Schwanger sein ist spannend, neu, für manche überraschend, für manche sehnlichst erwartet. Für manche ist es eine wunderbare Zeit voll von erfüllenden Erfahrungen.

Aber selbst die unter uns, die eine ‚leichte‘ Schwangerschaft hatten, kennen wenigstens ein paar der Beschwerden aus diesem Artikel. Und für manche ziehen sich die Tage, Wochen und Monate wie Kaugummi und es ist kaum auszuhalten.

Vor allem ganz am Anfang und ganz am Ende können die Nebenwirkungen einer Schwangerschaft erbarmungslos zuschlagen.

Ob ich euch mit diesem Artikel wirklich helfen kann, weiß ich nicht. Ich bin kein Arzt und möchte keinen ersetzen. Wann immer ihr das Gefühl habt, dass die Symptome zu viel werden, über ein normales Maß hinausgehen oder irgendetwas nicht stimmt, dann geht zum Arzt. Dafür ist er da.

Hier geht es auch nicht um echte Komplikationen und Krankheiten wie Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) oder echten Bluthochdruck. Das sind längst keine Beschwerden mehr, sondern ernsthafte Krankheiten, die in professionelle Hände gehören. Hier kann das Internet nicht helfen – und ich schon gar nicht.

Aber ich kann euch mit diesem Artikel ein bisschen darüber informieren, welche Beschwerden häufig vorkommen, welche euch nicht beunruhigen müssen und welche erprobten, sanften Mittel es gibt.

Und ich kann euch versichern, dass ihr nicht allein seid.

Nicht vergessen: Auch die längsten 10 Monate sind irgendwann zu Ende. Durchhalten!

Und damit fangen wir auch schon an. Die Symptome sind alphabetisch geordnet, damit ihr euch ein bisschen besser zurechtfindet.

1Alpträume

Die Schwangerschaft ist eine Zeit von großer Unsicherheit. Egal ob es die erste, die zweite oder die sechste Schwangerschaft ist. Das Leben wird sich von Grund auf ändern und nichts mehr wird so sein, wie es vorher war.

Man Zweifelt an der Entscheidung, man zweifelt ob man alles schafft, man zweifelt.

Und dann kommen natürlich noch ganz andere Ängste hinzu. Denn was ist, wenn nicht alles gut geht? Gerade nachts ist die perfekte Zeit für unser Gehirn, uns all das vorzuführen, was geschehen könnte und schiefgehen könnte.

Bei der einen wirkt sich das in Alpträumen aus, die andere kann gleich gar nicht einschlafen. Bei einigen unglücklichen ist es eine Kombination aus beidem.

Oft (aber nicht immer) nehmen die Träume zu, je näher man der Geburt kommt. Denn auch die Ängste, Zweifel und Unsicherheiten nehmen normalerweise mit fortschreitender Schwangerschaft zu.

Verstärkt werden die Träume durch das Hormon Progesteron, das gerade im ersten Drittel der Schwangerschaft ausgeschüttet wird. Zwar schläft man dadurch oft besser, man ist aber auch in den Wachzeiten häufig müde und man träumt mehr und intensiver.

Was kann man gegen Albträume in der Schwangerschaft tun?

  • Setzt euch mit euren Ängsten auseinander. Alpträume sind oft die unterdrückten Gefühle, die in der Nacht ‚ausbrechen‘. Nehmt eure Unsicherheiten und Ängste ernst, schreibt sie in einem Traumtagebuch nieder, beschäftigt euch damit.
  • Sprecht mit eurem Partner, eurer Mutter oder auch mit anderen Schwangeren darüber, denn ihr werdet merken, dass ihr nicht allein seid.
  • Begegnet Ängsten, Zweifeln und Unsicherheiten mit Wissen. Seid informiert, recherchiert, lest Erfahrungsberichte.
  • Wenn die Alpträume schlimm genug sind, um euch in eurem Alltag einzuschränken oder ihr das Gefühlt habt, nicht damit zurecht zu kommen, dann sprecht mit eurem Arzt darüber.

2Ausfluss

Ausfluss ist für die meisten Frauen nichts Neues. Mal ist er stärker, mal ist er schwächer, je nachdem in welchem Abschnitt des Zyklus man sich gerade befindet.

So ist es auch in der Schwangerschaft. Die Scheide wird bei Schwangeren mehr durchblutet, daher berichten viele Frauen auch davon, dass sie das Gefühl haben, ihre Scheide ist geschwollen.

Es wird auch mehr Flüssigkeit produziert, daher ist Ausfluss in der Schwangerschaft ganz normal. Zumindest dann, wenn er relativ dünn ist und nicht in übergroßen Mengen auftritt.

Verfärbt sich der Ausfluss, fängt er an zu riechen oder wird er begleitet von einem Jucken, dann liegt aber vielleicht eine Infektion vor. Dann solltet ihr in jedem Fall zum Arzt gehen.

Was kann man gegen Ausfluss in der Schwangerschaft tun?

  • Da Ausfluss in der Schwangerschaft grundsätzlich ganz normal ist, kann und sollte man nicht viel dagegen tun.
  • Ist der Ausfluss leicht grün, riecht er unangenehm, juckt die Scheide, dann braucht ihr medizinischen Rat, denn dann liegt unter Umständen eine Scheideninfektion vor.
  • Auch wenn der Ausfluss weiß verfärbt ist, oder er langsam aber sicher zu einer anhaltenden Schmierblutung wird, solltet ihr den Arzt aufsuchen.

3Bauchschmerzen und Unterleibsschmerzen

Schmerzen in Bauch und Unterleib ist eine Nebenwirkung, die so ziemlich jede Schwangerschaft an der ein oder anderen Stelle in unterschiedlichen Ausprägungen mit sich bringt. Denn eine Schwangerschaft spielt sich nun mal im Bauch und im Unterleib ab. Dort ist die Party, dort sind die Nebenwirkungen und Beschwerden.

Bevor wir uns die verschiedenen Arten von Bauchschmerzen anschauen, eines gleich vorweg:

Wenn ihr anhaltende, starke Bauchschmerzen habt, oder Bauchschmerzen, die euch verdächtig vorkommen, die sich nicht gut oder nicht normal anfühlen, dann geht zum Arzt. Und ja, ich weiß, das ist alles sehr vage und subjektiv. Aber so ist das in der Schwangerschaft.

Fangt damit an, auf euren eigenen Instinkt zu hören. Später als Eltern werdet ihr diesen auch immer wieder brauchen. Wenn ihr denkt, dass etwas nicht stimmt, dann lasst es nachschauen. Geht zum Arzt.

Und jetzt reden wir über die verschiedenen Arten von Bauch- und Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft.

Bauchschmerzen gleich zu Beginn

Schon bei der Einnistung der Eizelle kann es zu leichten, ziehenden Schmerzen im Unterleib kommen. Dann bildet sich die Plazenta und der Uterus beginnt zu wachsen.

Der wachsende Bauch

Von Anfang an bis ganz zum Ende kann das Wachstum des Uterus, Kindes, alles was damit zusammenhängt, Schmerzen verursachen. Das ist ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung, solange alles wie schon oben beschrieben im Rahmen bleibt.

Sobald ihr allerdings Sorge habt, dass sich etwas ‚falsch‘ anfühlt, solltet ihr mit eurem Arzt darüber sprechen. Da vieles in der Schwangerschaft nicht von heute auf morgen passiert, werdet ihr im Laufe der Zeit ein gutes Gefühl dafür bekommen.

Verdauungsprobleme

Über Verdauungsprobleme im Einzelnen spreche ich in einem Extrapunkt in diesem Artikel. Aber natürlich führen diese auch zu Bauch- und Unterleibsschmerzen bis hin zu Krämpfen.

Mutterbänder

Wenn ihr Schmerzen habt, die seitlich im unteren Teil des Bauches bis in die Leistengegend verlaufen, dann sind es wahrscheinlich die Mutterbänder. Diese Bänder haben die Aufgabe, die Gebärmutter an ihrem Platz zu halten. Je größer die Gebärmutter nun wird, desto mehr werden die Bänder gedehnt, und desto mehr müssen sie auch halten.

