Erstmal herzlichen Glückwunsch! Wenn ihr hier angekommen seid, dann seid ihr wahrscheinlich schwanger, wollt es werden, oder überlegt euch gerade, was man vor dem Schwangerwerden alles bedenken sollte.

Dafür möchte ich euch ein paar Denkanstöße und eine praktische Liste mitgeben. Denn jetzt ist es wichtig, dass ihr viel mit eurem Partner oder eurer Partnerin sprecht über das, was ihr erwartet, wie ihr euch die Zukunft vorstellt, was geplant werden muss und natürlich auch über Ängste und Unsicherheiten.

Aber erstmal: Keine Panik. So eine Schwangerschaft ist lange. 10 Monate lang habt ihr im Idealfall Zeit, euch gemeinsam auf das Leben danach vorzubereiten. Das ist jede Menge Zeit, um sich über alle Themen ausführlich zu unterhalten und gemeinsam auf eine Lösung zu kommen.

Mein Tipp: Versucht nicht alles auf einmal in der ersten Woche nach dem positiven Schwangerschaftstest zu klären. Seid geduldig mit euch und eurem Partner, lasst euch Zeit, lasst euch auf die neue Situation ein, und vertagt ruhig auch mal ein Gespräch, wenn an der einen oder anderen Stelle große Gefühle ins Spiel kommen.

Ihr kriegt das hin.

Bevor wir anfangen auch noch ein kleiner Hinweis: Diese Liste ist aus meiner eigenen, ganz subjektiven Erfahrung entstanden. Da ich euch und eure Situation nicht kenne, solltet ihr die Liste mit allem ergänzen, was euch wichtig ist, und was ihr geklärt haben wollt.

Und lasst mir ruhig einen Kommentar da, wenn wichtige Themen hier noch fehlen.

Und damit stürzen wir uns ins Abenteuer Schwangerschaft!

Wann sollen wir die freudige Nachricht verkünden?

Werdet euch darüber einig, wer was wann und wie erfährt.

Viele Eltern warten bis nach der 12. Schwangerschaftswoche, bis sie Eltern, Verwandten und Freunden vom Nachwuchs erzählen.

Der Grund dafür ist einfach: Nach der 12. Schwangerschaftswoche ist die erste, kritische Zeit geschafft. Spontane Schwangerschaftsabbrüche, also Fehlgeburten, finden meist in dieser ersten Zeit statt.

Hat sich der kleine Zwerg erstmal ordentlich eingenistet, ist der erste Herzschlag zu hören und sind die ersten 3 Schwangerschaftsmonate vorbei, dann sinkt das Risiko gewaltig, dass doch noch etwas schief geht.

Ob ihr das auch so handhabt, liegt natürlich komplett an euch. Nur solltet ihr es gemeinsam entscheiden.

Dazu gehört natürlich auch die Frage, wem ihr wann und in welcher Reihenfolge vom erfolgreichen Geschlechtsakt erzählen möchtet (und in welchem Detail…).

Die nächste Frage ist so ähnlich:

Wie viele Informationen geben wir weiter?

Oder: Was darf die Schwiegermutter, die neugierige Tante oder die tratschende Kollegin wissen, ohne dass ihr es irgendwann bereut.

Habt ihr Angst, dass ihr um den Geburtstermin mit ständigen Anrufen genervt werdet? Dann verschiebt das Datum 2 Wochen nach hinten.

Wollt ihr nicht schon vor der Geburt einen Haufen Kleidungsstücke in Pink mit Rüschen haben? Dann behaltet das Geschlecht für euch.

Wollt ihr nicht, dass monatelang jeder seine Meinung zum ausgesuchten Namen kundtut? Dann gebt dem Kind einen Decknamen.

Ihr merkt, worauf ich hinaus will. Natürlich möchte man möglichst viel von der eigenen Begeisterung teilen. Aber besprecht vorher was Sinn macht, denn wenn es erstmal ausgeplaudert ist, dann kann man es schwer wieder zurücknehmen.

Wollen wir wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen werden soll?

