Feinmotorik für Fortgeschrittene – Kinder ab 4 bis 8 Jahren

, ,

Feinmotorik für Kinder im Kindergarten und Schulalter ist genauso wichtig – oder vielleicht sogar noch wichtiger – wie die Feinmotorik für die Kleinen. Über die haben wir schon ausführlich geschrieben und jede Menge Tipps gegeben: Warum Feinmotorik so wichtig ist

Wenn eure Kinder erstmal ein solides Kindergartenalter erreicht haben, dann sind die Grundsteine schon gelegt. Die Kinder können greifen, bauen, stecken, malen. Sie können sprechen, mit Gestik und Mimik kommunizieren und ab und zu schaffen sie es sogar, mehrere Stunden am Stück nichts umzuwerfen.

In unserer modernen Welt, in der es später ums Feinarbeiten geht, reicht das aber noch nicht wirklich. Und da Feinmotorik dazu noch ganz eng verknüpft ist mit anderen Fähigkeiten wie analytisches Denken, Logik, Gedächtnis, zahlt sich das Training von Fingerfertigkeit und Co. für alle Kinder (und Erwachsene aus).

Die gute Nachricht: Dafür müsst ihr kein Geld ausgeben (könnt ihr aber). Ich habe euch 18 Tipps zum Feinmotoriktraining zusammengestellt, von denen gut die Hälfte völlig kostenlos und ohne weitere Hilfsmittel und sofort umgesetzt werden kann.

Und damit geht es auch schon los. Wenn ihr mehr über die Theorie wissen wollt, dann klickt hier, ansonsten starten wir mit der Liste.

Hinweis: Dieser Artikel ist nicht gesponsert und beruht auf meiner eigenen Meinung und Erfahrung. Er enthält allerdings Partnerlinks und damit Werbung.

1 – Bemalen und Verzieren

Und damit meine ich ‚Malen‘ im weitesten Sinne. Denn jetzt ist es Zeit, Stiftehalten, genaues nachmalen, ausmahlen und natürlich kreatives Selbermalen zu üben.

Dafür gibt es jede Menge Möglichkeiten und Grenzen setzten eigentlich nur die eigene Fantasie und Kreativität.

Genial sind zum Beispiel eine Packung Acrylstifte. Mi denen kann man so ziemlich alles bemalen und verzieren: Steine, Kastanien, Möbelstücke, Taschen, Schuhe und noch vieles mehr. Wenn ihr damit erstmal angefangen habt, wird es schwer wieder aufzuhören.

Die Stifte sind dabei wirklich nicht teuer und die Materialien zum Bemalen habt ihr meist schon zu Hause. Probiert es aus.

2 – Bauen mit den kleinen Steinen

Seid ihr schon von Lego Duplo auf das normale Lego umgestiegen? Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit! Denn dadurch eröffnet sich eine ganz neue Welt.

Und inzwischen sind die Spielwelten so groß und so abwechslungsreich, dass wirklich für jeden etwas dabei ist. Friends, Ninjago, die Figuren zum Lieblingsfilm und noch vieles mehr.

Stöbert ruhig einmal im nächsten Spielzeugladen, online oder auch auf Flohmärkten oder Spielzeugbasaren. Gebraucht sind die Sachen teilweise ziemlich günstig zu erwerben.

3 – Basteln für Fortgeschrittene

Hier weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Es gibt so tolle Bastelideen für kleine und größere Kinder. Und natürlich für Erwachsene.

Egal ob Deko, Spielsachen, Schmuck, Bilder oder Nützliches, basteln geht immer.

Selbstgebastelte Berg-Wald-Seelandschaft mit echten Bäumen

Materialien dafür kann man inzwischen ganz günstig im Kleinkramladen erwerben. Ich empfehle den Gang zum nächsten Tedi. Profi-Tipp: Großen Korb mitnehmen. Man kauft immer mehr als man wollte.

Ansonsten könnt ihr für den Grundstock auch diverse Bastelsets erwerben. Oft auch auf Themen spezialisiert. Die diversen Discounter haben immer mal wieder Angebote und natürlich gibt es auch jede Menge online zu erwerben. Ihr könnt bequem mit einem solchen Set starten und dann im Bedarfsfall dazukaufen, was man eben so braucht. Im Laufe der Zeit werdet ihr so einen ganz Bestand aufbauen.

Bastelmaterial eignet sich auch sehr gut als Geschenkidee. Das kann man verbrauchen und sich daran freuen, ohne dass es dann ewig im Kinderzimmer vor sich hindämmert.