Dadurch stehen sie während der gesamten Schwangerschaft, besonders aber gegen Ende, unter Spannung und Belastung.

Ganz häufig führt das zu einer Art ziehendem Schmerz, der zwar nervig aber harmlos und ganz normal ist. Er tritt besonders an Tagen auf, an denen ihr lange auf den Beinen wart – egal ob im Gehen oder im Stehen. Oft wird dieser Schmerz auch mit Muskelkater verwechselt.

Übungswehen

Ganz am Ende der Schwangerschaft bereitet sich der Körper dann auf die Geburt vor. Das passiert oft mit sogenannten Übungswehen oder falschen Wehen. Das sind wellenartige Schmerzen, die die Muskeln auf den Geburtsvorgang einstimmen, ohne dass dieser wirklich stattfindet.

Was kann man gegen Bauchschmerzen in der Schwangerschaft machen?

  • Wenn Bauch- und Unterleibsschmerzen sehr stark und krampfartig sind, sehr plötzlich auftreten, in andere Körperregionen ausstrahlen, nicht nachlassen oder von Blutungen, Fieber, Übelkeit oder starken Kopfschmerzen begleitet werden, dann solltet ihr sofort einen Arzt aufsuchen.
  • Wärme und Entspannung hilft bei normalen, schwangerschaftsbedingten Bauchschmerzen.
  • Lest unter dem Punkt ‚Verdauungsbeschwerden‘, was man in diesem Fall unternehmen kann.
  • Leichte Bewegung an der frischen Luft hilft gegen so ziemlich alles. In vielen Fällen auch gegen Bauchschmerzen.
  • Bauchbänder können den Bauch stützen und entlasten.
  • Ausgewogene, leichte Ernährung in Kombination mit ausreichender Trinkmenge hilft ebenfalls in ganz vielen Fällen.

Was kann man gegen Schmerzen in den Mutterbändern machen?

  • Man kann dem Schmerz nicht wirklich vorbeugen, da er durch die Gebärmutter selbst entsteht.
  • Wärme und sanfter Druck lindert: Warme Bäder, Massage, Kuscheldecke, Wärmeflasche oder Pflaster.
  • Wenn der Schmerz zu stark wird, dann sprecht euren Arzt darauf an.

4Blutungen

Wenn ihr Blutungen in der Schwangerschaft habt – egal in welchem Stadium – und diese mehr als eine kleine, kurze Schmierblutung sind, dann geht in jedem Fall zum Arzt.

Ich möchte euch keine Angst machen, denn Blutungen können ganz harmlos sein. Viele Frauen haben sie gerade in der Frühschwangerschaft. Sie entstehen durch die hormonelle Umstellung im Körper oder auch durch kleinste Verletzungen. Diese können durch die verbesserte Durchblutung in der Scheide zu Schmierblutungen führen.

Allerdings fangen auch ganz viele Komplikationen mit Blutungen an. Je früher ihr damit zum Arzt geht, desto besser kann euch geholfen werden.

Was kann man bei Blutungen in der Schwangerschaft tun?

  • Gegen Blutungen helfen keine Hausmittel. Wann immer die Blutung über eine wirklich kleine, kurze Schmierblutung hinausgeht, solltet ihr sofort medizinischen Rat suchen.

5Brustveränderungen und Brustschmerzen

Macht euch mit dem Gedanken vertraut, dass sich die Brust im Laufe der Schwangerschaft und auch noch nach der Geburt wesentlich verändern kann (aber natürlich nicht muss). Sie muss sich nämlich darauf vorbereiten, dass sie einen kleinen Menschen 1-2 Jahre lang ernähren muss.

Besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft können diese Spannungsgefühle auftreten.

Seht es eurer Brust daher nach, wenn sie manchmal spannt, druckempfindlich ist, die Form verändert und sich sogar wund anfühlt.

Diese Beschwerden sollten aber alle im Rahmen bleiben. Wenn ihr richtige, anhaltende Schmerzen in der Brust habt, dann ist ein Gang zum Arzt notwendig.

Was kann man gegen Brustveränderungen in der Schwangerschaft tun?

  • Brustveränderungen in der Schwangerschaft sind ganz normal, da sich die Brust auf das Stillen vorbereitet.
  • Wärme hilft gegen Schmerzen.
  • Öle, eincremen, massieren tut der Brust (und der Seele) gut. Lavendelöl eignet sich gut für die Brust.
  • Erklärt eurem Partner die Veränderungen und die erhöhte Empfindlichkeit. Setzt Grenzen, wenn bestimmte Berührungen unangenehm sind.
  • Tragt bequeme BHs und vergesst nicht, die Größe anzupassen, wenn die Brüste wachsen.
  • Sucht bei echten, anhaltenden Schmerzen euren Arzt auf.

6Geschmackssinn und Geruchssinn

Der Hormonhaushalt ist schuld daran, dass sich in der Schwangerschaft so ziemlich alles ein bisschen verändert. So auch der Geschmacks- und Geruchssinn. Das ist einfach so und auch nicht weiter schlimm.

Wundert euch nicht, wenn euer Lieblingssandwich plötzlich nach Regenwurm schmeckt und Übelkeit verursacht.

Oder wenn ihr plötzlich gebratene Gurken mit Marmeladeaufstrich für eine richtig gute Idee haltet.

Die gute Nachricht: meist ist nach den ersten 3 Monaten der Geschmacksspuk auch schon wieder vorbei.

Was kann man gegen Veränderungen im Geschmackssinn und Geruchssinn in der Schwangerschaft tun?

  • Wenn es euch nicht weiter einschränkt, dann vermeidet Lebensmittel, die plötzlich merkwürdig schmecken, und versucht neue Dinge, die sich jetzt verlockend anhören.
  • Habt ihr einen anhaltenden unangenehmen Geschmack im Mund, dann helfen säurehaltige Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, saure Drops und natürlich die berühmten Essiggurken.
  • Führen der veränderte Geschmackssinn und Geruchssinn zu starker Übelkeit oder schränkt euch in irgendeiner anderen Weise ein, dann sprecht mit eurem Arzt darüber.
  • Habt ihr plötzlichen Heißhunger auf eigentlich nicht essbare Dinge wie Erde, Kreide oder Spühlschwämme, dann solltet ihr ebenfalls zum Arzt gehen.

7Haarausfall

…ist eigentlich kein Schwangerschaftsproblem. Eher das Gegenteil. Denn während der Schwangerschaft fallen weniger Haare aus.

Leider reguliert sich der Hormonspiegel nach der Geburt wieder und es fallen ganz viele Haare auf einmal aus. Daher habt ihr eher nach der Schwangerschaft mit Haarausfall zu kämpfen.

Genießt euren vollen Haarschopf also solange ihr in habt.

8Hämorriden

Als wäre so eine Schwangerschaft nicht schon anstrengend und belastend genug. Nein, man muss sich auch noch mit Hämorriden auseinandersetzen.

Hämorriden sind kleine Knötchen am After (innen oder außen), die jucken, brennen, schmerzen und bluten können.

Auch diese Nebenwirkung kommt von einer verbesserten Durchblutung und durch Gefäßerweiterungen. Denn Hämorriden sind nichts anderes als kleine Erweiterungen der Arterien.

Dazu kommt der weniger aktive Darm und damit Verdauungsbeschwerde. Diese bringen Druck auf die Gefäße genauso wie der immer größer und schwerer werdende Bauch.

Was hilft gegen Hämorriden in der Schwangerschaft

  • Viele Cremes und andere Mittel gegen Hämorriden sind nicht für Schwangere und stillende Mütter geeignet. Falls ihr solche Mittel zu Hause habt oder euch welche besorgen wollt, lest in jedem Fall den Beipackzettel und sprecht mit eurem Arzt oder Apotheker.
  • Achtet auf die Ernährung. Viele Ballaststoffe, eher leichte Kost mit viel Gemüse hilft, Verstopfung zu lindern und verringert den Druck auf den Darmausgang.
  • Keinen zusätzlichen Druck auf der Toilette ausüben.
  • Viel trinken.
  • Beckenbodengymnastik.
  • Reinigt die Stellen regelmäßig mit viel klarem und kaltem Wasser.
  • Lasst euch von eurem Arzt oder in der Apotheke Salben oder Zäpfchen empfehlen, die für Schwangere geeignet sind.

