Wie ihr eurem Baby, Kleinkind und Kind beim Sprechen lernen helfen könnt…

… und was ihr dabei unbedingt vermeiden solltet.

Die Fähigkeit uns auszudrücken ist eines der wichtigsten Merkmale unseres Mensch-seins.

Sie ist Grundlage für menschliche Beziehungen. Sie prägt unser Selbstbild. Und sie hängt natürlich unmittelbar mit unserer Fähigkeit zusammen, Informationen aufzunehmen, zu verstehen und zu verarbeiten. Kurz: unsere Fähigkeit zu lernen.

Aber wie können wir unserem Nachwuchs beim Sprechen lernen helfen?

sprechen lernenBereits im Alter von etwa 18 Monaten kann man Unterschiede erkennen zwischen Babys deren Eltern die Sprachentwicklung aktiv fördern und zwischen Babys, die nicht gefördert werden.

Bis zum Schulalter kann sich dieser Vorsprung gewaltig vergrößern. Laut einer Studie von Professor Anne Fernauld an der Stanford University gibt es schon bei 5-jährigen Kindern einen Entwicklungsunterschied von bis zu 2 Jahren was die Sprache angeht (Quelle: Stanford Report, Feb 2014).

Das wiederum hat natürlich langfristige Auswirkungen auf das Lernen im Allgemeinen, auf den Erfolg in der Schule bis hin zu Ausbildung, Karriere und natürlich auch den Erfolg im privaten Umfeld.

In Fernaulds Arbeit zeigt sich auf der anderen Seite auch:

  1. Sprachentwicklung bei Babys ist sehr einfach zu fördern
  2. Entwicklungslücken können geschlossen werden. Je früher desto besser.

Die gute Nachricht ist, dass wirklich alle Eltern das Sprechen lernen ihrer Babys, Klein- und Vorschulkinder unterstützen können. Egal aus welcher Gesellschafts-, Bildungs- oder Einkommensschicht diese kommen.

Und nicht nur die Eltern sind gefragt. Auch Großeltern, Onkel, Tanten, Paten, Nachbarn… können mitmachen.

Damit gebt ihr eurem Nachwuchs nicht nur einen besseren und leichteren Start in eine oft herausfordernde Schul- und Joblaufbahn. Ihr habt auch noch ein paar andere Vorteile:

Warum ihr das Sprechen lernen aktiv unterstützen solltet

sprechen lernenNochmal das Offensichtliche:

  • Sprache erleichtert Kommunikation, Lernen und soziale Bindungen.

Reicht noch nicht?

Wenn ihr eurem Kind beim Sprechen lernen helft hat das auch noch folgende positive Auswirkungen:

  • Gemeinsam und spielerisch Sprache üben fördert die Bindung zwischen euch und eurem Kind. Das wirkt sich harmonisch auf das ganze Familienleben aus.
  • Babys und Kleinkinder, die sich ausdrücken können, sind oft weniger frustriert, weniger aggressiv, weniger zornig.
  • Sprechen lernen macht Spaß, denn Babys und Kleinkinder sind lustige Gesellen und sagen manchmal erstaunliche Sachen.
  • Es ist eine sehr lohnende Beschäftigung, denn gerade Babys machen unglaubliche Fortschritte. Ihr könnt praktisch dabei zusehen, wie euer Kind jeden Tag etwas Neues lernt. Und auch wie stolz es hinterher auf sich ist.
  • Ihr könnt mit euren Babys angeben (Ja, Brigitte, meine Mia spricht schon 4-Wort-Sätze!). /Das war ein Witz. Ehrlich.

Aber nicht falsch verstehen…

Es geht nicht darum, dass euer Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Anzahl von Wörtern können muss. Kinder entwickeln sich unterschiedlich, und das ist auch völlig okay.

Der eine kann früher sprechen, die andere klettert lieber auf Bäume.

