Wie viele Eltern habe ich mich auch mit der Frage beschäftigt, ob und wann Babywippen ergonomisch sinnvoll sind. Und vor allem auch, wie ich die ergonomisch unbedenklichen Wippen von den gesundheitsschädlichen unterscheiden kann.

Genau darum geht es heute. Um die Frage:

Wann sind Babywippen ergonomisch sinnvoll?

Babywippen sind dann ergonomisch sinnvoll, wenn sie ein paar bestimmte Kriterien erfüllen und wenn sie richtig angewendet werden. Welche Kriterien das sind und welche Babywippen diese am besten erfüllen, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Wir werden uns beide Dimensionen nacheinander anschauen. Denn die beste Babywippe kann gefährlich werden, wenn sie falsch angewendet wird. Und die verantwortungsvollste Anwendung nützt nichts, wenn die Wippe von vorneherein die Mindestanforderungen an eine gute Ergonomie nicht erfüllt.

Dabei gebe ich euch die Werkzeuge an die Hand selbst zu erkennen, welche Wippe gut und gesund ist. Dann könnt ihr beim nächsten Besuch im Babyladen selbst prüfen, was Sinn macht und was nicht.

Natürlich lasse ich euch ganz unten auch noch ein paar Empfehlungen da, welche Wippen wir aus ergonomischen Gesichtspunkten besonders gut und gesund finden (Vorsicht: Werbung).

Und damit geht es auch schon los. Bitte beachten: Ich bin kein Kinderarzt. Ich bin selbst Mutter, habe mich ausführlich mit dem Thema beschäftigt und durch diese Seite hatte ich Gelegenheit, viele Wippen selbst zu testen. Ich muss mich aber natürlich zu großen Teilen auf die Angaben von Kinderärzten, die Meinung von unabhängigen Testinstituten und meinen eigenen, gesunden Menschenverstand verlassen. Deshalb die Bitte an euch: Gleicht meine Aussagen vor dem Kauf auch immer nochmal mit den Herstellerangaben ab.

Wie sieht eine ergonomische Babywippe aus?

Und: Warum ist Ergonomie überhaupt so wichtig? Welches Ziel verfolgen wir mit ‚guter‘ Ergonomie?

Fangen wir vorne an:

Was ist Ergonomie und warum ist sie so wichtig?

Interessanterweise hängt der Ursprung des Begriffs Ergonomie mit Arbeit zusammen. Es ist eigentlich die Philosophie, dass sich die Arbeitsbedingungen dem Menschen anpassen soll und nicht der Mensch den Arbeitsbedingungen.

Wenn wir das ein bisschen weiter fassen, dann wird klar, was damit im Zusammenhang mit Babys gemeint ist.

Die Umstände, in denen sich ein Baby befindet, müssen sich so gestalten, dass sie die gesunde Entwicklung des Babys fördern. Das bedeutet: egal ob das Baby schläft, wach ist, spielt, isst, es muss sich in einer gesunden Umgebung befinden. Nicht umgekehrt. Das Baby darf nicht in eine ‚unnatürliche‘ Lage gebracht werden, denn dann wird auch seine Entwicklung unnatürlich verlaufen.

Und wenn ihr bedenkt, wie rasant die Entwicklung im ersten Lebensjahr ist, dann versteht ihr, dass es gerade in diesen ersten Lebensmonaten so wichtig ist, die richtige, natürliche Entwicklung zu unterstützen.

Denn die Muskulatur von Neugeborenen ist noch nicht fertig. Sie ist dabei sich zu entwickeln und kann das Eigengewicht des Kindes noch nicht tragen. Das bedeutet, dass viel stärkere Kräfte direkt auf das Skelett einwirken, da sie nicht von den Muskeln abgefangen werden können.

Das Skelett wiederum ist nicht nur sehr klein, sondern ebenfalls noch nicht ganz fertig. Viele Knochen sind noch nicht richtig fest, müssen in die richtige Position wandern, müssen sich noch verwachsen und aus Knorpel muss noch festes Material werden.

