunden nach dem Stromunfall auftreten.

Verschlucken

Kindersicherheit im Haushalt

Es passiert fast jedem Kind einmal. Eine Traube, eine Nuss oder auch ein Legoteil gerät in den ‚falschen Hals‘, steckt in der Luftröhre fest und blockiert die Atmung.

Jetzt ist schnelles Reagieren gefragt, denn hier können Sekunden Ausschlag geben.

Gefahrenquellen

Alles, was klein genug ist, um verschluckt zu werden, kann zum Problem werden:

  • Verschlucken von normaler Nahrung, scheinbar grundlos
  • Zu schnelles Essen
  • Sprechen beim Essen
  • Rennen beim Essen
  • Verschlucken von kleinen Fremdkörpern

Gefahren vermeiden

Eltern und Kinder, die es ohne Verschlucken durch die ersten Jahre schaffen haben richtig Glück gehabt. Denn da die Verschluckungsgefahr schon beim ganz normalen Essen lauert, kann man das Risiko zwar etwas minimieren, aber ganz ausschließen kann man verschlucken nie.

Daher solltet ihr euch natürlich mit der Vermeidung der Gefahr beschäftigen, aber ihr solltet euch auch darauf vorbereiten im Ernstfall richtig zu reagieren. Damit könnt ihr unter Umständen Leben retten.

Weitere Infos dazu weiter unten.

Reden wir aber erstmal darüber, wie man die Erstickungsgefahr verkleinern kann:

  • Babys und Kleinkinder (und eigentlich auch alle anderen Menschen) sollten immer in Ruhe am Tisch sitzend essen. Nicht herumlaufen, nicht rennen, nicht spielen, nicht hinten im Auto sitzen.
  • Babys und Kleinkinder nicht unbeaufsichtigt essen lassen.
  • Essanfänger nicht mit Nahrungsmitteln überfordern, die klein, rund und fest sind.
  • Trauben, Nüsse und ähnliches durchschneiden.
  • Kleinteile von Kleinkindern fernhalten, bis sie nichts mehr alles in den Mund stecken. Dazu gehören Murmeln genauso wie Taschentücher oder Luftballons.

Auf Verschlucken vorbereitet sein

Hier kommt es darauf an, richtig zu reagieren.

Wenn euer Kind anfängt zu husten, zu würgen, nach Luft zu schnappen oder sogar blau anläuft, dann bekommt es keine Luft mehr.

Kind bitte nicht beatmen solange der Gegenstand noch in der Luftröhre steckt!

  • Baby oder Kleinkind mit dem Kopf nach unten auf den Bauch legen. Je nach Größe des Kindes entweder über den eigenen Arm, die Knie oder auch einen Stuhl.
  • Mit festen Schlägen auf den Rücken klopfen
  • Notruf wählen (112)

Auch wenn nach einem Vorfall mit Verschlucken scheinbar alles wieder gut ist, solltet ihr zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen. Denn falls noch Teile des Übeltäters im Körper sind, kann das zu Entzündungen oder anderen Komplikationen führen.

Hier ist ein Video von den Johannitern, das die Vorgehensweise sehr gut zeigt:

Ersticken

Kindersicherheit im Haushalt

Auch beim Ersticken bleibt die Luft weg, allerdings steckt hier nichts in der Luftröhre, sondern die Atemwege werden von außen blockiert.

Hauptsächlich sind hier Babys in Gefahr, da diese Decken oder Kissen oder andere Dinge nicht einfach entfernen können. Sie sind diesen hilflos ausgeliefert.

Bei Kleinkindern ist es eher eine Frage von Strangulieren. Diese Unfälle kommen seltener vor.

Gefahrenquellen und Gefahren vermeiden

Für Babys ist das Bett oder besser der Schlafplatz eine der größten Gefahrenquellen fürs Ersticken. Daher gilt:

  • Neugeborene und kleine Babys sollten keine Kissen, Bettdecken, Kuscheltiere, Nestchen oder Ähnliches bei sich im Bett, Stubenwagen oder Babykorb haben. Auch im Kinderwagen solltet ihr Überflüssiges, vor allem in Kopfhöhe, vermeiden.
  • Achtet darauf, dass Babys im Tragetuch genug Luft bekommen und der Kopf nicht zu sehr auf die Brust absinkt. Mehr über Fehler beim Tragen findet ihr in diesem Artikel.

Bei Kleinkindern geht es eher um die Einrichtung des Kinderzimmers:

  • Kinderzimmer und Wohnung auf Seile, Gurte oder Ähnliches prüfen, an dem sich Kinder verletzen können.
  • Darauf achten, dass Gitter (z.B. Treppengitter oder Balkongitter oder auch Bettgitter) so eng sind, dass sowohl Kopf als auch Hüfte nicht durchpassen.
  • Auf Sicherheitsverschlüsse / Sollbruchstellen bei Halstüchern, Schals, Lanyards und Ketten achten.
  • Kleinkinder nicht mit Plastiktüten oder Vergleichbarem spielen lassen.

Im Ernstfall auf Ersticken reagieren

Sofort Gegenstand entfernen, der die Atmung blockiert.

Je nach Situation Notruf wählen (112), zum Kinderarzt gehen oder zumindest anrufen.

Wenn das Kind nicht mehr atmet, dann sofort beatmen und in dem Fall natürlich den Rettungsdienst rufen.