Es geht bei der Förderung der Sprachentwicklung vielmehr darum, die Kinder dort abzuholen wo sie sich befinden. Und es geht darum, ihnen den Weg zu erleichtern.

Dafür sind wir als Eltern doch da.

Und damit möchte ich auch gar nicht mehr lange um den heißen Brei herumreden. Hier kommen die Tipps:

Tipp 1: Sprecht mit eurem Nachwuchs…

…auch wenn er noch nicht antworten kann. Es reicht nicht, wenn eure Babys passiv Sprache hören. Damit meine ich Sprache, die nicht direkt an das Baby selbst gerichtet ist (Fernseher, Gespräche zwischen Erwachsenen, Radio…).

Laut der Stanford Studie ist es für die Sprachentwicklung wesentlich besser, wenn ihr direkt mit eurem Baby sprecht. Es ist dann aufmerksamer, hört zu, versucht zu verstehen und kann erste Zusammenhänge und Bedeutungen der Wörter enträtseln.

Der Grundstein wird also schon früh gelegt. Wartet deshalb mit den Gesprächen nicht bis euer Kind euch antworten kann.

Am Anfang sind die Unterhaltungen noch einseitig. Aber schneller als ihr denkt wird aus eurem Baby ein ziemlich resolutes Kleinkind mit eigener Meinung, eigenen Ansichten und eigenem Wortschatz (Nein! Doch! Aber! Warum???) heranwachsen.

Je früher ihr Gespräche führt, desto früher wird euer Kind Gespräche üben und damit sprechen lernen.

Unmittelbar damit hängt auch Tipp 2 zusammen:

Tipp 2: Erklärt euren Kindern die Welt

Kinder sind wie kleine Schwämme, die den ganzen Tag nichts anderes machen als Informationen, Wissen und Erfahrungen in sich aufzunehmen.

Das geht ganz früh los.

sprechen lernen

Schon Babys freuen sich über die Aufmerksamkeit und Zuwendung, die sie bekommen, wenn ihr mit ihnen redet. Ihr festigt dadurch eure Bindung. Ihr fördert langfristig den passiven und auch den aktiven Wortschatz. Und ihr lernt euer Kind auch besser kennen.

Das kann am Anfang ganz banal sein:

  • Jetzt bekommst du eine neue Windel (du alte Pubsbacke).
  • Wir machen jetzt Essen (du kleine Raupe Nimmersatt).
  • Jetzt müssen wir schon wieder einen neuen Body anziehen.

Wenn die Kinder älter werden und sich so langsam vom Baby zum Kleinkind entwickeln, dann werden sie immer mehr verstehen und immer besser Sprechen lernen.

Kinder lernen Sprache nicht als einzelne Wörter, sondern immer im Kontext, im Zusammenhang. Je mehr Kontext ihr eurem Kind durch Erklären, durch Unterhalten bietet, desto besser kann es auch lernen.

Bald werdet ihr richtige Unterhaltungen mit euren Zwergen führen können.

Und ihr werdet erstaunt sein, wie vehement ein 2-jähriger über die Farbe seiner Socken diskutieren kann.

Tipp 3: Bücher anschauen, Bücher lesen, Bücher vorlesen

Beim Vorlesen ist das Sprachmuster ein anderes als beim freien Sprechen. Auch die Worte sind andere als ihr sie vielleicht verwenden würdet. Das gibt Abwechslung und eine neue Perspektive.

sprechen lernenVorlesen ist entscheidend für den Wortschatz und schult außerdem die Fähigkeit zur Konzentration.

Dabei bedeutet Vorlesen nicht, dass ihr eurem andächtig zuhörenden Kind zwei Stunden lang Hermann Hesse vorlest. Außer ihr habt beide Spaß daran.

Sehr kleine Babys hören Mamas Stimme sehr gerne zu und lassen sich auch ab und zu in den Schlaf lesen. In dieser Zeit könnt ihr so ziemlich jeden Lesestoff nutzen, den ihr gerade findet. Auch eure eigenen Bücher eignen sich wunderbar. Es geht um Rhythmus, Melodie, Klang – weniger um Sinn.