Ideen für das nächste Bastelprojekt findet ihr auf Pinterest, auf Google oder auch in Bastelbüchern. Oder ihr geht raus in die Natur, sammelt ein paar Materialien und lasst euch von eurer Phantasie und Kreativität den Weg weisen.

4 – Bügelperlen oder Aquabeads

Kennt ihr die auch noch aus unserer Jugend?

Bügelperlen sind immer noch ein Hit und machen mal so richtig Spaß. Inzwischen gibt es sie in allen möglichen Farben, glitzernd und dazu passende Schablonen für jeden Geschmack. Von Traktor bis Einhorn ist da alles dabei.

Kleiner Tipp: Schaut doch mal bei unser aller Lieblings-Schwedenmöbelhaus. Die verkaufen Bügelperlen kiloweise in verschiedenen Varianten zu gutem Preis.

Ähnlich funktionieren Aquabeads. Nur braucht man die nicht bügeln, sondern einfach nur mit Wasser besprühen. Ihr bekommt sie im Internet, im Spielwarenladen oder auch ab und zu beim Discounter.

5 – Erste Handarbeiten

Was macht ihr denn so abends vor dem Fernseher? Häkeln, Stricken, Nähen, Quilten oder Sticken? Wenn ihr selbst gerne Handarbeiten macht, dann lasst eure Kinder doch einfach mitmachen.

Einfache Häkelarbeiten können auch schon kleinere Kinder bewältigen. Und wenn es mal nichts wird, dann ist das auch nicht schlimm.

Sollten sie mit den Stricknadeln noch zu viel zu tun haben, dann gibt es auch schon einfache Webrahmen oder die Strickhilfen für Kinder. Schaut euch um. Da gibt es für jeden etwas.

6 – Rätselblöcke

Rätselblöcke stehen bei uns gerade ganz hoch im Kurs. Und ich könnte mir vorstellen, dass damit auch Kinder zum Schreiben und Zeichnen motiviert werden können, die sonst eher Stiftfaul sind.

Es gibt sie in ganz verschiedenen Ausführungen, Schwierigkeitsgraden und zu ganz unterschiedlichen Themen.

Von Labyrinthe über Schreibübungen, Ausmalen bis Zahlen verbinden.

Der Feinmotorik hilf es in jedem Fall.

7 – Apropos Ausmalen

Malbücher dürfen jetzt gerne etwas anspruchsvoller werden. Malt auch ruhig mal etwas vor, das eure Kinder dann nachmalen sollen. Oder stellt Aufgaben, die die Kinder mit Bildern lösen müssen.

Außerdem: Malen nach Zahlen mit Pinsel und echten Ölfarben. Auch das gibt es in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen.

8 – Musikinstrumente fördern die Feinmotorik

Über Musikinstrumente habe ich schon ausführlich berichtet in diesem Artikel.

Klickt vorbei und lasst euch inspirieren, denn frühes Musizieren ist nicht nur genial für die Feinmotorik, sondern hilft bei der Entwicklung von ganz vielen wichtigen Gehirnfunktionen. Es fördert Konzentration, logisches und analytische Denken, das Gedächtnis und natürlich Motorik. Außerdem verbindet es, macht Spaß, gibt Selbstbewusstsein und wirkt sich nachweislich positiv aufs Gemüt aus.

Es ist außerdem eine Fähigkeit, die sich Kinder das Ganze Leben behalten können. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob sie wahnsinnig talentiert sind oder einfach nur mit Freude Töne erzeugen. (Wir sind stolze Angehörige der letzteren Kategorie :))

9 – Werkstattbesuch mit Papa oder Mama

Beim Reparieren, Bauen und Werkeln kann der Nachwuchs so langsam richtig mithelfen.

Wenn ihr zu Hause über entsprechendes Werkzeug oder vielleicht sogar eine echte Werkbank/Werkstatt verfügt, dann nehmt die Kinder einfach mit und baut mit ihnen zusammen. Lasst sie ruhig auch selbst mal den Bohrer oder Hammer schwingen, zeigt ihnen, wie man Schraubenzieher und Zange verwendet und lasst sie helfen.

Natürlich immer unter Aufsicht. Und hinterher alle Finger nachzählen…

10 – Sensorik nicht vergessen beim Training der Feinmotorik

Sensorik ist die Fähigkeit, Dinge über die Sinne aufzunehmen. In diesem Fall geht es natürlich hauptsächlich um die Hände. Unterschätzt diese Fähigkeit nicht, denn sie steht noch vor der Feinmotorik. Und sie kann mit ganz viel Spaß trainiert werden.