9Harndrang und Druck auf die Blase

Es ist völlig normal, dass ihr mit fortschreitender Schwangerschaft immer mehr Druck auf der Blase verspürt. Das liegt ganz einfach daran, dass euer Kind immer größer wird, immer mehr Platz braucht und immer mehr auf die Blase drückt.

Dazu kommt, dass die Nieren wie alle anderen Organe auch besser durchblutet sind und etwas mehr Urin produzieren.

Ihr werdet daher wahrscheinlich öfter die Toilette aufsuchen müssen und nachts auch öfter aufstehen müssen.

Es kann außerdem passieren, dass ihr beim Niesen, Lachen, Husten, plötzlichen Bewegungen ein wenig Urin verliert.

Was kann man bei erhöhtem Harndrang in der Schwangerschaft tun?

  • Ihr solltet ausreichend trinken, damit euer Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen bleibt. Auf keinen Fall die Flüssigkeitsmenge reduzieren.
  • Gegen den Harndrang an sich werdet ihr nicht viel tun können. Der ist ganz normal.
  • Beckenbodentraining hilft, die Muskeln zu trainieren, die Urin halten. Das beugt Inkontinenz vor. Dieses Training solltet ihr in der Schwangerschaft sowieso regelmäßig machen. Das hilft auch bei der Geburt und bei der Rückbildung. (==> Unser Tipp für eure Rückbildung)

10Hautveränderungen

Auch die Haut muss in der Schwangerschaft einiges mitmachen. Hormone, starke Durchblutung und Dehnung sind die Hauptverursacher für Beschwerden.

Über Juckreiz und Schwangerschaftsstreifen sprechen wir im weiteren Verlauf in einem extra Punkt. An dieser Stelle geht es hauptsächlich um die Veränderungen in der Pigmentierung.

Während der Schwangerschaft werdet ihr vielleicht kleine dunkle Flecken im Gesicht und Hals bemerken, im späteren Verlauf die Linea Nigra – eine schwarze Linie vom Bauchnabel nach unten – und auch die Leberflecken können dunkler werden. Dann kann es zusätzlich zu roten Flecken auf Armen, Schultern, Hals und Gesicht kommen, was an den erweiterten Blutgefäßen liegt.

Nach der Geburt verschwinden diese Veränderungen meist wieder, allerdings kann es unter Umständen ein bisschen dauern.

Was kann man bei Hautveränderungen in der Schwangerschaft tun?

  • Ihr solltet grundsätzlich nie in der Schwangerschaft ohne Sonnenschutz in die Sonne gehen.
  • Vermeidet künstliche Bräune durch Solarien.
  • Make-up hilft, wenn euch die Flecken sehr stören.
  • Bei starken Veränderungen, bei auftretender Akne oder anderen Beschwerden, solltet ihr einen Arzt aufsuchen.

11Heißhunger

Wann immer mich eine Freundin gefragt hat, ob mir während der Schwangerschaft übel war, habe ich geantwortet: Nein, ich hatte Heißhunger. Daraufhin wurde ich meist beneidet.

Kann ich verstehen, denn auf den ersten Blick hört sich Heißhunger bei weitem nicht so schlimm an wie Dauerübelkeit. Ist er vielleicht auch nicht.

Allerdings bin ich gerade im ersten Trimester mehrfach weinend hinter dem Lenkrad gesessen, weil ich vor Hunger gezittert habe und nichts zu essen da war. Ich habe mir außerdem während einer abendlichen Fressattacke den Magen so verdorben, dass ich mich zwei Tage lang übergeben musste.

Kurz gesagt: Heißhunger mag besser sein als Übelkeit, aber Spaß macht es deshalb noch lange nicht.

Heißhunger kommt ebenfalls von der Hormonumstellung. Insulin ist einer der Hauptschuldigen in diesem Fall. Während der Schwangerschaft wird nämlich mehr Insulin produziert. Dieses bringt den Blutzucker in die Zellen. Und wenn der Blutzucker fällt, dann bekommt man Hunger.

Was kann man gegen Heißhunger in der Schwangerschaft tun?

  • Essen! Lasst den Hunger nicht zu groß werden. Denn gegen Schwangerschaftshormone kommt man nicht so leicht an. Besser ist es, euren Körper mit gesundem Essen wirklich satt zu machen. Gemüse, Getreide, Ballaststoffe, gebt ihm Nahrung.
  • Manchen Frauen hilft es, wenn sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt essen. Mir persönlich hat das nicht geholfen, ich habe dadurch nur noch mehr ans Essen gedacht. Aber probiert es aus!
  • Habt immer etwas zu essen dabei, damit ihr nicht auf ungesunde Alternativen unterwegs zurückgreifen müsst.
  • Seid nachsichtig mit euch selbst. Ihr braucht tatsächlich in der Schwangerschaft mehr Kalorien als vorher, etwa 200 – 300 pro Tag. Es ist ok, ein bisschen mehr zu essen.

12Herzklopfen

Verstärktes Herzklopfen kommt vom vergrößerten Blutvolumen in der Schwangerschaft. Das Herz muss kräftiger und öfter schlagen. Das nimmt im Laufe der Schwangerschaft mit steigendem Blutvolumen und wachsendem Bauch zu.

Viele Frauen stellen das fest, wenn sie auf dem Rücken liegen.

Was kann man gegen Herzklopfen in der Schwangerschaft machen?

  • Wenn Herzklopfen verstärkt beim Liegen in Rückenlage auftritt, dann hilft es, wenn ihr auf eine seitliche Lage ausweicht.
  • Wenn das Herzklopfen zu stark wird oder ihr sogar Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen (Aussetzer) bemerkt, solltet ihr sofort zum Arzt gehen.

13Hitzeattacken und Schweiß

Hitzeattacken oder Hitzewallungen treten in der Schwangerschaft verstärkt auf. Das hängt mit einem angeregten Stoffwechsel und einer erhöhten Durchblutung und erweiterten Blutgefäßen zusammen. Es ist erstmal kein Grund zur Sorge.

Die Hitze wird durch die Blutgefäße nach außen abgegeben und es kommt vermehrt zu Schweißbildung.

Was kann man gegen Hitzewallungen und vermehrten Schweiß in der Schwangerschaft tun?

  • Weniger Kleidung tragen. Vor allem im Winter oder bei gemäßigten Temperaturen ist das die offensichtliche Lösung. Nehmt aber auch zur Vorsicht ein Jäckchen oder Pulli mit. Denn genauso schnell wie die Hitze kommt, kann sie manchmal auch wieder verschwinden.
  • Raumtemperatur kühler halten.
  • Wenn ausziehen nicht hilft, dann kühlt von außen. Kalte Wadenwickel, kaltes Wasser über die Unterarme, eine Kühlkompresse an die Stirn.
  • Ausreichen trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Vermeidet Hitze von innen: Koffeinhaltige Getränke, scharfes Essen, schweres Essen.
  • Eiskalte Getränke solltet ihr ebenfalls vermeiden. Auch wenn es sich verlockend anhört.

14Juckreiz

Unter dem Punkt ‚Hautveränderungen‘ habe ich schon Einiges darüber gesprochen, was die Haut in der Schwangerschaft so mitmachen muss.

Sie dehnt sich, sie leidet vermehrt unter Schweißbildung und sie verändert sich auch selbst durch die Hormone, die in der Schwangerschaft ausgeschüttet werden.

Durch die eine oder andere Kombination von Gründen kann es zu Juckreiz kommen. Daher sollte ihr zunächst herausfinden, woran es liegt, um dann ein geeignetes Gegenmittel zu finden.