Dann kommt eine Zeit, in der das Verstehen und das echte Sprache lernen beginnt. Oft tritt das eigentliche Vorlesen in dieser Zeit in den Hintergrund. Kinder lieber es stattdessen, Bücher gemeinsam anschauen.

Jetzt ist die Zeit der großen bunten Bilder. Die Geschichten darum müssen nicht komplex sein – manchmal braucht es auch gar keine Geschichten.

Aber nehmt euch Zeit, gemeinsam Bücher anzuschauen, Dinge zu erklären, Dinge zu erfinden und die Fantasie anzuregen.

Ganz toll sind ab etwa anderthalb Jahren auch Wimmelbücher. Hier gibt es endlos Dinge zu besprechen und zu entdecken.

Oft geht es dann ab zwei bis drei Jahren wieder mit dem ‚richtigen‘ Vorlesen los. Dann auch gerne mal laaaaange Geschichten. Besonders wenn man nicht einschlafen will.

Macht das Buch-anschauen und Lesen zu einem festen Bestandteil eures Tages. Egal ob nach dem Aufstehen, vor dem Mittagsschlaf oder beim ins-Bett-gehen.

==> Die besten Bücher für Babys und Kleinkinder von 0 bis 3 Jahren

Tipp 4: Singen, Reimen, Rituale nutzen

Wir lernen durch Wiederholungen und das Verbinden von Worten mit Bewegungen, Abläufen und der Tagesgestaltung.

Oder: Singen macht Spaß. 🙂

Und es macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch den Rhythmus der Sprache und vermittelt die Melodie der Sprache. Dabei prägen sich die Worte durch die vielen Wiederholungen schnell ein.

Bindet Lieder und Reime in den Tagesablauf ein, indem ihr kleine Rituale einführt. Ihr kennt das aus der Krabbelgruppe oder dem Kindergarten.

Was ihr tun könnt:

==> Lieder zum Mitsingen gibt es auch bei Amazon Music

Tipp 5: Seid interessiert und zeigt das auch

Aufmerksamkeit ist eines der wertvollsten Dinge, die ihr eurem Kind schenken könnt.

Redet nicht nur nebenher mit euren Kindern, sondern macht auch regelmäßig Platz für echte Gespräche. Auch schon mit den Kleinsten.

Das muss auch gar nicht lange sein. Aber macht es bewusst. Setzt euch aufs Sofa, geht in die Hocke, begebt euch auf Augenhöhe. Und dann schenkt ungeteilte Aufmerksamkeit. Ohne Handy, ohne Fernseher, ohne nebenher Wäsche zusammenlegen, ohne Ablenkung.

Fragt ruhig auch mal ‚Warum?‘.

Lasst euch etwas erzählen.

Singt eurem Baby das Lied von der Tante aus Marokko vor (alle Strophen!).

Wenn die Kinder älter werden, dann wird das Zuhören immer wichtiger. Oft sprudeln sie fast über, wenn sie aus dem Kindergarten nach Hause kommen. Sie haben ganz viele neue Dinge erlebt und ein blaues Bild gemalt (mit LILA) und außerdem hat der Paul eine neue Brotbox.

Hört zu, stellt Fragen, redet miteinander.

Wenn ihr diese einfachen Tipps umsetzt, dann seid ihr schon auf einem sehr guten Weg. Aber natürlich gibt es beim Sprechen lernen auch ein paar Dinge, die ihr unbedingt vermeiden solltet:

Werdet in eurer Sprache nicht zu komplex…

… denn gerade Kleinkinder sind schnell und oft frustriert.