Natürlich ist es praktisch, wenn ihr vorher schon wisst, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird. Allein schon die Namenswahl wird in etwa um die Hälfte vereinfacht.

Aber es hat natürlich auch seinen Reiz, wenn man nicht die geringste Ahnung hat, was da herauskommen wird.

Kleiner Tipp: Es ist keine Schande, insgeheim auf ein bestimmtes Geschlecht zu hoffen. Viele tun das, auch wenn nur wenige es zugeben. Wenn ihr allerdings jetzt schon wisst, dass ihr gerne ein Mädchen oder einen Jungen hättet, dann rate ich euch, auf jeden Fall das Geschlecht vorher herauszufinden.

Denn dann habt ihr genug Zeit, um euch vorzubereiten, wenn es vielleicht doch nicht das gewünschte Mädchen wird. Seid ehrlich zu euch selbst und spart euch und eurem Baby die kleine Endtäuschung. Ihr müsst es ja keinem sagen…

Wie soll das Kind heißen?

Das ist eine Frage, die euch wahrscheinlich die ganze Schwangerschaft begleitet. Macht euch keinen Stress. Ich kenne kein Kind, das keinen Namen hat. Es ist auch okay, wenn man es erst nach der Geburt entscheidet.

Ein paar Tipps, wie man bei der Namenssuche vorgehen kann, falls ihr euch mit eurem Partner nicht so richtig einig werden könnt:

  • Ausschlussverfahren: Beide machen eine Liste mit 10 bis 20 Namen. Dann wird getauscht und der jeweils andere darf die Hälfte der Namen streichen. Über den Rest wird dann hitzig diskutiert.
  • Mögliche Kriterien für einen guten Namen: Zeitlos, einfach zu schreiben, nicht besonders negativ oder positiv durch berühmte Personen belegt, passt zur Region und zum Nachnamen, passt für jedes Alter und natürlich sollte er den Eltern gefallen.
  • Schaut euch in der Familie um. Gibt es vielleicht traditionelle Namen, die passen könnten? Namen werden etwa alle 3-4 Generationen wieder modern. Es lohnt sich also, ein bisschen tiefer in den Stammbaum einzusteigen.
  • Jeder darf den Namen eines Kindes aussuchen. Der Partner hat dabei ein Veto-Recht. Funktioniert natürlich nur bei mehreren Kindern…
  • Wenn euch keine Ideen einfallen, dann besorgt euch doch ein Namensbuch. (z.B. das hier auf Amazon)

Was sind unsere Regeln und Grenzen bezüglich Social Media?

Ganz wichtig in Zeiten von Facebook und Instagram – besonders bei Familien, die viel über Social Media Plattformen kommunizieren.

Das gilt nicht nur für die Zeit der Schwangerschaft, sondern auch ganz besonders danach. Macht euch frühzeitig darüber Gedanken.

Denn mit einem Smartphone kann so ziemlich jeder, der euch und euer Baby besucht, oder mit dem ihr Informationen oder Bilder auf anderem Weg teilt, diese in wenigen Augenblicken in die Welt hinausschicken, ohne dass ihr sie jemals wieder einfangen könnt.

Das mag sich dramatisch anhören, ist aber so.

Damit will ich natürlich Social Media nicht verteufeln, oder sagen, dass es schlecht ist, wenn ihr Informationen über eure Schwangerschaft oder Bilder von eurem Kind auf Facebook oder Instagram habt (von mir und meinem Kind gibt es auch genug online).

Aber ihr solltet gemeinsam mit eurem Partner Regeln und Grenzen bestimmen und diese dann auch nahestehende Personen weitergeben.

Welche Ausstattung brauchen wir?

Was wollen wir, was brauchen wir, wie viel Platz haben wir, wie groß ist unser Budget?

Macht euch ruhig frühzeitig darüber Gedanken. Denn dann habt ihr genug Zeit, euch ausführlich zu informieren, eine Geschenkeliste zusammenzustellen oder Sachen gebraucht zu finden.