Was kann man gegen Juckreiz in der Schwangerschaft tun

  • Lockere Kleidung aus natürlichen Materialien wie Baumwolle tragen. Nichts was eng ist oder scheuert.
  • Es kann sein, dass eure Haut plötzlich empfindlich auf Dinge reagiert, die ihr schon seit Jahren ohne Probleme nutzt. Z.B. Duschgel, Creme, Waschmittel. Steigt auf natürliche, parfümfreie, milde Produkte um.
  • Bäder in Meersalz können den Juckreiz lindern.
  • Natürliche Öle können den Juckreiz lindern.
  • Aloe Vera lindert Juckreiz, vor allem, wenn dieser nur an bestimmten Stellen auftritt.
  • Wenn der Juckreiz überhand nimmt und zu Ausschlag oder wunden Stellen führt, dann geht zu eurem Arzt.

15Kopfschmerzen

Kopfschmerzen treten in der Schwangerschaft bei ganz vielen Frauen auf. Diese können vom veränderten Hormonhaushalt kommen, von veränderter Durchblutung, oder auch als Folge aus anderen Symptomen auftreten wie eine Dauerverstopfung der Nase oder anhaltende Müdigkeit.

Was kann man gegen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft tun?

  • Gegen Kopfschmerzen hilft oft Bewegung und frische Luft.
  • Kommen die Kopfschmerzen von Überanstrengung, Stress, Erschöpfung und Müdigkeit, dann hilft nur, sich auszuruhen und sich Zeit für sich selbst zu nehmen.
  • Kommen die Kopfschmerzen von Verspannungen und Fehlhaltungen, dann helfen entspannende Bäder und Kopf- und Nackenmassagen.
  • Viele Frauen berichten davon, dass ihnen Akupunktur hilft.
  • In der Schwangerschaft ist es grundsätzlich keine so gute Idee, regelmäßig Medikamente einzunehmen. Dazu gehören auch Kopfschmerztabletten. Wenn ihr regelmäßig Kopfschmerzen habt und dagegen etwas einnehmen wollt, dann redet vorher mit eurem Arzt.
  • Paracetamol ist in kleinen Dosen erlaubt.
  • Treten bei euch starke und andauernde Kopfschmerzen auf, dann solltet ihr auf jeden Fall zum Arzt gehen. Es kann ein Hinweis auf Komplikationen sein. Das gilt vor allem auch dann, wenn die Kopfschmerzen mit Übelkeit daherkommen.

16Krampfadern

An dieser Stelle haben wir das vermehrte Blutvolumen, die verbesserte Durchblutung und die erweiterten Blutgefäße schon ganz oft als Ursache für Schwangerschaftsbeschwerden genannt. Auch für Krampfadern sind sie verantwortlich.

Die Venen werden mehr belastet. Denn sie müssen wesentlich mehr arbeiten. Kommen die Venen nicht mehr hinterher, dann kann sich das Blut in den Venen stauen und das führt dann zu Krampfadern oder Besenreiser.

Verstärkt wird das Ganze durch Risikofaktoren wie erbliche Vorbelastung, Übergewicht, wenig Bewegung, Rauchen. Gegen Ende der Schwangerschaft wird es oft auch schlimmer.

Was kann man gegen Krampfadern und Besenreiser in der Schwangerschaft machen?

  • Wechselduschen oder Wechselbäder tun gut und lindern eventuelle Schmerzen.
  • Sind die Krampfadern an den Beinen, dann hilft hochlegen.
  • Ganz wichtig ist auch Bewegung, denn diese regt die Durchblutung an. Zusätzlich gibt es spezielle Gymnastik, gerade für Krampfadern in den Beinen. Für längeres Sitzen gibt es spezielle Übungen.
  • Bei Cremes und Salben zum Einreiben am besten vorher den Arzt oder Apotheker befragen, denn nicht alle sind für Schwangere geeignet.
  • Stützstrümpfe helfen vor langen Autofahrten, Flügen, bei längerem Sitzen oder auch generell im Alltag, wenn die Beschwerden schlimmer sind. Inzwischen gibt es sie auch in hübsch.
  • Langanhaltende Hitze wie heiße Bäder, Sauna, Sommerhitze sollte vermieden werden. Sie begünstigen die Entstehung von Krampfadern und Besenreisern.

17Kreislaufprobleme und Schwindel

Kreislaufprobleme hängen meist mit einem niedrigen Blutdruck zusammen. Diesen haben viele Schwangere gerade zu Beginn der Schwangerschaft. Das kommt von einem veränderten Hormonspiegel, der zu einem niedrigen Blutzuckerspiegel führt. Auch das erhöhte Blutvolumen spielt eine Rolle.

Wenn häufiger Schwindel und starke Kreislaufprobleme auftreten, dann solltet ihr damit auf jeden Fall zum Arzt gehen. Leichte Beschwerden, die sich nach einiger Zeit wieder legen, sind aber relativ normal.

Was kann man gegen Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft unternehmen?

  • Ausgewogene, gesunde und vor allem regelmäßige Ernährung, damit der Blutzuckerspiegel einigermaßen ausgeglichen bleibt.
  • Viel Bewegung an der frischen Luft.
  • Ausreichend Erholung und vor allem Schlaf.
  • Bei anhaltendem Schwindel und Kreislaufproblemen, die auch nach dem ersten Trimester noch auftreten, solltet ihr immer den Arzt aufsuchen.

18Kurzatmigkeit und Atemnot

Kurzatmigkeit ist eines der Symptome, die zwar häufig auftreten und oft harmlos sind, aber auch ein Zeichen für ernstere Beschwerden sein können.

Daher würde ich euch raten, Kurzatmigkeit oder Atemnot immer mit dem Arzt zu besprechen, damit Komplikationen ausgeschlossen werden können.

Hier sind in der Regel auch wieder die Hormone schuld in Kombination mit dem höheren Blutvolumen in der Schwangerschaft. Beides ‚drückt‘ aufs Herz und führt so in vielen Fällen zu Kurzatmigkeit.

Dazu kommt noch, dass mit fortschreitender Schwangerschaft der wachsende Bauch immer mehr auf das Zwerchfell drückt.

Was kann man gegen Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft unternehmen?

  • Zum Arzt gehen, damit Komplikationen ausgeschlossen werden können.
  • Viel Ruhe, wenig Stress.
  • Bewegung tut gut, sollte aber sehr sanft sein. Am besten sehr regelmäßig und sehr leicht. Spaziergänge an der frischen Luft, leichtes Schwimmen, sanftes Yoga.
  • Meditation und Atemübungen.

19Müdigkeit

Welche Schwangere kennt sie nicht? Die bleierne Müdigkeit, die sie zu jeder Tageszeit überfallen kann. Gerade im ersten Trimester kommt diese oft ohne Vorwarnung und ohne scheinbaren Grund daher.

Die Müdigkeit zu Anfang der Schwangerschaft kommt häufig durch die Umstellung der Hormone und des Stoffwechsels. Dazu kommen noch ein oft niedriger Blutdruck und manchmal auch noch Eisenmangel.

Im zweiten Trimester gibt es weniger Schwierigkeiten mit der Müdigkeit (im Übrigen auch mit vielen anderen Beschwerden). Aber im dritten Trimester geht es dann wieder los damit. Der wachsende Bauch führt zu Schlafproblemen. Ängste und Unsicherheite kommen dazu und insgesamt wird alles beschwerlicher und anstrengender.

Was kann man gegen Müdigkeit in der Schwangerschaft unternehmen?

  • Gegen Müdigkeit hilft viel Bewegung an der frischen Luft in Verbindung mit guter, gesunder Ernährung.
  • Seid nachsichtig mit euch. Gönnt euch viel Ruhe, Schlaf und plant mehr Erholungszeit und Entspannungszeit ein als sonst. So eine Schwangerschaft ist anstrengend.
  • Besorgt euch ein Stillkissen, um gerade gegen Ende der Schwangerschaft besser ruhen und schlafen zu können.
  • Lasst euer Blut auf Eisenmangel untersuchen und nehmt bei Bedarf in Absprache mit eurem Arzt zusätzliches Eisen zu euch.
  • Behaltet euren Blutdruck im Auge. Falls dieser dauerhaft zu niedrig ist, weiß euer Arzt rat.