Kleinkinder haben es nicht einfach. Sie müssen jeden Tag mit den ganz großen Emotionen kämpfen.

test babywippenDenn Kleinkinder verstehen – anders als Babys – schon eine ganze Menge. Sie erkennen wir groß die Welt um sie herum ist. Sie fangen an auch komplexe Zusammenhänge zu begreifen. Sie sehen all diese unendlichen Möglichkeiten, die es gibt.

Sie erkennen auf der anderen Seite aber auch, wie eingeschränkt ihr eigener Einfluss, ihre eigenen Möglichkeiten und ihr eigener Entscheidungsspielraum ist.

Das führt zu Wut. Zu Zorn. Zu Frustration.

Denn warum, um Himmels Willen, will meine Mama nicht, dass ich die Hupe drücke, obwohl es das beste Geräusch der Welt ist, und alle Spaß damit haben, und was bitte schön haben die NACHBARN DAMIT ZU TUN???? ICH WILL ABER!!!

Damit will ich sagen: Sprache muss gefördert werden, aber wenn ihr eure Kinder überfordert, dann schalten diese manchmal ab.

Unterstützt den Lernprozess indem ihr eure Kinder auf deren Level begegnet.

Konkret solltet ihr vermeiden:

  • Schnell sprechen
  • Zu leise sprechen
  • Undeutlich sprechen
  • Das Kind beim Sprechen nicht anschauen
  • Lange, verschachtelte Sätze, die viele, nicht vorher gehörte, langsilbige Wörter beinhalten, und dann auch noch das Verb ganz ans Ende setzen, obwohl das eigentlich überhaupt nicht notwendig wäre, denn einfache Sätze tun es auch, benutzen.
  • Mehrere Ideen oder Aufforderungen in einen Satz packen

Fernsehen und Hörspiele sind kein Ersatz für direkte Sprache

Es hat sich gezeigt, dass passive Sprache nicht annähernd so förderlich ist für die Sprachentwicklung wie Sprache, die direkt an das Kind gerichtet ist.

Das heißt der Fernseher, das Radio oder das Hörspiel, das im Hintergrund läuft ist nicht positiv für die Entwicklung.

In geringen Maßen schadet die Berieselung mit den Medien wohl nicht. Aber längere Zeit mit passivem Entertainment wie z.B. Fernseher hat einen schlechten Einfluss auf die Entwicklung. Sowohl körperlich als auch geistig.

Denn es ersetzt echte Erfahrungen, egal ob sprachlicher oder motorischer Art, durch passive Unterhaltung.

Experten empfehlen für Kinder unter 3 Jahren die Zeit vor Bildschirmen jeglicher Art so gering wie möglich zu halten.

Wiederholen ist besser als Korrigieren

Kinder sind Sprech-Anfänger. Es dauert viele Jahre, bis sie Wortschatz und Grammatik sicher beherrschen.

Am Anfang wird so gut wie nichts, was euer Kind sagt, wirklich richtig sein.

Das liegt nicht daran, dass euer Kind euch ärgern will. Euer Kind kann es einfach nicht besser.

Fangt daher nicht an, Aussprache, Wortschatz und Grammatik ständig zu korrigieren. Das macht alle Beteiligten nur wahnsinnig, und euer Nachwuchs wird irgendwann keine Lust haben, überhaupt noch mit euch zu sprechen.

Es macht aber durchaus Sinn, das Lernen durch richtiges Wiederholen des Gesagten zu unterstützen.

Beispiel:

  • Maaaaaamaaaaaa, hat die Pabedai geflogt??
  • FALSCHE ANTWORT: Mensch, Max, das heißt doch, „Mama, ist der Papagei geflogen?“ (leicht genervt gesprochen).
  • RICHTIGE ANTWORT: Ja, Max, der Papagei ist geflogen. (Langsam und deutlich sprechen)

Vermeidet es auch, euer Kind den richtigen Satz nochmal wiederholen zu lassen. Auch das bringt nichts, außer dass es Druck, Scham und damit auch Angst vor dem Sprechen erzeugt.