Wenn in dieser ersten Zeit durch falsche Haltung etwas schiefläuft, kann das Folgen haben, die ein ganzes Leben lang anhalten.

Und genau deshalb ist eine richtige, gesunde, ergonomische Haltung so wichtig für die Allerkleinsten.

Das bringt uns zur nächsten Frage:

Wie funktioniert eine gesunde Entwicklung?

ergonomische Babywippe

Anschnallen, wir machen gleich eine 180° Wendung.

Denn vor langer Zeit war es genau umgekehrt. Da hat sich die Entwicklung den Lebensumständen angepasst. Der Mensch (bzw. seine Entwicklung) hat sich über Jahrtausende so verändert, dass er perfekt in seine Umgebung passt.

Wir kommen der Sache näher. Denn jetzt müssen wir uns nur noch fragen, wie genau die Babys in früheren Jahrhunderten und Jahrtausenden aufgewachsen und gelagert wurden, um zu verstehen, was eine gesunde Haltung ausmacht.

Die Antwort: Babys waren in früheren Zeiten die meiste Zeit bei Mama. Entweder im Arm, in einem Tuch oder auf der Hüfte. Wenn Mama geschlafen hat, dann waren sie meist direkt neben ihr, liegend auf einer ebenen Fläche.

Dazu kommt, dass die Wirbelsäule eines Neugeborenen noch sehr weich ist und noch nicht seine endgültige Form hat.

Das liegt daran, dass wir uns im Mutterleib stark nach vorne gekrümmt entwickeln und wachsen. Daher muss die Wirbelsäule sich komplett verändern: von der Form, die sie im Mutterleib hat zu ihrer endgültigen Form, der doppelten S-Form.

Die Wirbelsäule ist im wahrsten Sinne des Wortes ‚formbar‘. Und je mehr unnatürliche, falsche Kräfte auf sie wirken, desto schwerwiegender können die Konsequenzen sein (mehr dazu weiter unten.

Im Einzelnen bedeutet das für eine gesunde Haltung:

  • Das Tragen auf der Hüfte hat uns die Anhock-Spreiz-Haltung beschert: Angewinkelte, gespreizte Beine, so dass kein einseitiger Druck auf die Hüftgelenke ausgeübt wird (mehr Info hier)
  • Die Wirbelsäule und die umgebende Muskulatur ist noch sehr schwach und kann ihr Gewicht nicht selbst tragen. Dazu kommt, dass die Wirbelsäule noch weich und formbar ist. Daher sollten möglichst wenig Kräfte auf sie einwirken
  • Der Kopf kann in den ersten Wochen kaum selbst gedreht oder gehalten werden. Daher muss er sanft gestützt werden und die Atemwege müssen frei bleiben.
  • Ständiger, enger Körperkontakt beruhigt und macht glücklich

Und was hat das jetzt mit Babywippen zu tun?

Ganz einfach: Eine natürliche Haltung begünstigt eine gesunde, natürliche Entwicklung. Und eine gute Babywippe erfüllt möglichst viele Kriterien einer natürlichen Haltung.

Gleich vorab: Keine Babywippe kann alle der oben aufgezeigten Kriterien perfekt erfüllen. Das ist auch nicht Sinn der Sache und muss nicht sein. Aber trotzdem werden die meisten Wippen versuchen, zumindest nah an diese Anforderungen heranzukommen.

1. Die Anhock-Spreiz-Haltung

Babywelle Anhock-Spreiz-Haltung
Wippe: Babywelle, verlinkt mit Amazon

Mit der Anhock-Spreiz-Haltung haben wir uns an anderer Stelle schon ausführlich beschäftigt.

In aller Kürze: Bei Neugeborenen bestehen die Hüftgelenke hauptsächlich noch aus weichem, knorpeligem Material, das sich erst im Laufe der ersten Lebensmonate verfestigt.