Ertrinken

Kindersicherheit im Haushalt

Gefahrenquellen

Ertrinken passiert zu Hause hauptsächlich in der Badewanne. Und es kann nicht nur den ganz Kleinen passieren. Auch Kleinkinder sind vor dieser Gefahr nicht sicher.

Denn oft können Kleinkinder noch nicht angemessen reagieren. Sie können auch in flachem Wasser ertrinken, wenn sie eigentlich nur den Kopf heben müssten.

Dabei ist das Ertrinken selbst eine sehr leise Angelegenheit. Oft gibt es kein Schreien, kein großes Herumplanschen oder -spritzen, sondern nur ein einfaches Untergehen.

Es gibt Fälle, in denen die Eltern nur ein paar Meter entfernt in einem anderen Raum waren und das Ertrinken nicht wahrgenommen haben. Tragischer geht es kaum.

Gefahren vermeiden

Hier geht es hauptsächlich um die Aufsicht. Je kleiner die Kinder sind, desto strenger und disziplinierter müsst ihr mit euch selbst sein.

Lasst eure Kinder nicht außer Sichtweite, wenn sie allein in der Badewanne sitzen.

Müsst ihr tatsächlich einmal den Raum verlassen, dann greift auf andere Lösungen zurück, die sicherstellen, dass ihr das Kind immer ‚im Blick‘ habt. Wenn ihr in der Nähe seid, dann sprecht mit ihm oder lasst es ein Lied singen. Benutzt eine Kamera.

Die beste Vorbeugung hier ist, dass ihr euch zum Baden eine Zeit aussucht, in der ihr nichts anderes erledigen müsst und eventuelle Störungen durch Telefon und Klingel getrost ignorieren könnt.

Gleiches gilt für Pools und Gartenteiche. Immer dabeibleiben und nicht für Kinder offen zugänglich lassen.

Gegen Ertrinken gibt es weder eine Impfung noch ein praktisches Medikament noch einen Verband.

Die beste Vorbereitung ist hier die konsequente Vermeidung von Situationen, in denen euer Kind in so eine Gefahr kommen könnte.

  • Babys nie im Wasser loslassen oder gar allein in der Badewanne lassen.
  • Kinder immer beaufsichtigen, wenn sie baden.
  • Gartenteiche durch Zäune schützen.
  • Planschbecken und Pools im Garten oder auf der Terrasse immer abdecken oder Wasser ablassen.
  • Kindern so früh wie möglich richtiges Verhalten im Wasser beibringen und auch so früh wie möglich das Schwimmen.

Im Ernstfall auf Ertrinken bei Kindern reagieren

Bei Ertrinken müsst ihr sofort reagieren. Hier können Sekunden ausschlaggebend sein.

  • Nehmt das Kind aus dem Wasser und entfernt nasse Kleidung.
  • Atmet das Kind, dann wickelt es in eine trockene, warme Decke und ruft je nach Situation den Notruf oder geht zum Arzt. Eigeatmetes Wasser kann auch noch nach einiger Zeit zu Komplikationen führen.
  • Wenn das Kind nicht mehr atmet, dann muss sofort beatmet und der Notruf abgesetzt werden (112)

Da Ertrinken oft ein Thema in Bädern und an natürlichen Wasserstellen wie Seen ist, werden wir dem Thema in den nächsten Wochen noch einen extra Artikel widmen. Augen offenhalten!

Ein Hinweis zum Schluss

Denkt daran, dass euer Kind mit ziemlicher Sicherheit nicht nur in eurem eigenen Haushalt unterwegs ist.

Zur Vorbeugung von Unfällen gehört auch, Oma, Opa, Tante, Freunde und Babysitter über mögliche Gefahren aufzuklären und auch dort mit offenen Augen durch die Wohnung zu gehen.

Eine dringende Empfehlung ganz zum Schluss

Unfälle können trotz aller Vorsichtsmaßnahmen immer passieren. Gerade dann, wenn die Kinder mobiler, neugieriger und selbständiger werden.

Haltet euch deshalb auf dem Laufenden, was erste Hilfe angeht. Das Rote Kreuz, der ASB, die Malteser und sicherlich auch andere Einrichtungen in eurer Nähe bieten Kurse in erster Hilfe, speziell bei Kindern an.

Hier findet ihr die entsprechenden Infos:
Rotes Kreuz
ASB
Malteser

So einen Kurs kann ich jedem empfehlen.

So. An dieser Stelle mache ich Schluss für heute. Ich hoffe, dass ich euch einige nützliche Informationen an die Hand geben konnte. Wenn ich etwas Wichtiges übersehen habe, dann lasst mir einen Kommentar da.

Ich werde in den folgenden Wochen und Monaten noch einige Male zum Thema Sicherheit zurückkehren. Es wird um Spielplätze, Betreuungseinrichtungen, Sport und auch über das Thema Missbrauch gehen.

Und natürlich wird es auch um das Thema Internet und soziale Medien gehen.

Also schaut wieder vorbei. Und falls es Themen gibt, die euch besonders interessieren, dann freue ich mich ebenfalls über einen Kommentar.

Bis bald, alles Liebe und bleibt gesund!

Eure Katja

Photo by Daria Obymaha, andres chaparro from PexelsCopy

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