Das bringt uns auch schon zum nächsten Punkt:

Bestrafen oder unter Druck setzen bringt nichts

Es ist immer und in jedem Fall falsch, euer Kleinkind oder sogar euer Baby zu bestrafen oder unter Druck zu setzen. Auch wenn es eure Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllt.

Nicht nur ist es falsch, es bringt auch nichts.

Sprache und Sprechen lernen lässt sich nicht erzwingen. Es ist schwer und muss Tag ein, Tag aus geübt werden. Je mehr euer Sprössling spricht, desto besser wird er werden.

Wie oben schon gesagt: Euer Kind will euch nicht ärgern. Es macht keine Fehler aus Faulheit, Trotz oder weil es euch auf den Geist gehen will. Sie oder er kann es einfach noch nicht.

Das Schlimmste, das ihr in dieser Situation tun könnt, ist bestrafen und unter Druck setzen. Denn dann verliert das Kind die Lust und den Spaß am Sprechen, hat vielleicht sogar Angst mit euch zu sprechen und wird damit umso weniger üben.

Die Folge: Die Sprachentwicklung verzögert sich. Genau das Gegenteil von dem, was ihr wahrscheinlich erreichen wollt.

Nehmt dem Kind nicht die Worte aus dem Mund

Oft kenn ihr euer Kind so gut, dass ihr genau wisst, was es von euch will. Und manchmal geht es einfach schneller, den Wunsch oder die Beschwerde selbst zu formulieren.

Auch wenn es Zeit, Nerven und Frustration spart. Es ist nicht gut für die Sprachentwicklung.

Denn euer Kind muss üben, sich auszudrücken. Außerdem muss es in einer Umgebung groß werden, in der es okay ist, sich Zeit für Kommunikation zu nehmen, und wo auch mal Fehler gemacht werden dürfen.

Gebt ihm die Zeit. Umso schneller wird euer Nachwuchs lernen, schnell, sicher und richtig zu sagen, was er möchte.

Lasst euer Kind für sich selbst sprechen. Das stärkt auch das Selbstbewusstsein.

Babysprache ist doof

sprechen lernenGanz ehrlich. Kinder möchten ernst genommen werden und auch wie ‚richtige‘ Menschen behandelt werden.

Dazu gehört auch, dass man ordentlich und richtig mit ihnen spricht.

Nur so können sie ordentliche und richtige Sprache lernen.

Geht respektvoll mit euren Kindern um. Umso mehr Respekt werden sie euch entgegenbringen.

Falsch: Der Wauwau hat Happa-happa (überhört auf dem Spielplatz)
Richtig: Der Hund frisst.

Warnsignale nicht ignorieren

Die Sprachentwicklung ist bei allen Kindern unterschiedlich. Während die einen schon mit einem Jahr anfangen zu quasseln, haben die anderen noch mit drei Jahren Probleme, sich auszudrücken.

Das ist alles in Ordnung und jedes Kind sollte seinen eigenen Rhythmus finden.

Aber. Es gibt ein paar Warnsignale, die ihr nicht übersehen solltet. Fragt im Zweifel beim Kinderarzt nach, und nehmt Warnungen von Leuten, die viel mit Kindern zu tun haben ernst.

Je früher ihr Entwicklungsstörungen – egal welcher Art – erkennt, desto bessere Chancen habt ihr auf eine gute Behandlung.

Einige Zeichen, auf die ihr achten könnt:

  • Euer Kind sollte um den 2. Geburtstag herum zur U7 mindestens 10 Wörter außer Mama und Papa aktiv beherrschen.
  • Zwischen dem 2. und 3. Geburtstag sollte das Kind schnell und viele neue Wörter lernen.
  • Ab dem 3. Geburtstag sollte das Kind auch von anderen (nicht nur Eltern und enge Bezugspersonen) verstanden werden.

Habt ihr Sorgen oder Zweifel, dann ist die erste Anlaufstelle immer der Kinderarzt.

