Über schreiende Babys haben wir schon geschrieben. Aber was ist mit Babys, die nicht schlafen wollen?

Wir haben so eines von der Sorte. Am Anfang haben wir uns fast verrückt gemacht. Denn wir haben – wie wahrscheinlich viele Eltern – nach etwas gesucht, das schwer zu finden ist: eine einfache, dauerhafte Lösung.

Denn eigentlich ist der berüchtigte Babyschlaf kein wirkliches Problem, das es zu lösen gilt. Es ist völlig normal, dass Babys eben nicht von selbst einschlafen und dann 12 Stunden nichts mehr von sich hören lassen.

Das heißt aber nicht, dass es kein Problem gibt. Denn oft müssen Mama und Papa tagsüber fit und erholt sein, da die Tage nicht weniger anstrengend sind, nur weil ein kleiner Knirps im Haus ist.

Außerdem geht zu wenig Schlaf auf Dauer auch auf die Gesundheit, auf die Nerven und auf die Geduld.

Wenn es also leider keine einfache, schnelle Lösung gibt, die für jeden funktioniert, dann gibt es zumindest ein paar Dinge, die ihr versuchen könnt. Und diese haben wir hier zusammengestellt.

Je nach Baby, Eltern und Tagesform funktionieren sie mal besser und mal schlechter. Einen Tag denkt man noch, dass man den Zauber-Schlafknopf gefunden hat, nur um am nächsten Tag festzustellen, dass es doch nicht so wie erhofft funktioniert. Aber nicht aufgeben!

Für alle, die noch mittendrin sind in der schlimmsten Zeit: Es wird besser. Neun Monate lang haben wir nie länger als 2 Stunden am Stück geschlafen und auch bei uns wurde es besser.

Unsere 8 Tipps für alle Babys, die nicht schlafen wollen:

1. Babys wollen getragen werden

Sehr praktisch vor allem für Babys, die tagsüber nicht zur Ruhe kommen und keinen Mittagsschlaf machen wollen. Dafür aber sofort anfangen zu schreien, wenn man es wagt, sie auch nur für wenige Sekunden abzulegen.

Nutzt ein Tragetuch oder eine andere Tragehilfe und tragt euer Neugeborenes oder euer Baby in den sanften Schlaf.

Denn Babys sind Traglinge. Sie lieben die Nähe, den Geruch, den Körperkontakt und die sanfte Bewegung. So sind sie immer mittendrin, immer ganz nah bei Mama oder Papa und können ganz entspannt loslassen.

Und das Tragen ist nicht nur für die Babys schön. Auch Mama kann sich sicher sein, dass es dem Baby gut geht, kann es fühlen, riechen und den Kopf ab und zu mal küssen. Gerade bei Neugeborenen eine richtig schöne Erfahrung.

Wenn ihr noch nicht wisst, welches die richtige Tragehilfe für euch ist, dann schaut mal bei unserem interaktiven Ratgeber vorbei oder lest euch unseren Test zu den besten Babytragen durch.

2. Familienbett

Gemeinsam schläft es sich oft am besten.

Wie beim Tragen fühlt sich das Baby am sichersten, wenn es mit seinen engsten Vertrauten ganz nah kuscheln kann. Das gilt natürlich auch in der Nacht.

Ganz bequem ist das natürlich auch für Mama, wenn noch gestillt wird. Einfach auf die Seite rollen und es kann los gehen.

Und falls die Schwiegermama fragt: Ja, wenn das Kind auf die Uni geht, kann es im Normalfall in seinem eigenen Bett schlafen.

Ein paar Dinge solltet ihr allerdings beachten, vor allem wenn ihr euch das Bett mit sehr kleinen Babys und Neugeborenen teilen wollt:

  • Niemals angetrunken oder mit anderen bewusstseinsverändernden Substanzen im Blut das Bett mit einem Baby teilen.
  • die Matratze sollte nicht zu weich sein.
  • Baby von Kissen und Decken fernhalten.
  • Das Baby muss vor dem Herausfallen aus dem Bett gesichert sein. Dafür gibt es spezielle Bettgitter. (Bettgitter bei Amazon anschauen)
  • Für Neugeborene eignet sich unter Umständen ein Beistellbett, das ihr direkt neben euer Bett schieben könnt. Dann schläft es direkt bei euch, aber hat seinen eigenen, sicheren Bereich. (Beistellbett bei Amazon anschauen)
  • Wenn das Bett an der Wand steht, dann prüft, ob das Baby in den Spalt rutschen oder sich festklemmen kann.
  • Das Baby sollte nicht mit stark Übergewichtigen in einem Bett bzw. auf derselben Matratze schlafen.
  • Babys sollten nicht alleine in einem großen, nicht absolut sicheren Bett schlafen.
  • Babys sollten nicht im gleichen Bett wie Haustiere schlafen.

3. Babywippe

Irgendwann wird auch der stärkste Arm müde. Und trotzdem möchte das Baby dann noch geschaukelt werden.

Für diesen Fall gibt es Babywippen. Diese haben keinen so guten Ruf, da sie oft als Vollbespaßungsstation zum dauerhaften Parken des Babys wahrgenommen werden. Dafür sind sie natürlich nicht gedacht und nicht geeignet.

Aber es gibt durchaus Modelle, die ergonomisch sinnvoll sind und euch einiges an Nerven ersparen können. Gerade wenn ihr mehrere kleine Kinder im Haushalt habt, kann euch eine gute Babywippe das ein oder andere Mal aushelfen.