Wenn ihr ganz bestimmte Dinge möchtet, gibt es manchmal auch längere Lieferzeiten. Je früher ihr anfangt, desto weniger Stress habt ihr. Denn so ein Kind kommt gerne auch mal ein paar Tage zu früh…

Falls ihr noch keine Ahnung habt, was genau ihr auf jeden Fall braucht und auf was ihr zumindest am Anfang noch getrost verzichten könnt, dann empfehle ich euch diesen Artikel zur minimalen Babyausstattung. Das ist ein guter Start.

Und wenn ihr dann noch weiterlesen wollt, gibt es hier noch ein paar gute und günstige Helferlein für den Alltag mit Baby. Alles unter 20€.

Wo und wie soll das Kind entbunden werden?

Auch nicht ganz unwichtig. Schaut euch ruhig mal ein paar Krankenhäuser in der Umgebung an, vor allem dann, wenn mehrere in Frage kommen.

Viele Kliniken bieten werdenden Eltern Informationsabende und Rundgänge durch die Geburtsräume.

Macht euch ruhig auch darüber Gedanken, wie eure Wunschgeburt aussehen soll, wie sie ablaufen soll und sucht euch ein Krankenhaus, das eine ähnliche Philosophie wie ihr habt. Es gibt da ganz gewaltige Unterschiede.

Was wollen wir vor der Geburt alles noch erledigen? Was kann bis nach der Geburt warten?

So eine ToDo-Liste hilft ungemein. Vor allem in Zeiten, in denen Stress, Hormone, körperliche Einschränkungen auf eine Vielzahl an neuen Aufgaben treffen.

Führt eine Liste und deponiert sie an einem gut zugänglichen Ort.

Aber immer daran denken: Das Leben geht nach der Geburt weiter. Viele Sachen kann man auch dann erledigen, wenn der Nachwuchs schon da ist.

Welche Kurse wollen wir vor und nach der Geburt machen?

Geburtsvorbereitungskurs, Akupunktur, Hypnobirthing, Tönen, Yoga. Wenn man jeden Kurs mitmachen würde, bräuchte man weit mehr als 10 Monate Zeit.

Überlegt euch deshalb, was für euch Sinn macht und welche Kurse ihr alleine oder gemeinsam mit eurem Partner besuchen wollt.

Ein Richtig oder Falsch gibt es hier nicht. Hört auf euer Gefühl.

Ähnlich ist es nach der Geburt: PEKIP, Babymassage, Babyschwimmen, Baby-Fitness. Die Möglichkeiten sind endlos.

Kleiner Tipp: Oft werden die Kurse von dem Elternteil besucht, der sich auch zu Hause hauptsächlich um das Kind kümmert. Dreht hier den Spieß ruhig um und schickt das berufstätige Elternteil Samstag morgens zum Babyschwimmen oder zur Babymassage. Das ist Balsam für die Bindung (mehr zum Thema Bindung in diesem Artikel).

Es gibt genug Kurse, die auch am Wochenende stattfinden. Und der andere kann dann mal in aller Ruhe ausschlafen. Oder Zeitung lesen. Oder Duschen. Win-Win-Win für alle Beteiligten.

Wie ist unser Plan für die ersten Tage nach der Geburt?

Auch darüber solltet ihr dringend mit eurem Partner sprechen und euch einigen.

Denn die Frage, „soll Schwiegermama vier Wochen bei uns einziehen, um in der ersten Zeit zu helfen?“, sollte nicht erst einen Tag nach der Geburt gestellt werden.

Habt einen Plan dafür, wer zu Besuch kommen soll/darf, wer für das Essenmachen zuständig ist, wer Geschwisterkinder betreut, wie es insgesamt ablaufen soll.

Wer nimmt wie lange Elternzeit?

Wir leben dankbarerweise in einer Zeit, in der es nicht mehr selbstverständlich ist, dass Frau ihren Beruf erstmal an den Nagel hängt und jetzt in Vollzeit für die Kinder zuständig ist.

Nicht falsch verstehen: Wenn ihr das beide so wollt, dann ist dagegen überhaupt nichts zu sagen.