Bleibt nur noch eins zu sagen: Viel Spaß beim Sprechen lernen! Die ersten Jahre sind eine spannende, aufregende, manchmal anstrengende aber unheimlich lohnende Zeit. Genießt sie!

Alles Liebe

Eure Katja

 

P.S. Hier haben wir die besten Kinderbücher in 14 Kategorien für euch zusammengesucht.

10 KOMMENTARE

  1. @Josephine
    Hab keine Angst vor der Herausforderung. Mit der Zeit wird sich sicherlich etwas an deinem Kind herauskristallisieren womit du immer an sie herankommen wirst. Ob es eine bestimmte Art Musik ist, oder Zahlen… es gibt sovieles wofür sich Autisten wie eine Art Inselbegabung interessieren.
    Beobachte sie, gib ihr Geborgenheit, Liebe kann niemand jemals genug haben.
    Das mit den Gebärden ist auch eine tolle Idee. Du kannst auch eure Alltagsgegenstände fotografieren und sie auf ein Blatt drucken und einlaminieren, als Zeigehilfe.
    Eure Sachen kennt sie, das ist oft besser als irgendwelche Bilder aus dem Internet.
    Jeder macht es anders, einige reden einige weniger. Du hast noch dein ganzes Leben Zeit sie kennenzulernen.
    Sehenswert, um die verschiedenen „Kanäle“ zu verstehen: https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/life-animated-104.html

    Liebe Grüße
    Sabrina

  2. Hallo ihr Lieben. Unser Tochter hat erst mit 2 1/2 angefangen zu reden. Unser Kinderarzt meinte das wäre völlig ok. Dafür konnte sie mit 9 Monaten schon laufen und kurz vor ihrem 3 Geburtstag ohne Stützräder Fahrrad fahren. Wen Kinder motorisch sehr schnell sehr weit sind hinken sie meist bei Sprachentwicklung hinter her. Die Kids können schließlich nicht alles auf einmal lernen. Unser Kinderarzt meinte mit 3 sollten die Kids (Die motorisch sehr schnell sind) anfangen zu reden. Dein Artikel ist sehr interessant und einge Tips werde ich auch noch mal anwenden. 😀

    • Das stimmt. Wer schon mit 2 Fahrradfahren will, der hat tatsächlich keine Zeit, sprechen zu üben :)) Hut ab. Zum Glück sind sie alle verschieden.

  3. Ich spreche sehr viel mit meiner autistischen Tochter. Sie ist 2,5 Jahre alt. Leider hat sie dennoch die wenigen Wörter die sie konnte („regnet“, „Wasser“, „Ente“) wieder verlernt…
    Das ist bei mir schon so in Fleisch und Blut übergegangen alles zu kommentieren, das ich selbst dann noch spreche, wenn sie nicht bei mir ist 😀
    Bücher darf ich nicht festhalten, und auch nichts vorlesen… Dann schreit sie, reißt das Buch weg oder geht weg und nimmt sich ein anderes… schade…
    Das mit dem Singen und Reimen weiß ich auch nicht so recht, wie man es bei ihr anwenden könnte.
    Ich bin bei dem Thema schon sehr verzweifelt, so sehe ich doch wie sie tobt und herzzerreißend weint, wenn sie irgendetwas braucht und nicht schafft es zu kommunizieren.

    • Das stelle ich mir so schwer vor… Hut ab vor der Geduld und dem Mut, der dahinter steckt.
      Ich kann dir nicht wirklich viel raten, außer jede mögliche Hilfe zu nutzen, die angeboten wird. Nicht nur für deine Tochter, sondern auch für dich.