Denn welches Kind spielt nicht gerne im Matsch, im Sand oder mit Wasser. Diese Spiele sind im ursprünglichen Sinne eine sinnliche Erfahrung. Die Kinder lernen mit ihren Händen zu erspüren und zu manipulieren.

Also auf zum nächsten Spielplatz und ab in den Sandkasten. Und scheut euch nicht davor, beim nächsten Regenschauer mal rauszugehen und ein paar Pfützen zu suchen.

Und falls ihr auf der Terrasse oder im Garten keinen Platz für eine große Sandbox habt, schaut euch doch mal den kinetischen Sand an. Dieser passt auch in die kleinste Wohnung und macht mal so richtig Spaß.

11 – Sortieren und Schütten

Back to Basics. Im Sommer ist das Spielen mit Wasser ein genialer Zeitvertreib. Dafür braucht ihr keinen Riesenaufbau oder teure Spielgeräte. Es reicht ein Eimer, ein paar Gefäße in unterschiedlichen Größen, ein paar Trichter und eine Gießkanne und was ihr sonst noch so Praktisches zu Hause habt.

Und dann los. Es ist gar nicht so einfach, Wasser von einem Gefäß ins andere zu schütten, ohne dass etwas daneben geht. Probiert es ruhig auch selbst mal aus.

Ähnliches Prinzip mit dem Sortieren. Manche Kinder lieben es. Und warum nicht mal ein großes Glas voll Bügelperlen sortieren, einfach nur so zum Spaß. Ganz ehrlich? Das hat schon fast etwas Meditatives.

12 – Konstruktionsspielzeug – hilft der Feinmotorik

Jetzt kommen wir wieder in die Kategorie ‚zum Kaufen‘. Aber das muss ja jetzt nichts Schlechtes sein und ab und zu braucht man auch mal ein Geschenk.

Mein Tipp: Schaut euch nach solchen Sets um, die möglichst vielseitig verwendbar sind und auch frei verbaut werden können, nicht nur nach Anleitung.

Ich persönlich bin Fan vom Old-School Konstruktionsspielzeug von Eichhorn. Das gibt es in ganz vielen Variationen und Schwierigkeitsstufen. Entsprechender Test ist hier.

Aber natürlich gibt es noch jede Menge andere Lösungen von allen möglichen Herstellern.

13 – Kugelbahn für Fortgeschrittene – gut für die Feinmotorik

Auch die Kugelbahn ist etwas, das ich immer wieder gerne empfehle, da sie so viele verschiedene Fähigkeiten trainiert. Vor allem dann, wenn man sie selbst aufbauen muss. Und das geht in diesem Alter schon ziemlich gut.

Meine Lieblingslösung für alle, die schon eine ganze Schublade Lego Duplo zu Hause haben ist die Kugelbahn von Hubelino.

Aber für ältere Kindergartenkinder oder Schulkinder wäre jetzt auch schon eine etwas konstruktionslastigere Lösung wie die von Fischertechnik möglich. Vor allem dann, wenn Mama oder Papa noch ein bisschen mithelfen. (Das kann ich euch übrigens wärmstens empfehlen. Kugelbahnen sind wunderbar.)

14 – Schmuck selbst herstellen – fördert die Feinmotorik

Was für kleinere Kinder das Fädeln ist, ist für größere Kinder das Herstellen von Schmuck. Egal ob es sich dabei um Ketten, Armbänder, Broschen oder auch Schlüsselanhänger handelt. Spaß macht es in jedem Fall, anspruchsvoll ist es auch und hinterher kann man sich damit im wahrsten Sinne des Wortes schmücken.

Viele haben schon eine ganze Kiste mit Materialien zu Hause, die sich zur Schmuckherstellung eignet. Wenn nicht, dann geht doch mal in den nächsten Perlenladen. Die haben alles, was ihr braucht und bieten vielleicht sogar Kurse für Kinder an.

Ansonsten gibt es auch noch günstig Sets bei einschlägigen Discountern, im Spielwarenladen oder im Internet.

15 – Spielsachen selbst machen

Wie ihr bestimmt schon festgestellt habt, geht es bei der Feinmotorik ganz viel ums Selbermachen. So auch hier.

Ab mit euch in die Natur und dann wird erstmal gesammelt. Steine, Kastanien, Nüsse, Stöcken und was man sonst noch so brauchen könnte. Und damit wiederum kann man wunderbar Spielsteine, Spielfiguren oder auch andere Arten von Spielzeug machen. Wenn ihr begabt seid, dann bekommt man sogar Musikinstrumente hin.