Mehr Info findet ihr auch unter dem Punkt ‚Schlafstörungen‘.

20Nasenbluten

Auch Nasenbluten ist in der Schwangerschaft eine häufige Nebenwirkung. Denn in dieser Zeit ist so ziemlich alles im Körper, besonders aber die Schleimhäute, viel besser durchblutet. Schon kleine Verletzungen führen dadurch zu Nasenbluten.

Das ist im Normalfall nichts, worüber man sich Sorgen machen muss. Sollte euer Nasenbluten allerdings länger als etwa 20 Minuten andauern oder/und sehr häufig vorkommen, dann sucht einen Arzt auf.

Was kann man gegen Nasenbluten in der Schwangerschaft unternehmen?

  • Akut: Kopf nach vorne beuten, kalten Waschlappen in den Nacken legen, Nase mit den Fingern sanft zusammendrücken.
  • Zur Vorbeugung: Die Schleimhaut in der Nase sollte nicht zu trocken werden. Dabei hilft ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer, viel frische Luft, Salzwasser-Nasenspray oder auch Nasenbäder mit Salzlösung. Es helfen auch Nasenöle oder Salben aus der Apotheke.

21Rückenschmerzen

Es kann keine Überraschung sein, dass Rückenschmerzen eine der häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft sind. Dazu muss man sich nur einmal das Profil einer Schwangeren anschauen… Autsch.

Besonders betroffen sind natürlich die Frauen, die auch schon vor der Schwangerschaft Probleme mit dem Rücken hatten.

Besonders häufig treten die Rückenschmerzen im dritten Trimester auf. Der Bauch wird immer größer und schwerer, dadurch verändert sich die Haltung, es kommt zu Fehlhaltungen, Ausgleichshaltungen und dabei tut sowieso schon alles weh. Dazu kommt noch schlechter Schlaf und Verspannungen dadurch, dass es überhaupt keine bequemen Liegepositionen mehr gibt.

Ehrlich. Das dritte Trimester ist für Frauen mit Rückenschmerzen kein Spaß.

Was kann man gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft unternehmen?

  • Auch wenn manche es nicht wahrhaben wollen: Bewegung hilft! Ganz vorne dabei: Sanfte Rückengymnastik, Yoga, Pilates (das hilft dann übrigens auch bei der Rückbildung), Walking, spezielle Schwangerschaftsgymnastik.
  • Vermeidet langes Stehen, verspannte Haltungen und unbequeme – vor allem hohe – Schuhe.
  • Gegen die Schmerzen hilft Wärme: Warme Bäder, Entspannung, sanfte Rückengymnastik, leichte Massage.
  • Schlaft eher in der Seitenlage, als auf dem Rücken.
  • Besorgt euch ein Stillkissen. Das kann euch in allen möglichen Haltungen stützen.
  • In der Schwangerschaft sollte man vorsichtig mit direkter Wärme durch Wärmeflaschen oder -pflaster sein, da diese vorzeitige Wehen auslösen können. Sprecht euren Arzt darauf an, wenn die Schmerzen zu stark werden.
  • Geht zum Arzt, wenn euch die Rückenschmerzen sehr plagen, oder sich die Rückenschmerzen so ähnlich wie Regelschmerzen anfühlen.

22Schlaflosigkeit

Schlaflosigkeit ist auch eine der ganz häufigen Beschwerden und betrifft viele Frauen. Sie kann in der gesamten Schwangerschaft auftreten. Häufig wird es aber gegen Ende schlimmer.

Dabei kann Schlaflosigkeit ganz verschiedene Gründe haben.

Zuerst sind da natürlich die körperlichen Ursachen: Umstellung im Hormonhaushalt und Stoffwechsel, Probleme beim Liegen durch wachsenden Bauch, Abfall des Progesteronspiegels nach dem ersten Drittel der Schwangerschaft. Vermehrter Harndrang führt zu häufigem Aufwachen.

Wadenkrämpfe, Geschwollene Beine, Sodbrennen, Juckreiz und andere Schwangerschaftsbeschwerden können den Schlaf stören oder sogar ganz verhindern. Oft werden auch die kleinen Bauchbewohner gerade dann aktiv, wenn Mama schlafen will.

Mit den körperlichen Ursachen fangen die Schlafstörungen aber erst an. Denn ganz viel spielt sich auch im Kopf (und im Herz) ab. Ängste, Unsicherheiten und Was-Wäre-Wenn-Szenarien lassen manche Frauen erst gar nicht zur Ruhe kommen. Ähnlich wie beim Punkt ‚Alpträume‘ bringen diese uns um die bitter-nötige Erholung.

Lasst euch nicht dazu verleiten, ohne Absprache mit dem Arzt Schlafmittel zu nehmen. Diese können gravierende Risiken mit sich bringen.

Was kann man gegen Schlafstörungen in der Schwangerschaft tun?

  • Besorgt euch ein Stillkissen. Damit gelingt es ganz vielen Frauen, entspannter zu liegen und besser zu schlafen (==> Hier haben wir uns mit dem Thema Stillkissen beschäftigt und geben auch Empfehlungen).
  • Versucht zu entspannen, bevor ihr ins Bett geht. Mit einem warmen Bad, einem wärmenden Getränk oder einem entspannenden Buch, Spaziergang an der frischen Luft, Meditation.
  • Verzichtet auf Koffein und auf schweres Essen am Abend.
  • Setzt euch mit euren Ängsten auseinander, wenn euer Kopf euch nicht schlafen lässt.
  • Sprecht mit eurem Partner, eurer Mutter oder auch mit anderen Schwangeren über eure Ängste und Sorgen, denn ihr werdet merken, dass ihr nicht alleine seid.
  • Begegnet Ängsten, Zweifeln und Unsicherheiten mit Wissen. Seid informiert, recherchiert, lest Erfahrungsberichte.
  • Wenn die Schlafstörungen schlimm genug sind, um euch in eurem Alltag einzuschränken oder ihr das Gefühlt habt, nicht damit zurecht zu kommen, dann sprecht mit eurem Arzt darüber.
  • Lavendeltee fördert sanft den Schlaf und kann in der Schwangerschaft getrunken werden. Brennesseltee solltet ihr meiden, da er zu Schlaflosigkeit führen kann (Mehr über Tee in der Schwangerschaft findet ihr in diesem Artikel).
  • Nehmt keine Medikamente zur Schlafförderung in Eigenregie. Besprecht die Einnahme von Schlafmittel immer vorher mit eurem Arzt.

23Schnarchen

Auch das Schnarchen ist eine ziemlich häufige, meist harmlose, aber vor allem für den Partner nervige Angelegenheit.

In der Schwangerschaft sind die Schleimhäute besonders gut durchblutet und meist auch ein bisschen geschwollen. So auch in der Nase. Dazu kommen entspannte Muskeln, Gewichtszunahme und andere Veränderungen durch den Hormonhaushalt.

Das Schnarchen ist eigentlich ganz normal und wird erst dann zum Problem, wenn ihr tagsüber müde und erschöpft seid. Oder wenn euer Partner streikt.

Was kann man gegen Schnarchen in der Schwangerschaft tun?

  • Auf der Seite schlafen. Auch ein Stillkissen kann helfen (Artikel zum Thema Stillkissen).
  • Luftbefeuchter bei trockenen Räumen.
  • Kopf höher lagern.
  • Nasenspray mit Kochsalzlösung.
  • Nasenpflaster (gibt es in der Apotheke).
  • Ohrstöpsel für den Partner.
  • Berichtet euer Partner von sehr lautem, unregelmäßigem Schnarchen, vielleicht sogar von Atemaussetzern, dann ist es Zeit zum Arzt zu gehen. Auch dann, wenn ihr tagsüber sehr erschöpft seid.