Aber ihr solltet euch frühzeitig mit eurem Partner zusammensetzen und besprechen, wie genau ihr die Elternzeit gestalten wollt, wer wie viel Auszeit vom Job nimmt und wann ihr beide wieder ins Berufsleben einsteigen wollt.

Im Idealfall habt ihr das schon geklärt, bevor ihr schwanger wurdet. Trotzdem ist es eine gute Idee, das Gespräch noch einmal zu führen. Nur damit hinterher keiner meckert.

Wie wird die Kinderbetreuung nach der Elternzeit gestaltet werden?

Auch darüber solltet ihr schon in der Schwangerschaft sprechen. Alleine schon deshalb, weil man inzwischen in vielen Gemeinden die Kita-Plätze schon lange im Voraus reservieren muss.

Auch wenn ihr euch in der Schwangerschaft auf den perfekten Plan einigt, rechnet damit, dass sich nach der Geburt und im ersten Lebensjahr eures Kindes noch einiges ändern kann. Scheut euch nicht, dieses Gespräch in regelmäßigen Abständen wieder aufzunehmen.

Wenn der Plan dann irgendwann nicht mehr ganz so perfekt ist macht es Sinn, ihn anzupassen.

Wer ist für was verantwortlich?

Auch dieses ist ein Gespräch, das ihr bestimmt viele Male als gemeinsame Eltern führt.

Denn Kinder sind gar nicht mal so unanstrengend und eine Menge Arbeit.

Gerade der Elternteil, der in der ersten Zeit der Hauptverdiener ist, weiß oft nicht, was zu Hause alles entschieden, geplant, gemacht und gemanagt wird.

Scheut euch nicht davor, offen anzusprechen, wenn die Verantwortlichkeiten schief liegen. Es bringt nichts, im Stillen zu leiden und sich immer mehr über den Partner zu ärgern.

Daher kann ich euch nur raten, hier die Kommunikation offen und ehrlich zu halten.

Welche Art von Kinderarzt wollen wir haben?

Wahrscheinlich gibt es in eurem näheren Umkreis mehr als einen Kinderarzt.

Wenn ihr andere Eltern kennt, dann hört euch unter diesen um, wie die Erfahrungen sind und welcher Arzt zu euch passen könnte.

Geht ruhig gemeinsam auf die Suche nach dem perfekten Arzt.

Wenn ihr mehr Tipps zu diesem Thema haben möchtet, dann schaut euch diesen Artikel an: Den perfekten Kinderarzt finden.

Wie soll gewindelt werden?

Hier meine ich vor allem die Entscheidung: Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln.

Ich gebe zu, dass ich hier in eigener Sache unterwegs bin, da ich begeisterter Anhänger von Stoffwindeln bin. Daher fällt es mir schwer, objektiv zu bleiben.

Sprecht darüber, ob Stoffwindeln für euch in Frage kommen könnten.

Und wenn ihr mehr darüber wissen möchtet, dann schaut in diesem Artikel vorbei: Stoffwindeln für Neugeborene – der Guide für Erstpinkler

Wollen wir Stillen?

Auch das ist eine Frage, über die ihr vorher sprechen solltet.

Stillen ist schön, gesund und natürlich. Aber es gibt auch ein paar Gründe, die für Ersatzmilch, fürs Abpumpen oder für frühes Abstillen sprechen.

Redet gemeinsam über eure Wunschvorstellung und darüber, wie ihr es mit eurem Baby gestalten wollt.

Aber denkt daran: Nicht immer geht alles nach Plan. Wenn der Plan nicht funktioniert, dass ist es Zeit, ihn zu ändern.

Wie schlafen wir?

Beistellbett? Familienbett? Schlafzimmer? Eigenes Zimmer?

Ihr braucht dringend einen Plan zur Schlafsituation, damit ihr diesen prompt zwei Tage nach der Geburt über den Haufen werfen könnt.


Und damit sind wir am Ende dieser Liste und ich gebe ich die Frage zurück an euch: Worüber habt ihr euch mit eurem Partner während der Schwangerschaft unterhalten und was waren die schwierigsten Themen?

Ich wünsche euch alles Gute und alles Liebe in dieser aufregenden Zeit

Eure Katja

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