Die Oberschenkelknochen liegen locker in den Hüftgelenken. Wenn hier jetzt Druck ausgeübt wird, dann können sich diese Hüftgelenke verformen und es kann zu schmerzhaften, bewegungseinschränkenden Fehlstellungen kommen. Diese können zu lebenslangen Behinderungen führen.

Der Name dafür ist Hüftdysplasie. Im Zuge der U-Untersuchungen wird darauf besonderes Augenmerk gelegt.

Ihr könnt aber selbst auch vorbeugen, in dem ihr stets auf eine richtige Anhock-Spreiz-Haltung achtet. Das bedeutet, dass die Beine leicht angezogen und gespreizt sind. Dann liegen die Oberschenkelknochen locker in den Hüftgelenken, es gibt keinen einseitigen Druck, und alles kann sich wie geplant entwickeln.

Für Babywippen bedeutet das:

Eine Babywippe ist dann förderlich für eine gesunde Hüftentwicklung, wenn sie den Beinen genug Spielraum zum Beugen und Spreizen lässt. Das Baby sollte bei entspanntem Liegen niemals die Beine gestreckt und eng halten. Ideal ist es, wenn die Wippe so geformt ist, dass sie diese Haltung unterstützen kann.

2. Auf den Rücken kommt es an: Totalkyphose vs. Doppelte S-Form

Babywippen testWir Erwachsenen haben im Idealfall eine Wirbelsäule deren Form dem doppelten Buchstaben S entspricht. Dadurch sind unsere aufrechte Haltung und das Gehen auf zwei Beinen erst möglich.

Die Wirbelsäule eines Säuglings sieht allerdings noch anders aus. Sie nimmt eine Form an, die sich Totalkyphose nennt und eher dem Buchstaben C entspricht. Das heißt, es gibt nur eine einzige Krümmung.

Das liegt daran, dass sich das kleine Kind bisher in nach vorne gebeugter Haltung im Mutterleib entwickelt hat.

Die Wirbelsäule ist in den ersten Wochen und Monaten noch nicht stark genug, um nennenswert Gewicht zu tragen. Das bedeutet, dass ein sehr kleines Baby so liegen oder getragen werden sollte, dass möglichst wenig Kräfte auf das noch sehr zarte Rückgrat wirken.

Es dauert etwa ein Jahr, bis sich die Wirbelsäule streckt und der Rücken wirklich gerade wird und das Kind dann auch genug Kraft hat, um aufrecht zu stehen.

In den ersten Monaten sollte der Oberkörper lernen, nicht nur gekrümmt zu liegen wie im Mutterleib, sondern sich langsam strecken, dass die Bauchmuskeln sich nicht verkürzen. Denn das wiederum kann zu langfristigen Haltungsschäden führen.

Übrigens findet ihr hier auch den Hauptgrund, warum Neugeborene nicht längere Zeit in einer Babyschale im Auto sitzen sollten. In einer Babyschale sitzen sie meist mit ziemlich gekrümmtem Rücken und viel zu senkrecht. Auf Dauer kann das schädlich sein. (Daher kann ich euch von Kinderwagen mit Adaptersystemen nur abraten – so praktisch sie auch sind.)

Aber kommen wir zurück zur Babywippe.

Eine Babywippe ist dann besonders ergonomisch, wenn auf die Wirbelsäule des Babys möglichst wenig Kräfte einwirken. Das heißt, das Baby sollte möglichst flach liegen, damit die Wirbel nicht gestaucht werden. Der noch gekrümmte Rücken sollte einerseits gestützt werden, aber andererseits auch Raum haben, sich auszustrecken und seine spätere Haltung anzunehmen.

3. Genug Platz zum Bewegen und zum Wachsen

In den ersten 12 Lebensmonaten wächst ein kleiner Mensch fast auf das Doppelte seiner Geburtslänge heran. Das heißt, dass so eine Wippe genug Platz bieten muss, damit Raum zum Wachsen da ist.

Und zwar in beide Richtungen. Denn wichtig ist, dass auch nach den Wachstumsschüben das Becken noch an der richtigen Stelle liegt. Damit muss sowohl nach oben als auch nach unten genug Spielraum da sein.