24Schwangerschaftsstreifen

Alle kennen sie, die meisten fürchten sie, viele bekommen sie in der Schwangerschaft kostenlos oben drauf: die Schwangerschaftsstreifen.

Die große Frage ist: Wie kann man Schwangerschaftsstreifen vermeiden und wie bekommt man sie wieder los, wenn man sie erstmal hat?

Um die Frage zu beantworten, müssen wir kurz darüber sprechen, was Schwangerschaftsstreifen überhaupt sind und woher sie kommen.

Diese Streifen, die man nicht nur in der Schwangerschaft und nicht nur am Bauch bekommen kann, treten immer dann auf, wenn sich Gewebe sehr schnell ausdehnen muss, bis über seine Grenze hinaus gedehnt wird und dann reist. Es reist dabei meist die unterste Hautschicht. Es kommt zu Streifen, die anfangs eher blau oder rot gefärbt sind und dann später zu weiß oder sogar silber verblassen.

Es macht Sinn, dass der Bauch in der Schwangerschaft am häufigsten von Schwangerschaftsstreifen betroffen ist. Aber auch alle anderen Stellen, die in dieser Zeit schnell an Umfang zunehmen z.B. durch Gewichtszunahme oder Wassereinlagerungen, sind in Gefahr. Dazu gehören Beine, Hüften, Hintern, Brust, Rücken Arme…

Dabei können Schwangerschaftsstreifen auch erst ganz am Ende oder sogar noch nach der Geburt auftreten.

Besondere Risikofaktoren sind erblich bedingtes schwaches Bindegewebe, Mehrlingsschwangerschaft, großes Kind, große Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen.

Was kann man gegen Schwangerschaftsstreifen unternehmen?

  • Die Werbung möchte uns immer mehr (und immer teurere) Cremes und Öle verkaufen. Bislang gab es – soviel ich weiß – keine einzige Studie, die diesen Cremes eine vorbeugende Wirkung nachweisen konnte.
  • Es hilft alles, was die Durchblutung fördert: Massagen, warme Bäder, Wechselduschen, Bewegung.
  • Sind die Schwangerschaftsstreifen erst einmal da, hilft nur Zeit. Oft verblassen sie in einigen Monaten soweit, dass man sie kaum noch sieht.

25Sehstörungen

Wusstet ihr, dass viele Frauen über Sehstörungen in der Schwangerschaft leiden? Ich habe das nämlich erst durch die Recherche für diesen Artikel erfahren. Viel hört man darüber nicht. Aber die Beschwerden sind nicht selten und gehören daher auf jeden Fall in diese Liste.

Vor allem gegen Ende der Schwangerschaft treten die Probleme mit den Augen auf. Durch die hormonellen Veränderungen in dieser Zeit wird nämlich weniger Tränenflüssigkeit produziert, wodurch die Augen trockener werden und ihr schlechter seht. Nach der Geburt sollte sich das aber ziemlich schnell wieder legen.

Was kann man gegen Sehstörungen in der Schwangerschaft tun?

  • Ruhe bewahren, nach der Geburt ist normalerweise wieder alles beim Alten.
  • Bewusstes Blinzeln und Gähnen kann helfen.
  • Frische Luft – oft ist die Raumluft sehr trocken.
  • Genug trinken.
  • Ventilatoren oder anderen künstlichen Wind möglichst abstellen.
  • In der Apotheke gibt es Augentropfen/künstliche Tränenflüssigkeit, die bei starker Trockenheit Abhilfe schaffen können.
  • Eventuell macht es Sinn, in der Schwangerschaft von Kontaktlinsen auf eine Brille umzusteigen.
  • Sind die Einschränkungen beim Sehen sehr stark, treten sie plötzlich auf, habt ihr Schmerzen oder richtige schwarze Bereiche, dann solltet ihr zum Arzt gehen. Das kann ein Zeichen für eine Schwangerschaftsvergiftung, Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck sein und damit ist nicht zu spaßen.

26Sodbrennen

Selbst Frauen, die normalerweise einen starken Magen haben und nie mit Sodbrennen geplagt sind, haben in der Schwangerschaft diese ekligen, brennenden, unangenehmen Beschwerden.

Sodbrennen macht keinen Spaß und kann lange andauern.

Das liegt daran, dass mit fortschreitender Schwangerschaft der Magen immer mehr zusammengedrückt wird, und damit die Magensäure in die Speiseröhre gedrängt wird. Zusätzlich sind die Muskeln, die normalerweise den Magen sicher verschließen, entspannter als sonst, was wieder mal an den Hormonen liegt.

Was kann man gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft tun?

  • Eher ‚leichte‘, gut verdauliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Getreide, Nüsse vorziehen.
  • Öfter und dafür kleinere Mengen essen.
  • 2 – 3 Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen.
  • Im Liegen den Oberkörper etwas nach oben lagern. Z.B. mit einem Kissen.
  • Magnesium soll bei Sodbrennen helfen.
  • Sprecht euren Arzt darauf an, wenn die Beschwerden zu unangenehm werden.

27Stimmungsschwankungen

Stimmungsschwankungen sind ebenfalls eine Reaktion auf den stark veränderten Hormonhaushalt.

Ich gebe zu, dass ich mich oft sehr darüber ärgere, wie wenig Stimmungsschwankungen ernst genommen werden. Schaut euch den Rest dieses Artikels an und welchen Einfluss die Hormone auf sämtliche Prozesse im Körper haben. Von Blutkreislauf über Muskeln, Bänder, Organe, ALLES. Und trotzdem hört die schwangere Frau erschreckend oft, dass sie sich bei Stimmungsschwankungen einfach mal ‚zusammenreißen soll‘. Denn ’so schlimm kann das nicht sein‘. Und das ‚läuft doch alles im Kopf ab‘.

Nein. Tut es nicht. Und wer schon einmal in einem hormonbedingten Gefühlschaos gefangen war, der kann das bestätigen. Denn hier reden wir nicht nur über die ’normalen‘ hormonellen Stimmungsschwankungen, die allein schon belastend und anstrengend sind. Wir reden hier von Stimmungsschwankungen, die zu Depressionen, Angststörungen oder anderen schwerwiegenden Krankheitsbildern werden können.

Das muss natürlich nicht sein und ist auch in den wenigsten Fällen so schlimm. Ich möchte euch nur bestärken, auch diese Beschwerden ernst zu nehmen. Denn es sind echte Beschwerden, die ihr euch nicht einbildet (es ist schlimm, dass ich das überhaupt sagen muss).

Wenn diese Beschwerden schlimm werden, regelmäßig auftreten und nicht wieder verschwinden, dann besprecht das bitte mit eurem Arzt. Und wenn der euch nicht ernst nimmt, dann geht zu einem anderen.

Was kann man gegen Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft unternehmen?

  • Oft gibt es bei Stimmungsschwankungen bestimmte Auslöser. Versucht herauszufinden, was diese sind und vermeidet sie so gut wie möglich.
  • Oft ist ein Auslöser Stress, Müdigkeit und Erschöpfung. Gönnt euch genug Schlaf und Erholung. Nehmt euch Zeit für euch.
  • Sprecht über eure emotionale und psychische Verfassung mit eurem Partner, euren Freunden und eurem Arzt. Ihr seid nicht allein.
  • Seid informiert. Nutzt das Internet, um euch über mögliche Ängste und Unsicherheiten klarer zu werden.
  • Macht einen Plan (Todo-Listen, Budgetplanung, Planung der nächsten Jahre), falls ihr euch überwältigt fühlt von der neuen Aufgabe.
  • Esst die Schokolade.
  • Geht zum Arzt, wenn die Stimmungsschwankungen euch im Alltag einschränken und es zu ernsthafteren Symptomen kommt.
  • Seid besonders wachsam, wenn ihr schon vor der Schwangerschaft an psychischen Erkrankungen gelitten habt.

28Symphyseschmerzen

Die Symphyse ist das, was die beiden Hälften des Beckens miteinander verbindet. Sie wird auch Schambeinfuge genannt. Sie besteht aus mehreren Bändern, die alles zusammenhalten.