      Mir kommen aber die Wutanfälle sehr bekannt vor :). Meine Tochter konnte es lange Zeit überhaupt nicht ertragen, wenn ich ihr vorgelesen habe. Da hat sie auch immer mit Wutanfällen reagiert. Zwischen anderthalb und zweieinhalb gingen nur Bücher zum anschauen. Erst seit etwa 3 Monaten toleriert sie das Vorlesen wieder. Ich glaube sie war frustriert, weil ihr das alles immer zu schnell ging und sie es nicht verstanden hat.
      Inzwischen hört sie gerne zu. Allerdings wird sie jetzt wütend, wenn ich anfange zu singen… Das könnte auch mit meinen Singkünsten zu tun haben.
      Damit will ich eigentlich nur sagen, dass Kinder in dem Alter merkwürdige Kreaturen sind, egal ob mit Autismus oder nicht. Und sie sind überaus schnell frustriert, wenn mal was nicht klappt.

      Alles Gute für euch!

    • Hast du es schon einmal mit Unterstützter Kommunikation versucht? Bilder, auf die sie zeigen kann oder Gebärden, die du in den Alltag einbaust für bestimmte Dinge, die sie nach und nach übernehmen kann? Das dauert zwar bis sich erste Erfolge zeigen, aber es lohnt sich. Mein Sohn (2 Jahre, Down-Syndrom, kein Autismus, spricht bisher nur „bababa“) hat vor kurzem nach ca. einem dreiviertel Jahr angefangen die ersten Gebärden zu übernehmen und nutzt Bilderbücher (werde ihm in den nächsten Tagen auch Bilder aufhängen), um mir zu zeigen, was er machen möchte.

  4. Danke, dass du meinen Hinweis berücksichtigt hast! Ich dachte nur an die ein oder andere Wettkampf-Mutti, wo das nach hinten losgehen kann.
    Ansonsten hast du völlig recht und ich Frage auch lieber beim Arzt einmal zu oft 🙂 und ich finde deine sehr ausführlichen Hinweise sehr gut! 🤗

  5. Hallo Katja, die Tipps sind sichert nicht verkehrt und für einige ist es bestimmt gut, darauf hinzuweisen 👍ich finde jedoch mit dem Hinweis, dass die Kinder 50 Wörter zum 2. Geburtstag können sollten erzeugst du mehr Druck als angemessen. Laut U- Heft sind zur U7 10 Wörter neben Mama und Papa „normal“ als Maßstab… manche Kinder verstehen erstmal sehr viel, sprechen spät, aber dann sofort ganze Sätze 😊

    • Danke für den Kommentar!
      Einerseits hast du Recht. Es ist definitiv keine Katastrophe und in den meisten Fällen überhaupt kein Problem, wenn ein Kind mit 2 noch keine 50 Wörter sprechen kann. Und es ist überhaupt nicht meine Absicht Druck zu erzeugen. Aber. Die meisten Kindern in dem Alter sind schon so weit. Und wenn ein Kind es nicht ist, kann es durchaus einen zweiten Blick wert sein und vielleicht mal ein Gespräch mit dem Kinderarzt rechtfertigen. Denn gerade in der Sprachentwicklung ist aus meiner Sicht Früherkennung endlos viel Wert. Je früher man es entdeckt, umso besser. Es gibt so gute Möglichkeiten zur Unterstützung und Förderung.

      Aber natürlich muss man jedes Kind einzeln anschauen und in vielen Fällen ist Abwarten auch die richtige Taktik. Also meine Meinung ist: Lieber einmal zu viel beim Arzt nachfragen, als zu wenig. Und da die U-Untersuchungen ja doch ziemlich weit auseinander liegen, finde ich die U7 eine gute Gelegenheit, das zu besprechen.

      (Übrigens steht in meinem U-Heft die 50 Wörter drin bei der U7. Vielleicht gibt es da unterschiedliche Vordrucke.)

      • Jetzt hab ich nochmal genau hingeschaut. Es gibt eine überarbeitet neue Version der Untersuchungshefte, in denen tatsächlich die 10 Wörter als neue Grenze genannt werden. Damit ändere ich den Artikel und bedanke mich ganz herzlich für den Hinweis 🙂

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