Aber nicht nur nach oben und unten, sondern auch zur Seite muss genug Platz zum Rutschen, Winken, Wedeln und generell sich Ausprobieren da sein. Denn jeden Tag wächst der Bewegungsdrang.

Eine gute Babywippe wächst mit. Sie gibt einem kleinen Neugeborenen die optimale Stütze und Sicherheit und bietet gleichzeitig einem 9 Monate alten Kind ausreichend Bewegungsfreiheit, ohne dass die Ergonomie darunter leidet.

4. Kuschelig – aber nicht zu viel

Enger und ständiger Körperkontakt ist in der ersten Zeit ganz wichtig. Hier haben die Babywippen ein Problem. Denn eigentlich ist ihr Zweck das genaue Gegenteil.

Babywippen sind dazu da, dass ein kleines Baby für eine kurze Zeit sicher abgelegt werden kann. Wenn Mama mal duschen muss oder aufs Klo geht oder einen Kaffee trinkt oder auch tatsächlich mal was isst. Denn in den ersten Monaten ist das alles leichter gesagt als getan.

Daher mögen wir Babywippen, die trotz aller Bewegungsfreiheit ein Gefühl des Geborgen-seins vermitteln. Da gibt es ganz verschiedene Ansätze. Entweder durch hohe Seitenwände, durch kuschelige Stoffe, durch eine kokonartige Form.

Aber achtet darauf, dass trotzdem noch genug Raum für das Baby da ist, und dass es nicht zu kuschelig wird. Das heißt, dass auch in der Babywippe keine Decken oder Kissen vorhanden sein sollten, die das Atmen verhindern oder in irgendeiner Weise gefährlich werden könnten.

Eine gute Babywippe bietet dem Säugling ein Gefühl von Geborgenheit und von Sicherheit, ohne die Bewegungsfreiheit zu sehr einzuschränken und ohne Risiko für die Gesundheit des Kindes.

5. Motorik und Gleichgewichtssinn fördern

Darüber haben wir noch gar nicht gesprochen. Es geht bei Babywippen natürlich nicht nur darum, Gesundheitsschäden zu vermeiden. Ich habe mir auch die Frage gestellt, was Babys von einer Babywippe gewinnen können, das ein Stubenwagen oder ein Babykorb nicht bieten kann.

Ganz oben steht hier die Verbesserung von Motorik und Gleichgewichtssinn.

ergonomische Babywippe BabybjörnWenn ihr ein kleines Baby in eine Wippe setzt, dann könnt ihr dieses über mehrere Wochen meist selbst beobachten.

Dazu braucht ihr allerdings eine Wippe, die durch die eigenen Bewegungen des Babys angetrieben werden kann.

Denn auch schon ganz kleine Babys haben sehr schnell verstanden, dass eine Wippe auf die eigenen Bewegungen reagiert. Da wird gekickt, gewedelt, gewiggelt. Ein Baby ‚arbeitet‘ aktiv am Erlernen seiner Mobilität und seiner Fähigkeiten.

Und so eine Wippe motiviert ganz gewaltig.

Achtet also beim Kauf darauf, dass die Wippe durch die eigenen Bewegungen des Babys gewippt oder geschaukelt werden kann. Dann ist die Wippe gleichzeitig ein geniales Trainingsgerät für Motorik und Gleichgewichtssinn und macht wachsenden Babys doppelt Spaß.

Wie wird eine Babywippe am besten für eine gesunde Entwicklung genutzt?

Auch die ergonomisch beste und gesündeste Babywippe ist nur so gut wie ihre Anwendung. Denn wenn sie falsch benutzt wird, hilft jedes Zertifikat nichts.

Zum Glück ist die richtige Anwendung einer Babywippe im Normalfall eine recht einfache Angelegenheit.