Drückt man nun ein großes Baby durch das Becken, kann es zu einer Lockerung dieser Bänder und damit der Fuge kommen, und das Becken hält nicht mehr ganz so gut zusammen wie vor der Geburt.

Wenn jetzt in einer nachfolgenden Schwangerschaft wieder verstärkt Druck auf das Becken ausgeübt wird, kann es zu Schmerzen kommen. Diese werden im Verlauf der Schwangerschaft meistens stärker und können gegen Ende richtig schlimm werden.

Die Schmerzen können bis in die Beine ausstrahlen und sind besonders stark beim Gehen, beim Spreizen der Beine oder im Liegen.

Eher selten treten Symphyseschmerzen bei einer ersten Schwangerschaft auf. Aber möglich ist es.

Besonders betroffen sind Frauen, die genetisch bedingt ein schwaches Bindegewebe haben.

Was kann man gegen Symphyseschmerzen in der Schwangerschaft tun?

  • Gezieltes Beckenbodentraining kann einer Lockerung der Symphyse vorbeugen und auch hinterher helfen.
  • Keine hastigen Bewegungen machen, z.B. beim Überwinden einer Stufe, Hinsetzen oder Beugen.
  • Viel Ruhe, schmerzende Bewegungen vermeiden, nichts Schweres heben.
  • Bei starken Schmerzen kann der Arzt ein Mieder zur Stützung verschreiben.

29Taubheit und Kribbeln in den Händen

Taubheit und Kribbeln tritt meist in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auf. Meist tritt sie in den Händen auf, aber manchmal sind auch die Füße betroffen.

Es fühlt sich an, als ob die Hände eingeschlafen sind. Sie kribbeln, sind taub, manchmal treten nadelartige Stiche bis echte Schmerzen auf. Es können beide Hände betroffen sein, oft aber ist es auch nur eine Hand. Manchmal sind es nur einzelne Finger, manchmal die gesamte Hand, inklusive Handfläche.

Oft beginnen die Beschwerden mitten in der Nacht und sind morgens nach dem Aufwachen am schlimmsten. Teilweise treten auch tagsüber Schmerzen auf.

Der Grund sind Wassereinlagerungen, die während der Schwangerschaft ganz oft auftreten und im Verlauf schlimmer werden.

Bei den meisten Frauen hört das Kribbeln, die Taubheit und die Schmerzen schon wenige Tage nach der Geburt wieder auf.

Was kann man gegen Taubheit und Kribbeln in den Händen tun?

  • Wechselbäder und Wechselduschen. Speziell kaltes Wasser über Unterarme und Handgelenke tut gut.
  • Sanfte Massagen, die die Durchblutung anregen.
  • Bewegen und Ausschütteln von Händen und Fingern.
  • Akupunktur kann helfen.
  • Keine entwässernden oder harntreibenden Mittel in der Schwangerschaft einnehmen.
  • Es gibt spezielle Handgelenkskompressen und -Schienen, die helfen können.
  • Bei schlimmen Beschwerden kann nur ein Arzt weiterhelfen.
  • Hören die Schmerzen nicht wenige Tage nach der Geburt wieder auf, solltet ihr ebenfalls mit eurem Arzt darüber sprechen.

30Übelkeit

Was wäre eine Schwangerschaft ohne Übelkeit? Es ist die Schwangerschaftsbeschwerde und eines der deutlichsten Anzeichen für die Außenwelt. Das geht so weit, dass manchmal sogar eine Schwangerschaft in Zweifel gezogen wird, wenn der Frau nicht regelmäßig schlecht ist.

Dabei sind glücklicherweise bei weitem nicht alle Frauen von Schwangerschaftsübelkeit betroffen.

Und auch bei denen, die darunter leiden, ist die Häufigkeit und Schwere der Übelkeit ganz unterschiedlich. Lasst euch übrigens nicht vom Wort ‚Morgenübelkeit‘ verwirren. Übelkeit kann in der Schwangerschaft zu jeder möglichen Tages- und Nachtzeit auftreten. Sie hält sich an keine Geschäftszeiten.

Die Übelkeit tritt dabei vor allem im ersten Trimester auf. Hauptauslöser ist vielleicht das Hormon HCG – zumindest deutet vieles darauf hin. Soviel ich weiß, gibt es hier aber noch keine abschließenden Studienergebnisse.

Wenn die Beschwerden so schlimm werden, dass ihr nichts mehr essen könnt oder alles sofort wieder los werdet und auch Gewicht verliert, dann solltet ihr schnell einen Arzt aufsuchen. Dann reden wir nämlich nicht mehr von einfacher Schwangerschaftsübelkeit, sondern von Hyperemesis Gravidarum (Link zu Wikipedia). Diese gehört in medizinische Behandlung.

Was hilft gegen Übelkeit in der Schwangerschaft?

Bevor wir mit möglichen Gegenmitteln anfangen: Bei dieser Beschwerde müsst ihr selbst ausprobieren, was euch hilft. Denn es gibt ganz viele verschiedene Auslöser für die Übelkeit und keine 2 Frauen reagieren hier gleich. Also geht mit offenen Augen durch den Tag und versucht den Übeltäter zu finden. Oft helfen schon kleine Veränderungen.

Hier ist eine Liste mit häufigen Auslösern:

  • Bestimmte Nahrungsmittel oder Gerüche können in der Schwangerschaft Übelkeit auslösen. Z.B. Kaffeegeruch, Fleischgerichte…
  • Bestimmte Texturen können Übelkeit auslösen, z.B. das Gefühl von Jeansstoff auf der Haut.
  • Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können Übelkeit auslösen. Wechselt z.B. euer Folsäure-Präparat. Das hilft oft!
  • Stress, Müdigkeit, Erschöpfung können Übelkeit auslösen. Gönnt euch Ruhe.
  • Laute Geräusche können Übelkeit auslösen. Versucht den Radio auszumachen und zieht euch auch mal zurück.
  • Manchmal hilft es häufiger und dafür kleinere Mengen zu essen. Manchen Frauen hilft genau das Gegenteil. Gesunde, vollwertige Ernährung hilft.
  • Ingwertee kann (in Maßen genossen) helfen.
  • Kaltes Wasser gleich nach dem Aufstehen kann helfen.
  • Viel Bewegung in frischer Luft hilft gegen Übelkeit.
  • Nehmt keine Arzneimittel gegen Übelkeit, ohne mit eurem Arzt gesprochen zu haben.
  • Wenn die Übelkeit schlimm wird oder auch nach 3 Monaten noch nicht nachlässt, dann sprecht euren Arzt darauf an.

31Vergesslichkeit

Ja, es stimmt. In der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter einem alarmierenden Verlust des Kurzzeitgedächtnisses.

Gute Nachricht: Es ist nicht eure Schuld. Es ist eine ganz offizielle und häufige Nebenwirkung der Schwangerschaft.

Diese hat 2 Hauptgründe: Natürlich – ihr habt es schon geahnt – ist auch hier der Hormonhaushalt wieder schuld. Das Stresshormon Cortison ist erhöht und beeinträchtigt das Gehirn. Das Bindungshormon Oxytocin feuert unablässig, was es der Mutter schwer macht, sich auf etwas anderes als ihr Kind zu fokussieren (wir reden hier rein körperlich!).

Und dann kommt natürlich noch die seelische Seite. In dieser Zeit denken wir an so viele Dinge, machen uns um so viel Gedanken, beschäftigen uns mit so vielen Veränderungen, dass die alltäglichen Dinge des Alltags kaum auf der Prioritätenliste auftauchen.

Wenn wir jetzt noch Erschöpfung und Müdigkeit dazurechnen, sollte man jeder Schwangeren gratulieren, die überhaupt noch an irgendetwas denken kann.

Was kann man gegen Vergesslichkeit in der Schwangerschaft tun?

  • Ganz banal: Alles aufschreiben.
  • Verantwortung an den Partner abgeben.
  • Nachsichtig mit sich selbst sein.
  • Genug Schlaf, Erholung und Zeit für Reflektion einplanen.
  • Möglichst wenig Stress.