Googelt doch einfach mal, was man aus Naturmaterialien so alles selbst machen kann.

16 – Geschenke verpacken zur Verbesserung der Feinmotorik

Dieser Tipp resultiert aus meiner eigenen kompletten Talentlosigkeit, was das Geschenkeeinpacken angeht. Merkwürdigerweise sind schlecht eingepackte Geschenke von mir ein bisschen peinlich, katastrophal eingepackte Geschenke von meiner 4-jährigen Tochter aber so süß, dass Oma vor Glück anfängt zu weinen. Das Leben ist nicht fair.

Aber mal im Ernst. Ich habe zurzeit den Eindruck, dass wir zwischen Weihnachten, Geburtstagen, Ostern, Kindergeburtstagen und Krankenbesuchen ständig irgendwelche Geschenke einpacken müssen.

Inzwischen übernimmt diese Aufgabe komplett meine Tochter. Papier abschneiden, falten, kleben, Schleife (im Rahmen ihrer Möglichkeiten :)) bemalen und mit Aufklebern verzieren. Dazu noch eine Karte malen und schon haben wir die schönsten Geschenke der Welt – und jede Menge feinmotorischer Fähigkeiten trainiert.

17 – Von Schuhe binden bis chinesisch Essen gehen

Nutzt euren Alltag! Denn es gibt jetzt jede Menge Aufgaben, die unsere kleinen Leute selbst übernehmen können. Das fängt beim täglichen Schuhe-binden an und geht weiter übers Wäsche falten, Spülmaschine ausräumen und Stifte sortieren.

Seid ruhig auch aktiv auf der Suche nach den Herausforderungen. Chinesisch essen gehen macht mit Stäbchen nämlich mindestens doppelt so viel Spaß. Und vielleicht möchten die Haare der kleinen Schwester mal zum Zopf geflochten werden.

Seid aufmerksam und immer auf der Suche nach den kleinen Dingen im Alltag, die eure Kinder wieder einen Schritt weiterbringen. Denn davon gibt es wirklich genug.

18 – Puzzeln

Wahrscheinlich habt ihr auf Grund des Titelbilds schon darauf gewartet! Ohne Feinmotorik geht natürlich beim Puzzeln gar nichts. Dabei gehört zur großen Kategorie puzzeln noch viel mehr als die einfachen, flachen Puzzle, die wir alle kennen.

Es gibt die normalen Puzzle, Puzzlebälle, 3D-Puzzle, Mosaike, Magnetpuzzle und noch vieles mehr. Der Phantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Eine kleine Auswahl findet ihr hier:

Angebot
Schmidt Spiele Puzzle 56495 Dinosaurier, Puzzle-Box im Metallkoffer, 2x60 und 2x100 Teile Kinderpuzzle, bunt
Dinosaurier, 4 Kinderpuzzle im Metallkoffer; 2x60, 2x100 Teile Kinderpuzzle; Empfohlenes Alter: ab 5 Jahren
10,99 EUR
Angebot
Ravensburger 11144 Dragons 3 11144-Dragons 3-3D Puzzle, Mehrfarbig
Gewölbte Kunststoff-Puzzleteile formen einen beeindruckenden 3D Puzzle-Ball ; Perfekte Passform und stabiler Zusammenhalt dank Easyclick Technology 
8,34 EUR
Ravensburger 11157 - Frozen 2: Olaf - 54 Teile 3D Puzzle
54 gewölbte Kunststoff-Puzzleteile formen ein beeindruckendes 3D Puzzle-Objekt; Perfekte Passform und stabiler Zusammenhalt dank Easyclick Technology
8,84 EUR

In diesem Sinne wünsche ich euch noch eine schöne Zeit! Und macht ruhig mit beim Feinmotorik-Training. Denn dafür ist man nie zu alt. Es ist eine Fähigkeit, die wir gerade auch dann trainieren sollten, wenn wir älter werden. Dann verlieren wir sie nicht so schnell.

Hier ist nochmal der Link zu unserem ersten Artikel – Warum Feinmotorik so wichtig ist! Und der Link zum Artikel, der euch erklärt, warum Musikinstrumente so gut für Kinder sind.

Ganz liebe Grüße

Eure Katja

Previous

Geburtskarten – 10 Tipps damit ihr es richtig macht!

Eignet sich Leitungswasser für Babynahrung? 8 Fragen zu Babys und Wasser.

Next

Schreibe einen Kommentar