Schaut euch doch mal unseren Babywippen Test an. Hier haben wir aktuelle Modelle unter die Lupe genommen und sagen euch, was Sinn macht.

4. White Noise

Im Mutterleib ist es nie still. Das Baby ist umhüllt von einer sanften Geräuschkulisse, die ihm Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.

Im dunklen Kinderzimmer ist es aber oft ganz still. Anstatt besser zu schlafen, kommen die Kleinen oft gar nicht erst zur Ruhe, da die ungewohnte Stille fremd ist und Angst macht.

Dagegen könnt ihr leicht Abhilfe schaffen. Fürs Handy gibt es kostenlose Apps, die eine Geräuschkulisse von Regenwald über Ozean bis Straßenlärm zur Verfügung stellen. Sucht einfach in eurem jeweiligen App-Store nach ‚White Noise‘ oder ‚Hintergrundgeräusche‘.

Wenn ihr es nicht über das Handy steuern wollt, dann könnt ihr inzwischen auch ganz komfortable Geräte erstehen, die sowohl Geräusche ins Zimmer zaubern, als auch Lichteffekte erzeugen können.

Wir haben zuerst die Handyversion genutzt und seit Kurzem auch eine kleine Eule, die unsere Kleine liebt und inzwischen auch selbst bedienen kann. (Einschlafeule bei Amazon)

5. Pucken

Im Mutterleib ist es eng und kuschelig. Dieses Gefühl könnt ihr durch das Pucken am besten simulieren.

Schaut euch unseren Artikel zum Thema an und lasst euch inspirieren 🙂

6. Routine

Viele der Methode wie Pucken, White Noise und Tragen eignen sich besonders für die ganz Kleinen.

Was aber wenn aus dem Baby ein Kleinkind wird und es immer noch nicht ins Bett will?

Dann hilft euch unter Umständen eine tägliche Routine, die immer gleich ist. Macht das zu Bett gehen oder auch den Mittagschlaf zu einem Ritual.

Wie dieses Ritual aussieht bleibt euch komplett selbst überlassen. Achtet nur darauf, dass ihr die immer gleichen Schritte zur gleichen Zeit durchführt.

Bei uns sieht es im Moment in etwa so aus:

  • Gegen 7 gehen wir nach oben ins Badezimmer, wo wir Zähne putzen, waschen (evtl. Baden) und Schlafanzug anziehen.
  • Dann gehen wir ins Kinderzimmer, wo wir entweder noch ein bisschen mit Duplo bauen oder ein Spiel machen.
  • Dann bereiten wir das Bett vor, der Rollladen geht herunter und die Kleine sucht sich noch ein Buch oder eine Geschichte aus.
  • Wir lesen das Buch und dann geht das Licht aus und ihre Licht- und Geräuscheeule (s.o.) machen wir an.
  • Dann erzählen wir noch ein bisschen vom Tag und Mama oder Papa bleibt sitzen, bis sie eingeschlafen ist.

Meistens läuft das ohne Tränen ab… 🙂

7. Zeit lassen

Der Sohn von der Nachbarin hat schon mit 2 Tagen 14 Stunden am Stück durchgeschlafen?

Die Großkusine deines Mannes hat sich schon mit 3 Monaten alleine ins Bett gebracht?

Okay. Herzlichen Glückwunsch an die, die es besser können.

Lasst euch bloß nicht unter Druck setzen von diversen Geschichten und betrachtet alle Ratschläge kritisch. Vor allem wenn sie von Menschen kommen, die seit 40 Jahren kein Baby mehr aus der Nähe gesehen haben.

Gerade in der ersten Zeit ist es oft besser, wenn ihr einen Tag um den anderen so gut meistert, wie es bei euch eben geht.

Das Baby schläft nur mit Stillen ein? Das Baby schläft nur auf Mama? Das Baby möchte 24 Stunden getragen werden?

Macht das, was für euch funktioniert. Und denkt immer daran, dass jedes Baby seine eigene Persönlichkeit hat. Und das ist auch okay.

Die einen sind ständig krank, die anderen lernen erst mit 2 Jahren laufen, wieder andere essen nur trockene Nudeln und Gummibärchen. Und dann gibt es eben auch die, die nicht schlafen wollen.

8. Medikamente

An dieser Stelle möchte ich ganz klar unterscheiden zwischen dem ’normalen‘ schlechten Babyschlaf, und den Schlafproblemen, die Babys auf Grund von Krankheiten bzw. Zahnen bekommen können.

Für den ganz normalen Babyschlafwahnsinn sind Medikamente nicht geeignet. Denn wie wir schon erwähnt haben ist schlechter Babyschlaf ein chronisches Problem und kann oft nur durch die normale Entwicklung des Kindes verbessert werden.

Wenn euer Kind allerdings unter Schmerzen leidet oder unter Fieber oder das Näschen verstopft ist, dann scheut euch nicht, dem Kind vom Kinderarzt verschriebene und empfohlene Medikamente zu geben.

Wenn euer Baby nach Gabe von einem Zäpfchen oder Zahngel besser schläft und sich erholen kann, dann ist das oft die bessere Alternative, als um jeden Preis auf Medikamente zu verzichten.

Aber: Zieht euren Kinderarzt immer zu Rate bevor ihr eurem Baby und Kleinkind Medikamente verabreicht. Auch scheinbar harmlose Dinge wie Hustensaft, den ihr in der Drogerie kaufen könnt, können Stoffe enthalten (z.B. Alkohol), die für Kinder nicht geeignet sind.

 

Und damit wünsche ich euch eine gute Nacht 🙂

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