32Verdauungsbeschwerden

Was habe ich in meiner Schwangerschaft an Blähungen und anderen Verdauungsbeschwerden gelitten…

Damit bin ich nicht alleine. Denn besonders Blähungen und Verstopfung gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen in der Schwangerschaft.

Das hat verschiedene Ursachen.

Euer Darm ist während der Schwangerschaft nicht ganz so aktiv, da die Veränderung im Hormonhaushalt entspannend auf eure gesamte Muskulatur wirken.

Dazu kommt Stress, Veränderungen in der Ernährung, Umstellung im Stoffwechsel, Druck durch wachsenden und schwerer werdenden Bauch und wahrscheinlich noch einiges mehr.

Es ist kein Wunder, dass das vielen Frauen nicht nur auf den Magen, sondern auch auf den Darm schlägt.

Was kann man gegen Verdauungsbeschwerden in der Schwangerschaft tun?

  • So blöd es klingt: Lass euch Zeit beim Essen. Der erste Schritt ist richtig zu kauen, langsam zu schlucken und nicht zu schnell zu sein.
  • Schreibt ein Ess-Tagebuch um herauszufinden, welche Nahrungsmittel Verdauungsbeschwerden verursachen. Lasst die Übeltäter dann weg.
  • Nahrungsmittel, die oft zu Blähungen führen: Getränke mit Kohlensäure, Bohnen, Linsen, Erbsen, Lauch, Kohl, Milchprodukte.
  • Nahrungsmittel, die oft zu Verstopfung führen: Vollkorn, Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebel, Bananen…
  • Fencheltee lindert Blähungen und hilft auch bei Verstopfung. Er kann in der Schwangerschaft ohne Bedenken getrunken werden.
  • Ausreichend trinken, das regt die Verdauung an.
  • Bauchmassagen helfen ebenfalls.
  • Sprecht bei langanhaltenden Beschwerden mit eurem Arzt. Abführmittel dürfen in der Schwangerschaft nur in Absprache mit dem Arzt genommen werden.

Wenn ihr mehr zu Tee in der Schwangerschaft wissen wollt, dann klickt hier. Wir haben ausführlich über die verschiedenen Teesorten, ihre Wirkung und Nebenwirkung geschrieben.

33Wadenkrämpfe

Wadenkrämpfe treten häufig nachts auf und sind oft auf einen Mineralstoffmangel zurückzuführen. Aber auch hier ist es meist eine ganze Kombination von Ursachen. Erschöpfung, Müdigkeit, Wassereinlagerungen, veränderte Ernährung, veränderte Bewegung, alles das kann dazu beitragen, dass sich nachts die Waden schmerzhaft verkrampfen.

Was kann man gegen Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft tun?

  • Ausgewogene, mineralstoffreiche Ernährung aus Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Nüssen.
  • Regelmäßige Bewegung.
  • Bequeme, flache Schuhe.
  • Alles was die Durchblutung anregt: Wechselduschen, Massagen, Wärme von außen.
  • bei akutem Krampf hilft sanftes Dehnen der Wadenmuskulatur: Im Sitzen mit ausgestrecktem Bein die Zehen sanft Richtung Körper ziehen.
  • Oft helfen Magnesiumtabletten. Ihr bekommt diese in jedem Drogeriemarkt. Magnesiumtabletten werden häufig sowieso vom Arzt empfohlen. Sie wirken vorbeugend gegen vorzeitige Wehen, Übelkeit, Magenprobleme und andere Beschwerden bis hin zu Wachstumsstörungen beim Kind.

34Wassereinlagerungen

Wassereinlagerungen oder Ödeme treten in der ein oder anderen Form bei fast jeder Schwangeren auf. Mal mehr, mal weniger, aber meistens gegen Ende der Schwangerschaft.

Normalerweise sammelt sich das Wasser in den Beinen und besonders in den Füßen. In einigen Fällen sind aber auch die Arme, Hände und das Gesicht betroffen.

Wassereinlagerungen sind an sich zwar sehr lästig, aber normalerweise nicht gefährlich. Je später in der Schwangerschaft sie auftreten, umso harmloser sind sie. Im Umkehrschluss heißt das, je früher ihr Schwellungen bemerkt, desto besser solltet ihr sie beobachten. Es schadet übrigens nie, beim nächsten Arztbesuch mit eurem Gynäkologen darüber zu sprechen.

Wenn sich die Einlagerungen rasch verschlimmern, ihr Schmerzen bekommt, oder euch sonst etwas komisch vorkommt, geht direkt zum Arzt. Denn Wassereinlagerungen können in seltenen Fällen auch ein Zeichen für eine Präeklampsie – Schwangerschaftsvergiftung – sein (Link zu Wikipedia).

Was kann man gegen Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft tun?

  • Ausruhen und die betroffenen Körperstellen (z.B. Beine) erhöht lagern.
  • Genug Trinken, das hält den Wasserhaushalt in Gang.
  • Gesunde Ernährung hilft, allerdings ist es nicht nötig, auf Salz zu verzichten.
  • Wechselduschen und Massagen können ebenfalls helfen.
  • Bei geschwollenen Füßen können Stützstrümpfe helfen.
  • Langes Stehen sollte vermieden werden.
  • Entwässernde Mittel wie Tees oder sonstiges dürfen grundsätzlich nur in Absprache mit dem Arzt verwendet werden.

35Zahnfleischbluten

Zahnfleischbluten hat eine ähnliche Ursache wie das weiter oben schon erwähnte Nasenbluten. Gerade in der ersten Hälfte der Schwangerschaft wird die Durchblutung, besonders auch in den Schleimhäuten, wesentlich verbessert. Dadurch führen schon kleinste Verletzungen zu Blutungen.

Kommt dazu noch regelmäßiges Erbrechen durch Schwangerschaftsübelkeit, veränderte Essgewohnheiten und vielleicht eine reduzierte Zahnhygiene (vielen Frauen wird beim Zähneputzen schlecht), dann muss man sich über Zahnfleischbluten nicht wundern.

Achtet darauf, dass aus normalem, seltenem, harmlosem Zahnfleischbluten keine Entzündungen oder chronischen Beschwerden werden. Geht lieber rechtzeitig zum Zahnarzt, damit ihr keine längerfristigen Probleme bekommt.

Es wurden außerdem schon Verbindungen zwischen Zahnerkrankungen und Frühgeburten gefunden, daher schadet ein Zahnarztbesuch in der Schwangerschaft grundsätzlich nicht.

Was kann man gegen Zahnfleischbluten in der Schwangerschaft tun?

  • Verstärkt auf die Ernährung achten. Nahrungsmittel mit viel Säure oder viel Zucker vermeiden.
  • Zu Beginn der Schwangerschaft zum Zahnarzt gehen und kontrollieren lassen.
  • Auf regelmäßige Zahnhygiene achten, dabei vorsichtig vorgehen, damit es möglichst keine Verletzungen gibt.
  • Ruhig auch öfters Mundwasser nutzen und nach dem Essen von säure- oder zuckerhaltigen Nahrungsmitteln zusätzlich Zähneputzen.
  • Bei Verdacht auf Entzündungen im Mundraum und bei starken, langanhaltenden oder häufigen Blutungen solltet ihr auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Und damit sind wir schon am Ende dieser Liste. Das ist der längste Artikel, den ich je geschrieben habe und mein Gefühl sagt, dass er im Laufe der Zeit noch länger werden wird.

Ich bedanke mich ganz herzlich an alle, die bis hier durchgehalten haben und hoffe, der eine oder andere Punkt hilft euch.

Falls ihr Lust habt ein bisschen in den Erfahrungsberichten von anderen Schwangeren zu schmökern, dann findet ihr die hier:

==> Erfahrungsberichte Schwangerschaft und Geburt

Ich würde mich ganz sehr freuen, wenn ihr auch euren eigenen Bericht beitragt, wenn eure Schwangerschaft vorbei ist und ihr die ganzen großen und kleinen Beschwerden hinter euch habt.

Alles, alles Liebe

eure Katja

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