1. Babywippe richtig aufbauen und aufstellen

Wenn der Postmann große Pakete bringt oder man die Einkäufe zu Hause aus der Tüte holt, dann ist es so verlockend alles aufzureißen, aufzustellen und damit Spaß zu haben.

Dabei vergisst man sehr oft, sich die Herstellerinformationen und die Aufbauanleitung genauer (oder überhaupt) anzuschauen. Ich muss mir da an die eigene Nase fassen. Gerade wenn das gekaufte Teil im Nu zusammengesteckt ist und intuitiv bedienbar ist.

Aber in diesem Fall geht es um die Sicherheit. Nehmt euch VOR der ersten Nutzung die Zeit, die Herstellerinformationen zum sicheren Aufbau, richtigem Aufstellen und angemessener Nutzung wirklich genau zu lesen und zu verstehen.

Und vor allem: Haltet euch auch daran.

Ein paar der offensichtlichen und universellen Sicherheitshinweise:

  • Eine Babywippe gehört nicht auf einen Tisch oder eine andere erhobene Fläche. Auch wenn ihr dort eurem Baby so schön in die Augen schauen könnt.
  • Eine Babywippe muss immer gerade und eben stehen.
  • Vor dem Transport von Zimmer zu Zimmer müsst ihr das Baby aus der Wippe herausnehmen, auch wenn es nur ein paar Schritte sind. Ausnahme: Babywippen ,die ähnlich wie Babykörbe funktionieren und deren Hersteller dieses explizit erlauben.
  • Gurte und andere Sicherheitsfeatures immer auch nutzen. Schon die ganz Kleinen können sich herauswinden oder herausrollen, wenn Mama mal 2 Sekunden nicht hinschaut. Ehrlich. Die sind flinker als sie ausschauen.

In der Zusammenfassung: Lest die Herstellerhinweise und haltet euch daran.

2. Babywippe richtig einstellen

Die meisten Babywippen haben mehrere Einstellmöglichkeiten. Von relativ flach bis relativ aufrecht.

Weiter oben habe ich darüber geschrieben wie wichtig es ist, dass auf den Rücken des Babys möglichst wenig Kräfte einwirken (die Wirbelsäule wird dann nicht gestaucht).

Deshalb gilt im Allgemeinen: Je kleiner das Baby ist, desto flacher sollte die Wippe eingestellt sein. 

einstellung babywippe

Je größer, beweglicher und stärker im Sinne von Muskelkraft das Baby dann wird, desto mehr Einstellungen der Wippe könnt ihr dann auch verwenden.

3. Baby nicht mit zu viel Funktionen überreizen

Hier gilt Ähnliches wie beim vorigen Punkt.

Für ein Neugeborenes braucht ihr kein ausgeklügeltes Entertainmentcenter. Da genügt sanftes Wippen und die Stimme von Mama oder Papa zum gemütlichen Schlummern.

Fangt langsam an mit dem Einsetzen von Musik- oder Spielfunktionen. Auch mit starkem Vibrieren und Wippen solltet ihr am Anfang vorsichtig sein. Überfordert das Baby nicht mit Reizen.

Gebt eurem Baby Zeit, sich an die große neue Welt zu gewöhnen und ‚befreit‘ es bei Anzeichen von Unwohlsein oder Angst sofort von allen fremden Reizen. Nehmt es aus der Wippe und in den Arm.

Im Laufe der Zeit wird es von selbst neue Reize einfordern und dann könnt ihr auch immer mehr Funktionen der Wippe nutzen.

Meine Empfehlung: Je mehr Funktionen eure Wippe hat, desto weniger solltet ihr ganz am Anfang davon nutzen. Neugeborene müssen alles neu lernen und neu erfahren. Das kann ganz schön Angst machen und überfordern. Gebt ihnen die Zeit, die sie brauchen.

Und natürlich noch ein Tipp für den Kauf: Lasst euch nicht von vielen Funktionen begeistern. In vielen Fällen braucht es das gar nicht. Achtet lieber auf die Ergonomie. Weniger ist mehr.

4. Langsam anfangen und langsam steigern

Dieser Punkt ist eine die logische Konsequenz aus dem letzten.

Denn das langsam Anfangen und langsam Steigern gilt nicht nur für die einzelnen Funktionen der Wippe, sondern auch für die Nutzung der Wippe als Ganzes.

Neugeborene sollten nicht länger als ein paar Minuten alleine in einer Wippe liegen.

Das liegt nicht nur an der Ergonomie, sondern auch daran, dass sehr kleine Babys am liebsten von einer Bezugsperson gehalten und gekuschelt werden möchten.

Trotzdem ist die Nutzung einer Babywippe völlig legitim und völlig in Ordnung. Denn sie ist ein toller Ort, auch kleine Babys für kurze Zeit sicher und behütet unterzubringen. Denn so lieb wir unsere Zwerge haben, ab und zu müssen wir tatsächlich mal aufs Klo, ein Fläschchen warm machen, kurz duschen oder etwas essen.

Und genau dafür ist die Wippe in den ersten Wochen gemacht. Für die kurze Zeit zwischen den Clusterfeedings, Kuschel-Sessions und dem endlosen Hin- und Hergetrage.

Erst im Laufe der Zeit wird die Babywippe auch zum Spiel- und Spaßort, in dem das Baby sich auch mal längere Zeit am Stück aufhalten kann.

Noch ein Hinweis: Babywippen sind grundsätzlich kein guter Platz zum Schlafen. Mit der Ausnahme von Wippen, die wirklich eine flache Liegefläche haben und somit auch als kleines Bett oder Stubenwagen funktionieren können. (Bsp. bei Amazon: Rocker-Napper von Tiny Love)

In aller Kürze: Babywippen sind nicht zum längeren Liegen gedacht. Je kleiner das Baby ist, desto kürzer sollte es in der Wippe liegen. Lieber die Liegezeiten auf mehrere Male verteilen und langsam steigern. Wenn ihr nach einer Wippe sucht, in der das Baby schlafen kann, dann achtet auf eine flache Liegefläche.

Ergonomische Wippen – unsere Top 3

Wie versprochen beziehe ich natürlich Stellung. Hier sind meine ganz persönlichen Top 3 Babywippen, die ich für ergonomisch sinnvoll halte. Wenn ihr aufmerksam gelesen habt, dann wisst ihr auch schon welche das sind.

Nochmal zur Erinnerung: Ich bin kein Kinderarzt, kein Orthopäde, sondern informierte Mutter, die sich lange mit dem Thema beschäftigt hat.

(Vorsicht Werbung. Die einzelnen Wippen sind zu Amazon verlinkt.)

Babybjörn – ergonomisch, modern und in ständiger Weiterentwicklung

test babywippenIch gebe zu, dass die Babybjörn Wippe mein ganz persönlicher Favorit ist. Einfach deshalb, weil sie so herrlich einfach ist, qualitativ hochwertig und genau das macht, was sie soll.

Das gilt für beide Modelle: Babybjörn Balance Soft und Babybjörn Bliss. Beide Produkte sind ergonomisch identisch. Sie unterscheiden sich nur im Design.

Auch meiner Tochter hat sie immer sehr viel Spaß gemacht. Und das in allen Baby-Stadien. Vom Neugeborenen über ‚echtes‘ Baby bis zum Kleinkind.

Die Zeit, als ich ihr vorgelesen habe während sie glucksend und schaukelnd in ihrer Wippe saß war wirklich schön.

Großes Plus: Die Babybjörn Wippe kann man auch im Kleinkindalter noch als Kinderstuhl verwenden.

Warum ich sie für ergonomisch richtig gut halte:

  • Sie kann sehr flach gestellt werden, dadurch wirken sehr geringe Kräfte auf die noch weiche Wirbelsäule
  • Der Rücken liegt in einer geformten Stofftasche, die die Kräfte gleichmäßig verteilt und sanft stützt
  • Die Sitzposition formt eine natürliche Anhock-Spreiz-Haltung und ist so sehr vorteilhaft für eine gesunde Entwicklung der Hüfte
  • Die Wippe schaukelt natürlich durch die Bewegungen des Babys und unterstützt so die Entwicklung von Motorik und Gleichgewichtssinn
  • Zertifiziert und zugelassen nach Öko-Tex 100, frei von Schadstoffen

==> Mehr zur Babywippe Babybjörn in unserem Test
==> Babybjörn Wippe bei Amazon

Babywelle – Nachhaltig, in Bayern produziert und vom Kinderchirurgen entwickelt

Die Babywelle ist ziemlich neu und wurde von einem Kinderchirurgen in Bayern entwickelt. Das Design und die Herstellung haben ganz klar den Fokus auf Ergonomie und Nachhaltigkeit.

Hier werden keine Kompromisse eingegangen. Alles steht im Zeichen einer gesunden Entwicklung.

Ob sie den Preis wert ist, müsst ihr selbst entscheiden. Aber eurem Kind tut ihr damit sicherlich etwas Gutes.

Warum ich die Babywelle für ergonomisch sehr gut halte

  • Gerade, stützende Rückenfläche
  • Der Schwerpunkt der Wippe ist so ausbalanciert, dass sich das Baby wie in einem Schwebezustand befindet und so wirklich minimale Kräfte auf die sich entwickelnde Wirbelsäule wirken
  • Die Welle im unteren Bereich sorgt für eine natürliche Unterstützung der Anhock-Spreiz-Haltung
  • Zur Seite bleibt die Wippe ebenfalls flach und gibt massig Raum zum Bewegen
  • Sie bewegt sich, wenn sich das Baby bewegt. Dadurch wird Motorik und Gleichgewichtssinn gefördert
  • Nachhaltige, natürliche Materialien aus geprüfter, schadstofffreier Herstellung nach Öko-Tex 100 und E1 Norm.

==> Babywelle bei Amazon

TinyLove Rocker-Napper – die eierlegende Wollmilchsau

Ich bin mir nicht mal sicher, ob man dieses Teil überhaupt noch Babywippe nennen soll. Denn es kann wirklich ganz viel mehr.

Denn dadurch, dass die Liegefläche tatsächlich fast ganz flach gestellt werden kann, kann diese Wiege auch als Bett bzw. Stubenwagen genutzt werden. Zumindest in den ersten Monaten.

Darüber hinaus hat sie noch einige weitere Funktionen. Über das Preis-Leistungs-Verhältnis kann man hier nicht meckern. Dafür hat sie nicht das moderne Design der Babybjörn Wippe oder die kompromisslose Nachhaltigkeit der Babywelle. Aber alles geht halt nicht.

Warum ich die Rocker-Napper ergonomisch gelungen finde:

  • Liegefläche kann fast komplett flach gestellt werden
  • Durch die hohen Seitenwände entsteht ein kleines, kuscheliges Nest
  • Genug Platz zum Bewegen und wachsen
  • Kann sowohl festgestellt werden, als auch als Schaukelwippe verwendet werden. So unterstützt des die Entwicklung von Motorik und Gleichgewichtssinn
  • Der Arm mit den Spielgeräten kann komplett aus dem Sichtbereich gedreht werden.

==> Mehr zur Rocker Napper in unserem Babywippen-Vergleich
==> Die Rocker-Napper von TinyLove bei Amazon

 

Ich hoffe, dass ich eure Fragen zur Ergonomie von Babywippen beantworten konnte. Lasst mich wissen, wenn noch welche offen sind, ich bessere wie immer gerne nach.

Und falls ihr noch auf der Suche nach der perfekten Wippe seid, dann schaut in unseren Babywippen-Vergleich der beliebtesten Modelle vorbei:

==> Babywippen im Vergleich – die passende Wippe finden

 

Alles Liebe und genießt die erste Zeit. Im Handumdrehen werden sie groß und hinterfragen warum genau man zwei gleich Socken anziehen sollte.

Eure Katja

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